4 Jahre ist es her, dass hunderte Neonazis gewaltbereit durch Charlottesville (USA) zogen. Es gab mehrere Tote. Jetzt wurde eine kontroverse Statue entfernt.
Statue von Robert E. Lee wird abtransportiert
Statue von Robert E. Lee wird abtransportiert - AFP

Das Wichtigste in Kürze

  • Charlottesville (USA) beschloss 2016 die Entfernung einer Südstaaten-Generals-Statue.
  • In der US-Stadt sorgte dies für tödliche Protestmärsche von Rechtsextremen und Neonazis.
  • Nun wurde die an die Zeit der Versklavung erinnernde Statue von Robert E. Lee entfernt.

Knapp vier Jahre nach einem tödlichen Aufmarsch von Rechtsextremisten in Charlottesville ist die umstrittene Statue des Südstaaten-Generals Robert E. Lee in der US-Stadt entfernt worden.

Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie die Statue am Samstag mit einem Kran von ihrem Podest gehoben und auf einen Lastwagen geladen wurde.

Nach Angaben der Stadt soll die Statue bis zu einer endgültigen Entscheidung über ihre Zukunft eingelagert werden.

Joe Biden begrüsst Entfernung

Das Weisse Haus teilte mit, US-Präsident Biden begrüsse die Entfernung der Statuen von Lee und einem weiteren Südstaaten-General namens Thomas J. Jackson in Charlottesville.

Robert E. Lee
Eine Statue des Südstaaten-Generals Robert E. Lee. - sda

«Der Präsident ist der Meinung, dass Denkmäler für die Anführer der Konföderierten in Museen gehören, nicht an öffentliche Orte.»

Robert E. Lee führte die Konföderierten im Bürgerkrieg der Südstaaten gegen die Nordstaaten.

Lee war Befürworter von Sklaverei

Die damals weitgehend landwirtschaftlich geprägten Südstaaten wehrten sich unter Lees Führung vehement gegen die Abschaffung der Sklaverei und gegen mehr Rechte für Schwarze. Lee wird von der rechten Szene in den USA als Held verklärt.

Pläne zur Entfernung der Lee-Statue in Charlottesville im Bundesstaat Virginia waren im August 2017 auch Anlass für Proteste von Neonazis und anderen Rechtsextremisten in der Stadt gewesen.

Rettungskrägte Demo
Rettungskräfte kümmern sich um verletzte Gegendemonstranten. Ein Auto ist am Rande einer Kundgebung von Rechtsextremisten in der US-Stadt Charlottesville in eine Gruppen von Gegendemonstranten gerast. (Archivbild, 2017) - dpa

Bei rassistischen Ausschreitungen wurde damals eine Gegendemonstrantin von einem Auto erfasst und getötet. Der damalige US-Präsident Donald Trump hatte anschliessend mit der Äusserung für Empörung gesorgt, es habe auf beiden Seiten «sehr gute Menschen» gegeben.

Der Stadtrat von Charlottesville hatte bereits im Februar 2016 die Entfernung der Lee-Statue beschlossen. Es folgte ein jahrelanges juristisches Tauziehen. Den ehemaligen Lee-Park, in dem die Statue stand, benannte die Stadt in Market Street Park um.

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