Trump verbannt Anthropic wegen «linksradikaler» Haltung
US-Präsident Donald Trump stuft das KI-Unternehmen Anthropic als Sicherheitsrisiko ein und verbietet Bundesbehörden die Nutzung des KI-Systems Claude.

US-Präsident Donald Trump hat am Freitag alle Bundesbehörden angewiesen, die Technologie des KI-Unternehmens Anthropic umgehend einzustellen.
Der Konflikt eskalierte, nachdem die Firma dem Pentagon die uneingeschränkte Nutzung ihres Systems Claude verweigerte.
Anthropic wollte verhindern, dass seine KI für Massenüberwachung oder vollautonome Waffensysteme verwendet wird. Das Pentagon forderte hingegen die Erlaubnis, die Technologie für alle rechtmässigen Zwecke einzusetzen, berichtet das «SRF».
Trump bezeichnet Anthropic als «linksradikal»
Trump schrieb auf Truth Social, die USA würden niemals einem linksradikalen Unternehmen erlauben zu bestimmen, wie das Militär Kriege führt.
Verteidigungsminister Pete Hegseth setzte dem Unternehmen eine Frist bis Freitag, die ohne Einigung verstrich. Anthropic-Chef Dario Amodei erklärte, man könne der Forderung nicht guten Gewissens nachkommen, wie der «ORF» berichtet.
Das Unternehmen kündigte an, die Einstufung als Risiko für die Lieferketten vor Gericht anzufechten, schreibt das «SRF».
Verteidigungsminister wirft Anthropic Arroganz vor
Claude war bislang das einzige KI-Modell, das mit hochgeheimen Daten des US-Militärs arbeiten durfte. Es kam sogar bei den Luftangriffen auf den Iran zum Einsatz, obwohl das offizielle Verbot bereits bestand.
Seit einigen Tagen ist auch Elon Musks Grok für hochgeheime Daten zugelassen, wie das «SRF» meldet. Pentagon-Insider bezweifeln allerdings, dass sich Groks Leistung mit der von Claude vergleichen lässt.

Hegseth warf Anthropic-Chef Amodei Arroganz vor und erklärte, dieser gefährde das Leben amerikanischer Soldaten. Der ranghohe Beamte Emil Michael schrieb auf X, Amodei leide unter einem Gott-Komplex, berichtet das «Handelsblatt».
OpenAI übernimmt Rolle von Anthropic
Trump drohte, die volle Macht der Präsidentschaft einzusetzen, um das Unternehmen zum Gehorsam zu zwingen. Die Bundesbehörden haben sechs Monate Zeit, um auf andere Anbieter umzusteigen, berichtet das «Handelsblatt».
Konkurrent OpenAI kündigte kurz nach dem Trump-Erlass einen Vertrag mit dem Pentagon an. OpenAI-Chef Sam Altman teilte mit, man teile ähnliche Sicherheitsbedenken wie Anthropic bezüglich Massenüberwachung und autonomer Waffen, schreibt «Mindverse».
Über 100 Mitarbeiter von Google forderten in einem Brief ebenfalls Beschränkungen für den militärischen Einsatz ihrer KI. Auch bei Microsoft und Amazon verlangten Angestellte entsprechende Garantien, schreibt die «Financial Times».












