Terrorismus-Verfahren: Rushdie sagt gegen Attentäter aus
Der Schriftsteller Salman Rushdie hat in einem zweiten Verfahren gegen seinen verurteilten Attentäter ausgesagt.

Der zu bereits 25 Jahren Haft verurteilte Attentäter Hadi Matar muss sich in dem zweiten Verfahren Terrorismusvorwürfen stellen, wie die US-Zeitung «New York Times» und der US-Sender BTPM übereinstimmend berichten.
«Ich habe versucht zu entkommen, aber er lag auf mir und stach unaufhörlich auf mich ein», sagte Rushdie laut der «New York Times» während seiner Zeugenaussage am Donnerstag vor dem US-Bundesbezirksgericht in Buffalo im Bundesstaat New York. Matar hatte bei einer Lesung des weltbekannten Autors im August 2022 mehr als ein Dutzend Mal auf Rushdie eingestochen.
Das Messer durchtrennte einen Sehnerv – seitdem ist der Autor auf einem Auge blind und trägt stets eine Brille mit einem abgedunkelten Glas. «Wie Sie sehen können, ist jetzt nichts mehr davon übrig», habe Rushdie mit Verweis auf sein Auge gesagt, nachdem er von dem Staatsanwalt aufgefordert worden sei, die Brille vor Gericht abzunehmen, berichtet die «New York Times».
Matar wird in dem neuen Verfahren vorgeworfen, auf Anweisung der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz im Libanon gehandelt und durch die Durchsetzung einer Fatwa, eines religiösen Erlasses, einen Terrorakt verübt zu haben. Matar plädierte vor dem Bundesgericht auf nicht schuldig.
Die Fatwa besteht seit 1989. Der damalige iranische Revolutionsführer Ajatollah Chomeini hatte wegen des als blasphemisch empfundenen Romans «Die satanischen Verse» zur Ermordung des Autors aufgerufen.
Eine Geschworenenjury im Bezirk Chautauqua im Nordwesten des Bundesstaates New York hatte Matar bereits 2025 des versuchten Mordes an dem heute 79-Jährigen schuldig gesprochenen. Matar hatte auf nicht schuldig plädiert. Angesichts des vor Hunderten Augenzeugen begangenen Angriffs und Videoaufnahmen gab es aber keinen Zweifel daran, dass er die Tat begangen hat. Rushdie («Mitternachtskinder») verarbeitete den Vorfall in seinem im April 2024 veröffentlichten Buch «Knife: Gedanken nach einem Mordversuch».














