Pentagon-Rauswurf bringt Anthropic Vorteile

Esada Kunic
Esada Kunic

USA,

Anthropic verliert den Vertrag mit Pentagon, gewinnt aber im Rennen um die besten KI-Entwickler gegen OpenAI.

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Anthropic verliert den Vertrag mit Pentagon. CEO Dario Amodei betont, Anthropic opfert Prinzipien nicht für Verträge. - keystone

Das KI-Unternehmen Anthropic wurde vom US-Verteidigungsministerium als Sicherheitsrisiko eingestuft. Alle Bundesbehörden müssen die Zusammenarbeit mit dem Anbieter des Chatbots Claude stoppen.

Am Montag reichte das Unternehmen Klage gegen die US-Regierung ein, berichtet der «ORF». Die Einstufung als Lieferkettenrisiko sei rechtswidrig und verletze die Meinungsfreiheit, argumentiert Anthropic vor einem kalifornischen Bundesgericht.

Benutzt du KI-Chatbots?

Doch der wirtschaftliche Rückschlag hat eine unerwartete Kehrseite. Im Kampf um Spitzenpersonal liegt Anthropic nun vorn, wie das «Wall Street Journal» berichtet.

OpenAI-Mitarbeiter kündigen aus Protest

Mindestens zwei hochrangige OpenAI-Mitarbeiter haben gekündigt, berichtete das «Wall Street Journal» am Montag. Sie begründeten ihren Schritt mit ethischen Bedenken gegen den Pentagon-Deal ihres Arbeitgebers.

OpenAI hatte den Vertrag übernommen, nachdem Anthropic vom Pentagon ausgebootet worden war. Der Deal erlaubt den Einsatz von KI in geheimen militärischen Anwendungen.

Zu den Abgängern gehört Caitlin Kalinowski, wie «t3n» berichtet. Sie leitete bei OpenAI die Hardware-Entwicklung innerhalb der Robotik-Abteilung.

Anthropic weigerte sich bei Pentagon-Vertragsverhandlungen

Der Konflikt entstand bei Verhandlungen über Pentagon-Verträge, wie der «ORF» schildert. Anthropic wollte Einschränkungen bei der Verwendung seiner KI-Modelle durchsetzen.

Das Unternehmen lehnte den Einsatz für Massenüberwachung im Inland kategorisch ab. Auch vollautonome Waffensysteme sollten ausgeschlossen werden.

Das Pentagon bestand jedoch auf uneingeschränkte Nutzungsrechte für alle legalen Zwecke. Daraufhin erklärte die Trump-Regierung Anthropic zum Sicherheitsrisiko.

Claude überholt ChatGPT im App Store

In der öffentlichen Wahrnehmung gewann Anthropic deutlich an Image, berichtet der «ORF». CEO Dario Amodei hatte erklärt, sein Unternehmen opfere seine Prinzipien nicht für Verträge.

Der Chatbot Claude kletterte auf Platz eins der Downloads in Apples App Store. Erstmals überholte er damit ChatGPT von OpenAI.

anthropic pentagon claude
Nach dem Pentagon-Rauswurf überholt Claude von Anthropic ChatGPT und steht nun auf Platz eins im App Store. - keystone

Für OpenAI ist der Imageschaden derzeit kein ernstes Problem. Die wahre Front verläuft im Wettkampf um Entwickler und zentrale Mitarbeiter.

Anthropic hat die beste Mitarbeiterbindung

Anders als bei anderen US-KI-Unternehmen bleiben Beschäftigte bei Anthropic länger, meldet der «ORF». Amodei sprach von der «besten Quote» in der Branche.

Nicht nur alle Gründer seien weiterhin dabei. Auch die 20 ersten Angestellten arbeiten noch für das Unternehmen.

OpenAI-Chef Sam Altman ist seit dem Pentagon-Deal intern mit Schadensbegrenzung beschäftigt. Fast 900 Mitarbeiter von OpenAI und Google unterzeichneten einen offenen Brief gegen Massenüberwachung und autonome Waffen, berichtet «t3n».

Finanzielle Verluste in Milliardenhöhe drohen

Anthropic-Finanzchef Krishna Rao warnte laut Gerichtsakten vor drastischen Folgen. Die Massnahmen der Regierung könnten den Umsatz 2026 um Hunderte Millionen Dollar reduzieren, schreibt der «ORF».

Im schlimmsten Fall drohen Verluste von mehreren Milliarden Dollar. Amodei entschuldigte sich für ein internes Memo.

Darin hatte er geschrieben, Pentagon-Beamte mögen Anthropic nicht. Der Grund sei, dass das Unternehmen «Trump kein diktatorenähnliches Lob ausgesprochen» habe.

Kommentare

User #6090 (nicht angemeldet)

Anthropic hat ihre Geschäftsmoral und das sollte respektiert werden. Finde es gut das sie nicht wegen des Geldes den Bückling machen. Ihre Geschäftsethik kann für sie ein grosser Bonus sein.

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