Moderater Demokrat Crowley gewinnt Vorwahl in Wisconsin

Keystone-SDA
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USA,

Die linke Politikerin Francesca Hong hat bei einer parteiinternen Vorwahl im US-Bundesstaat Wisconsin gegen den moderaten Demokraten David Crowley verloren.

David Crowley
Der moderate Demokrat David Crowley hat die Vorwahl im US-Bundesstaat Wisconsin gewonnen. - keystone

Er setzte sich bei dem viel beachteten Rennen mit nur wenigen Tausend Stimmen mehr durch, wie die Nachrichtenagentur AP prognostizierte. Sie berief sich zudem darauf, dass Hongs Wahlkampfteam eine Niederlage eingestanden habe. Crowley steht unter anderem für einen gemässigteren Ansatz beim Reizthema Gesundheitsvorsorge, bezahlbares Wohnen und Wirtschaftsförderung.

Crowleys Sieg in letzter Sekunde gilt als grosse Überraschung: Die progressive Politikerin Hong galt als Favoritin der Partei, während der 40-Jährige Anfang Juli seinen Rückzug aus dem Wahlkampf bekanntgegeben hatte. Er hatte es für unwahrscheinlich gehalten, der demokratische Kandidat für die Gouverneurswahl zu werden. Nur Tage später sprach sich der scheidende Gouverneur von Wisconsin, Tony Evers, für ihn aus – und Crowley stieg wieder in das Rennen ein. Zuletzt war er Verwaltungschef des Bezirks Milwaukee.

Evers hatte bereits im vergangenen Jahr bekanntgegeben, aus familiären Gründen kein drittes Mal kandidieren zu wollen. Für Crowley gilt es nun, das Amt am 3. November gegen den republikanischen Kandidaten Tom Tiffany zu verteidigen. Letzterer hatte sich ebenfalls in der Nacht zum Mittwoch gegen einen parteiinternen Kontrahenten durchgesetzt – mit deutlicher Mehrheit.

Die Gouverneurswahl fällt auf denselben Tag wie die wichtigen US-Kongresswahlen, bei dem die US-Amerikanerinnen und -Amerikaner neu über das gesamte Repräsentantenhaus und circa ein Drittel des Senates entscheiden werden.

Das Rennen im traditionellen «Swing State» Wisconsin wird mit grosser Aufmerksamkeit verfolgt, da der Bundesstaat zwischen Republikanern und Demokraten umkämpft ist. In der Vergangenheit entschieden oft nur wenige Tausend Stimmen über den Sieg bei Präsidentschafts- und Gouverneurswahlen.

Kritiker verweisen darauf, dass Hong ihre dezidiert linke Politik und kontroversen Äusserungen wohl am Ende den Sieg gekostet haben. Die Tochter südkoreanischer Einwanderer machte sich als Abgeordnete unter anderem für eine allgemeine Kinderbetreuung, bezahlten Urlaub für alle, vollständig finanzierte öffentliche Schulen und eine günstigere Krankenversicherung stark. In diesem Jahr brachte sie zudem einen Gesetzesentwurf ein, der in dem Bundesstaat einen deutlich höheren Spitzensteuersatz vorsieht als bislang.

Die alleinerziehende Mutter sorgte in der Vergangenheit mit kontroversen Äusserungen in der Öffentlichkeit für Stirnrunzeln. So sprach sie sich für einen Boykott des traditionellen US-Feiertags Thanksgiving aus – ein Tabu in den Vereinigten Staaten. Später versuchte sie diese Aussagen zu relativieren.

Die Vorwahl in Wisconsin war auch deswegen viel beachtet worden, weil sich auf der anderen Seite des Lake Michigan im gleichnamigen US-Bundesstaat der linke Demokrat Abdul El-Sayed bei der parteiinternen Vorwahl durchgesetzt hatte. Er will in den US-Senat einziehen und unter anderem eine allgemeine Gesundheitsversorgung vorantreiben, Spenden von Konzernen und Lobbyorganisationen in der Politik verbieten und die Einwanderungsbehörde ICE abschaffen.

Viele von Hongs und El-Sayeds Kernanliegen gelten in den USA als progressiv – und womöglich zu weit links für die Mitte der Bevölkerung. Für Jon Cowan und Matt Bennett von der moderateren Denkfabrik Third Way etwa ist klar: Die Positionen werden bei der breiten Masse keinen Anklang finden.

Um etwa in Michigan bei der für die Demokraten wichtigsten Wählergruppe – den Weissen ohne Hochschulabschluss – punkten zu können, müsste El-Sayed seine progressiven Ambitionen aufgeben und auf Israel-kritische Äusserungen verzichten, heisst es in einem Gastbeitrag in der «Washington Post». Bei Hong gingen die Autoren davon aus, dass die kontroversen Aussagen Probleme bereiten würden. Ihr Fazit: «Daher ist die Annahme, dass irgendein Demokrat, egal, wie weit links er positioniert ist, diese Swing States gewinnen könnte, Wunschdenken und nicht realitätsnah.»

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Kommentare

User #1582 (nicht angemeldet)

Demokraten und moderat - dass ich nicht lache. Der Witz des Jahrhunderts!

User #5053 (nicht angemeldet)

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