Katar vertritt Interessen der USA in Afghanistan
Nach Schliessung der US-Botschaft in Kabul soll Katar die Interessen der Vereinigten Staaten in Afghanistan vertreten. Das kündigte US-Aussenminister Antony Blinken am Freitag bei einem Treffen mit seinem katarischen Amtskollegen Mohammed bin Abdulrahman Al Thani in Washington an. Blinken sagte, das arabische Emirat werde in seiner Botschaft in Afghanistan einen Bereich einrichten, der bestimmte konsularische Dienste für die USA anbieten solle. Das Golfemirat werde sich auch um die Sicherheit diplomatischer Einrichtungen der USA in Afghanistan kümmern.

Das Wichtigste in Kürze
- Ähnliche Vereinbarungen gibt es an anderen Orten der Welt, in denen die Vereinigten Staaten vor Ort keine eigene diplomatische Vertretung haben.
Die Schweizerische Botschaft in Teheran etwa vertritt die Interessen der USA im Iran.
Die USA hatten ihre diplomatische Präsenz in Afghanistan mit dem Truppenabzug aus dem Land Ende August aufgegeben und diese vorerst nach Katar verlegt. Das Golfemirat spielte im Zusammenhang mit Afghanistan bereits in der Vergangenheit eine wesentliche Rolle: Unter anderem wurden die Verhandlungen zwischen den USA und den Taliban dort geführt. Katar diente auch als wichtiges Drehkreuz bei der Evakuierung von US-Bürgern aus Afghanistan. Die militant-islamistischen Taliban sind seit Ende August in Afghanistan wieder an der Macht.










