Am 6. Januar wurde das Kapitol in Washington von über 400 Trump-Anhängern gestürmt. Einer von ihnen hat danach versucht, in die Schweiz zu flüchten.
Donald Trump Kapitol
Anhänger von Ex-US-Präsident Donald Trump stürmten am 6. Januar das Kapitol, wo die Abgeordneten den Sieg des gewählten Präsidenten Joe Biden bei der Wahl im November bestätigen sollten. - sda

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Kapitol in Washington wurde am 6. Januar von Trump-Anhängern gestürmt.
  • Gegen 420 der Angreifer wird nun ermittelt, darunter auch Jeffrey S.
  • Dieser versuchte nach seiner Attacke auf einen Polizisten in die Schweiz zu flüchten.

Mehrere hundert Personen haben am 6. Januar das Kapitol in Washington gestürmt, angestachelt von Ex-Präsidenten Donald Trump. Der wütende Mob zog vor das Regierungsgebäude und konnte schliesslich sogar in das Kapitol eindringen. Dabei ist ein Teil der Angreifer erschreckend brutal vorgegangen und hat die Polizisten mit allen möglichen Gegenständen angegriffen.

Ermittlungen gegen 420 Angreifer

Die US-Justiz ermittelt nun gegen rund 420 Personen und kämpft sich durch über 15’000 Stunden Videomaterial von dem Vorfall. Darunter sind Aufnahmen von Überwachungskameras, von den Bodycams der Polizisten und von Handys der Teilnehmer und Journalisten vor Ort. Auch über 200’000 Hinweise haben die Bundesermittler aus der Bevölkerung erhalten.

Auf den Aufnahmen ist laut dem «Tagesanzeiger» auch Jeffrey S. zu sehen, ein 51-jähriger Geophysiker und Vater von drei Kindern aus dem Bundesstaat Colorado. Im Video erkennt man, wie er einen Polizisten zusammen mit anderen Angreifern die Treppe herunterzieht. Danach kniet er mit einem Schlagstock in der Hand über den am Boden liegenden Mann.

Kapitol
Auf den Aufnahmen ist Jeffrey S. beim Sturm auf das Kapitol deutlich zu erkennen. - Foto aus US-Gerichtsakten

Nach dem Angriff im Kapitol ist er wohl in Panik ausgebrochen, denn der 51-Jährige versuchte, in die Schweiz zu verschwinden. Ohne Erfolg, denn er sitzt nun in Haft. In einem Verhör hat er laut den Gerichtsdokumenten bestätigt, dass es sich auf den Videoaufnahmen um ihn handelt. Deutlich erkennbar an seiner hellbraunen Jacke, dem schwarzen Helm und dem grünen Rucksack.

In seinem Zuhause zerstörte er alle elektronischen Geräte in der Mikrowelle und versteckte seine Schusswaffen bei einem Bekannten. Danach buchte er ein Flugticket in die Schweiz und wollte am 9. Januar von Boston aus abfliegen, doch am Flughafen traf er auf zwei Polizisten, die nach seinem Empfinden über ihn redeten. Er änderte deshalb kurzerhand seinen Plan, mietete ein Auto und flüchtete nach Süden.

Nach Angriff auf Kapitol in Ski-Ferien

Wenige Tage später fanden Polizisten das Auto und nahmen den Mann fest. Den Ermittlern erzählte er später, er wollte es wie ein Ski-Trip in die Schweizer Berge aussehen lassen. Denn er ging davon aus, dass die Schweiz ihn nicht an die USA ausliefern würde. Wieso genau er sich die Schweiz als Fluchtort ausgesucht hat, bleibt jedoch unklar.

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