Jeffrey Epstein: Diese Männer kommen in den neuen Dokumenten vor
Das US-Justizministerium hat eine neue Tranche der Epstein-Files veröffentlicht. Darin kommen unter anderem Trump, Musk, Andrew und auch Gates vor.

Das Wichtigste in Kürze
- Das US-Justizministerium veröffentlichte über drei Millionen Seiten aus dem Epstein-Fall.
- Donald Trump wird hunderte Male erwähnt, inklusive einer umstrittenen FBI-Liste.
- Auch Elon Musk, Bill Gates und Prinz Andrew tauchen mit neuen E-Mail-Funden auf.
Das US-Justizministerium hat am Freitag mehr als drei Millionen Seiten aus dem Epstein-Komplex freigegeben. Dazu gehören auch über 2000 Videos und rund 180’000 Bilder. Laut dem stellvertretenden Justizminister Todd Blanche mussten zahlreiche Passagen geschwärzt werden, um Opfer zu schützen.
Die Behörden betonen, dass die blosse Erwähnung in den Akten keinen Hinweis auf strafbares Verhalten darstellt. Dennoch sorgen einzelne Namen und neue Details für Aufmerksamkeit. Nau.ch hat vier prominente Erwähnungen herausgepickt!
Donald Trump: Hunderte Erwähnungen und eine umstrittene FBI-Liste
Donald Trump wird in den neu veröffentlichten Akten zu Jeffrey Epstein laut «BBC» «hunderte Male» erwähnt. Besonders im Fokus steht eine interne Liste, die das FBI im vergangenen Jahr zusammengestellt hatte. Sie fasst Anschuldigungen zusammen, die über eine nationale Tipp-Hotline eingegangen waren. Darunter sind mehr als ein Dutzend Vorwürfe wegen sexueller Belästigung.
Die Hinweise gelten als unbestätigt. Ausserdem weisen die Beamten darauf hin, dass es sich bei einigen um Informationen aus zweiter Hand handelt. Brisant ist, dass diese Liste nach der Veröffentlichung offenbar in mindestens zwei Versionen wieder von der Website des Justizministeriums verschwand. Das berichtet die US-Nachrichtenseite «CNN». Weshalb die Liste erstellt wurde und weshalb sie teilweise entfernt wurde, ist unklar.

Trump hat sämtliche Vorwürfe in Zusammenhang mit Jeffrey Epstein stets zurückgewiesen und wurde von den Opfern des Unternehmers nie einer Straftat beschuldigt. Todd Blanche erklärte, das Justizministerium habe Trump bei der Aktenprüfung «nicht geschützt». Trumps Vorgabe sei Transparenz gewesen – auch wenn der Informationshunger damit kaum gestillt werde.
Elon Musk: «Wann gehen wir auf deine Insel?«
Die neu veröffentlichten Akten enthalten auch mehrere E-Mails zwischen Elon Musk und Jeffrey Epstein aus dem Dezember 2013. Daraus geht hervor, dass Musk eine Reise in die Karibik plante und Epstein kontaktierte, um einen möglichen Besuch auf einer seiner Inseln zu koordinieren.
In einer Nachricht fragte Musk laut «CNN» konkret, ob es «einen guten Zeitpunkt für einen Besuch» gebe. Später erkundigte er sich: «Wann sollen wir am 2. auf deine Insel gehen?» Epstein antwortete wiederholt einladend und bot an, Musk persönlich abzuholen. Ob es tatsächlich zu einem Treffen oder Inselbesuch kam, geht aus den Dokumenten nicht hervor.

Brisant ist der E-Mail-Verkehr aber allemal. Musk hatte in der Vergangenheit nämlich erklärt, er habe Versuche Epsteins zurückgewiesen, ihn auf die Inseln zu locken. Hinweise auf strafbares Verhalten finden sich in den veröffentlichten Unterlagen nicht.
Bill Gates und die E-Mail über eine Geschlechtskrankheit
Für Aufsehen sorgen weiter zwei E-Mails aus dem Juli 2013, die aus Epsteins E-Mail-Konto stammen. Im Fokus steht hier Bill Gates. Die E-Mails scheinen demnach von Jeffrey Epstein verfasst worden zu sein, es ist jedoch unklar, ob sie jemals an den Microsoft-Gründer gesendet wurden. Sie sind weder unterschrieben noch einem Gates-Konto zugeordnet.
Eine der E-Mails ist als Rücktrittsschreiben von der Bill & Melinda Gates Stiftung formuliert. Darin wird behauptet, man habe Medikamente für Gates beschaffen müssen, «um die Folgen des Geschlechtsverkehrs mit russischen Mädchen zu behandeln».

In der zweiten Nachricht, die mit «Lieber Bill» beginnt, wird beklagt, Gates habe eine Freundschaft beendet. Zugleich werden weitere Vorwürfe erhoben, er habe versucht, eine sexuell übertragbare Infektion zu verbergen – unter anderem vor seiner damaligen Ehefrau Melinda. Beide Texte erwecken den Eindruck, als seien sie von Jeffrey Epstein im Auftrag einer anderen Person verfasst worden.
Ein Sprecher von Bill Gates wies die Darstellungen als «absolut absurd und vollständig falsch» zurück. Die Dokumente zeigten vielmehr Epsteins Frustration über den abgebrochenen Kontakt sowie dessen Versuch, Gates zu diffamieren. Auch hier betonen die Behörden, dass die Texte keinen Beleg für strafbares Verhalten liefern.
Auch Prinz Andrew steht wieder im Fokus
Die neu veröffentlichten Akten dokumentieren laut der «BBC» weiter auch einen E-Mail-Verkehr zwischen Jeffrey Epstein und einem Absender mit dem Namen «The Duke». So schlägt Epstein etwa im August 2010 vor, eine 26-jährige russische Frau vorzustellen, die sich in London aufhalten sollte. «The Duke» antwortet, er sei bis zum 22. August in Genf, würde sich aber freuen, sie zu treffen, und bittet um Weitergabe seiner Kontaktdaten. Die E-Mail ist mit «A» unterzeichnet und trägt eine Signatur, die auf «HRH Duke of York KG» verweist.
In einem weiteren Austausch fragt der Absender nach zusätzlichen Informationen über die Frau. Jeffrey Epstein beschreibt sie als 26-jährig, russisch, «clever, beautiful, trustworthy». Ein separater E-Mail-Wechsel aus dem September 2010 erwähnt zudem ein mögliches Treffen in London, inklusive eines Abendessens im Buckingham Palace «mit viel Privatsphäre». Epstein akzeptierte diesen Vorschlag.

Auch diese E-Mails enthalten zwar keine Hinweise auf strafbares Verhalten. Brisant ist hier aber vor allem der zeitliche Kontext: Jeffrey Epstein hatte im Juli 2010 eine Haftstrafe beendet, nachdem er 2008 in Florida wegen der Anwerbung einer 14-Jährigen verurteilt worden war. Prinz Andrew steht seit Jahren wegen seiner früheren Nähe zu Epstein unter öffentlicher Beobachtung. Er hat wiederholt erklärt, keinerlei Fehlverhalten begangen zu haben und keine Kenntnis von Epsteins Verbrechen gehabt zu haben.












