Der Internationale Währungsfonds (IWF) fordert, dass die führenden Wirtschaftsnationen ihre Bemühungen zur globalen Impfkampagne steigern.
Coronavirus Impfung G7
Ein Arbeiter nimmt eine Covax-Lieferung entgegen. Gavis Strategie zum Kampf gegen das Coronavirus. (Symbolbild) - AFP

Das Wichtigste in Kürze

  • Der IWF fordert die führenden Wirtschaftsnationen auf, ihre Impf-Bemühungen zu steigern.
  • 1,2 Milliarden Impfdosen müssten sofort an ärmere Länder geliefert werden.

Vor dem Gipfeltreffen der G20-Staaten am Wochenende hat der Internationale Währungsfonds (IWF) die führenden Wirtschaftsnationen zu mehr Einsatz für die globale Impfkampagne aufgefordert.

Die G20-Staaten sollten zusätzlich 20 Milliarden US-Dollar für den Kampf gegen die Corona-Pandemie und die Impfungen bereitstellen. Dies forderte IWF-Chefin Kristalina Georgiewa am Mittwoch.

1,2 Milliarden Impfdosen müssen geliefert werden

Auch müssten sie die von ihnen versprochenen 1,2 Milliarden Impfdosen für die globale Impfinitiative Covax «sofort» liefern, forderte sie. Bislang seien davon erst 170 Millionen Dosen geliefert worden.

IWF-Chefin Kristalina Georgiewa
Kristalina Georgiewa, Geschäftsführende Direktorin des Internationalen Währungsfonds (IWF). - dpa

Länder mit hoher Impfquote sollten anstehende Lieferungen neuer Dosen zudem mit ärmeren Ländern tauschen, die diese dringender bräuchten, forderte Georgiewa. «Wir müssen diese und andere Massnahmen treffen, um Leben zu retten und die wirtschaftliche Erholung zu stärken», erklärte sie. Falls die Pandemie nicht eingedämmt werde, könnte die globale Wirtschaftsleistung auf die nächsten fünf Jahre betrachtet um 5,3 Billionen US-Dollar geringer ausfallen.

Man muss an permanenten Lösungen arbeiten

Der IWF forderte die Industrieländer der G20 zudem auf, sich auf weitere Schritte zur Erleichterung der Schuldenlast ärmerer Staaten zu einigen. Die im vergangenen Jahr von den G20 beschlossene zeitweise Aussetzung des Schuldendienstes sei ein guter Schritt gewesen. Nun gehe es darum, an permanenteren Lösungen zu arbeiten. Die G20-Staaten müssten sich auf einen Rahmen für das Verfahren mit Ländern in Schuldenkrisen einigen, forderte der IWF.

Anders als Unternehmen können Staaten bei einer Überschuldung nicht einfach Insolvenz beantragen. In solchen Fällen kommt es meist zu langjährigen und schwierigen Verhandlungen mit Kreditgebern.

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