Auch wenn das Coronavirus mutiert ist, kann es nach Einschätzung des Impfstoff-Herstellers Biontech aller Voraussicht nach wirksam bekämpft werden.
«Wir haben den Impfstoff bereits gegen circa 20 andere Virusvarianten mit anderen Mutationen getestet. Die Immunantwort, die durch unseren Impfstoff hervorgerufen wurde, hat stets alle Virusformen inaktiviert», sagt Biontech-Chef Ugur Sahin. Foto: Andreas Arnold/dpa
«Wir haben den Impfstoff bereits gegen circa 20 andere Virusvarianten mit anderen Mutationen getestet. Die Immunantwort, die durch unseren Impfstoff hervorgerufen wurde, hat stets alle Virusformen inaktiviert», sagt Biontech-Chef Ugur Sahin. Foto: Andreas Arnold/dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Biontech-Chef Ugur Sahin glaubt an die Wirksamkeit seines Impfstoffs gegen Corona.
  • So soll das Vakzin auch gegen neue Virus-Mutationen wirken.
  • Sahin sucht derweil nach neuen Produktionsstätten, um die Produktion anzukurbeln.

Biontech-Chef Ugur Sahin ist zuversichtlich, dass der Corona-Impfstoff seines Unternehmens auch gegen die neu aufgetauchte Mutation des Virus wirkt. Aus wissenschaftlicher Sicht sei die Wahrscheinlichkeit dafür hoch, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

«Wir haben den Impfstoff bereits gegen circa 20 andere Virusvarianten mit anderen Mutationen getestet. Die Immunantwort, die durch unseren Impfstoff hervorgerufen wurde, hat stets alle Virusformen inaktiviert.»

Impfstoff aus 1270 Aminosäuren

Das Virus sei jetzt etwas stärker mutiert, sagte Sahin. «Wir müssen das jetzt experimentell testen. Das wird etwa zwei Wochen in Anspruch nehmen. Wir sind aber zuversichtlich, dass der Wirkungsmechanismus dadurch nicht signifikant beeinträchtigt wird.»

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Insbesondere junge Schweizer wollen sich nicht gegen das Coronavirus impfen lassen. - dpa

Das Antigen, das Biontech und sein US-Partner Pfizer für den Impfstoff nutzen, besteht laut Sahin aus über 1270 Aminosäuren. Davon seien jetzt neun mutiert, also noch nicht einmal ein Prozent. «Unser Impfstoff sieht das ganze Protein und bewirkt multiple Immunantworten.»

Sahin weiter: «Dadurch haben wir so viele Andockstellen, dass das Virus schwer entkommen kann. Das bedeutet aber nicht, dass die neue Variante harmlos ist.» Der Biontech-Impfstoff auf Basis des Botenmoleküls mRNA könne prinzipiell schnell an neue Varianten angepasst werden.

Aufteilung der Impfdosen

Laut Sahin hatte die lange Dauer im EU-Zulassungsprozess keinen Einfluss auf die Menge der Impfdosen, die das Unternehmen vorproduziert hat. «Wir hatten schon vorab seit November eine Aufteilung der Impfdosen geplant, an die halten wir uns auch. Was sich geändert hat, ist natürlich die Zahl, die wir dieses Jahr ausliefern können. Aber insgesamt wird sich die Zahl der Dosen, die wir der EU versprochen haben, nicht ändern.»

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Die Impfdosis des Corona-Impfstoffs von Pfizer/Biontech. - Keystone

Die am Montag erfolgte EU-Genehmigung für den Biontech-Impfstoff nannte er die «historisch mit grossem Abstand schnellste Arzneimittelzulassung». Biontech habe nicht nur die Fragen der EU-Behörde beantworten müssen, sondern auch viele Fragen aus einzelnen Ländern. «Der Prozess war dadurch anstrengender. Aber es gehörte einfach dazu, sich um die Prozeduren in der EU entsprechend Zug um Zug korrekt zu kümmern.»

Sahin deutete an, dass Biontech demnächst auch im hessischen Marburg weitere Produktionsstätten für den Impfstoff ins Auge fasst. «Wir sprechen darüber, über eine Partnerschaft eine weitere Produktionsstätte zu aktivieren», sagte er.

Weitere Partner gesucht

Zudem gebe es noch die bereits bekannte Partnerschaft mit dem Pharmaunternehmen Dermapharm, das auch für Biontech produziere. «Wir versuchen jetzt, weitere Partner zu gewinnen. Wir streben danach, Dosen, die für die zweite Hälfte 2021 geplant waren, schon in der ersten Hälfte verfügbar zu machen.»

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Behälter mit dem COVID-19-Impfstoff von Biontech/Pfizer werden für den Versand vorbereitet. Foto: Morry Gash/Pool AP/dpa - dpa-infocom GmbH

Die bedingte Zulassung des Biontech-Impfstoffs in der EU nannte er «grossartig». Er fügte hinzu: «Dass uns die EU jetzt die Möglichkeit gibt, die Menschen mit unserem Covid-19-Impfstoff zu versorgen, erleichtert uns. Wir haben vielerorts den Wunsch gesehen, dass die Menschen einen Impfstoff haben wollen.»

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