Hitzesommer: Tropennächte kosten uns bis zu 56 Stunden Schlaf
Tropennächte drücken auf die Schlafqualität: Wir verlieren bei Hitze laut einer Studie jährlich rund 56 Stunden Schlaf.

Das Wichtigste in Kürze
- Zwischen 2020 und 2025 verloren Menschen weltweit im Schnitt fast 56 Stunden Schlaf pro Jahr.
- Um einschlafen zu können, muss die Körperkerntemperatur leicht sinken.
- Tropennächte nehmen zu – auch in Schweizer Städten wie Zürich und Basel.
Heisse Nächte rauben vielen den Schlaf. Eine neue Auswertung zeigt nun, wie gross der Schaden ist.
Zwischen 2020 und 2025 verloren Menschen weltweit im Schnitt fast 56 Stunden Schlaf pro Jahr. Der Grund: Zu warme Nächte. Das zeigt eine Analyse der US-Organisation Climate Central, die Klimadaten mit Schlafforschung verknüpft.

Rund sechs dieser verlorenen Stunden gehen laut den Forschenden direkt auf den menschengemachten Klimawandel zurück.
Besonders betroffen sind Menschen in Tropenregionen, wo die Nächte extrem heiss sind.
Körper kämpft gegen die Hitze
Aber warum schläft man bei Hitze eigentlich schlechter? Die Antwort steckt im Körper selbst. Um einschlafen zu können, muss die sogenannte Körperkerntemperatur leicht sinken.
Normalerweise gibt der Körper überschüssige Wärme über die Haut ab. Ist das Schlafzimmer aber aufgeheizt, funktioniert dieser natürliche Kühlmechanismus schlechter. Man braucht länger zum Einschlafen, schläft unruhiger und wacht häufiger auf.
Auch die Tiefschlafphasen leiden unter der Hitze. Das sind die Schlafphasen, in denen sich der Körper am stärksten erholt. Fehlen sie, fühlt man sich morgens trotzdem erschöpft.
Klimawandel verdoppelt Schlafverlust
Die Analyse zeigt ausserdem: Der klimabedingte Schlafverlust hat sich seit den frühen 1970er-Jahren stark verändert. In fast allen untersuchten Städten hat er sich seither mindestens verdoppelt.
2026 gab es in der Schweiz je nach Region über ein Dutzend Tropennächte. In Locarno wurden beispielsweise in einer Hitzeperiode 13 Tropennächte registriert.
Meteorologen sprechen von einer sogenannten Tropennacht, wenn die Temperatur die ganze Nacht nicht unter 20 Grad sinkt. Solche Nächte kommen auch in Mitteleuropa immer häufiger vor.
Laut Meteo Schweiz nehmen Tropennächte hierzulande zu. Besonders in tiefer gelegenen Städten wie Zürich, Basel oder Genf sind sie inzwischen keine Seltenheit mehr.
Müdigkeit schadet Gesundheit und Leistung
Die Folgen von schlechtem Schlaf sind vielfältig. Müdigkeit, Gereiztheit und Konzentrationsprobleme sind nur der Anfang. Wer zu wenig schläft, ist tagsüber weniger leistungsfähig und schlechter gelaunt.
Ältere Menschen, Kleinkinder und kranke Personen sind besonders gefährdet. Für sie können heisse Nächte ernsthafte Folgen haben.





















