Schweizer flüchten für kühle Nächte in die Berge
Die Schweiz ächzt unter einer Rekord-Hitzewelle und unter Tropennächten. Die Flachländerinnen und Flachländer flüchten deshalb in die Berge.

Das Wichtigste in Kürze
- Eine Hitzewelle hat die Schweiz seit anderthalb Wochen fest im Griff.
- Das freut Hotels in den Bergen. Sie haben mehr Gäste.
- Die Bergbeizen hingegen kämpfen wegen der Hitze mit weniger Gästen.
Seit Mittwoch vor einer Woche schwitzt die Schweiz wegen einer massiven Hitzewelle.
Diese bringt auch Tropennächte mit sich. Wer nach Sonnenuntergang auf Abkühlung hofft, hofft im Flachland vergeblich.
Das kommt Hotels in den Bergen zugute. Denn: Diese verzeichnen wegen der heissen Temperaturen aktuell mehr Gäste.
«Wir haben momentan täglich etwa acht bis zehn Gäste mehr»
Auf Anfrage von Nau.ch heisst es von der Rinderberg Lodge oberhalb von Zweisimmen BE: «Wir haben aktuell mehr Gäste. Die Leute kommen zu uns, weil es nachts etwas mehr abkühlt als im Flachland.»
Das bestätigt auch das Hotel Panorama in Hasliberg BE. «Wir haben momentan täglich etwa acht bis zehn Gäste mehr.» Das entspreche einer Erhöhung um 11 bis 14 Prozent.

Dass es mehr Gäste gebe, sei ein Effekt, der besonders am Wochenende spürbar sei, so die Rinderberg Lodge weiter.
Liegt das vielleicht daran, dass die Menschen unter der Woche zur Arbeit müssen? Flüchten sie unter der Woche auch aus ihren viel zu heissen Wohnungen und logieren in städtischen Hotels?
«Bei uns ist es selber sehr heiss»
Nau.ch hat bei mehreren Hotels in Schweizer Städten nachgefragt. Doch diese spüren keinen Ansturm auf ihre Zimmer.
Mehr Gäste habe man aktuell nicht zu verzeichnen, heisst es unisono. Mehr noch: Einige Hotels schildern gar, an Abkühlung sei bei ihnen aktuell nicht zu denken.
So erklären gleich mehrere Berner Hotels, sie würden über keine Klimaanlagen verfügen. «Wir kennen keine Fälle von Gästen, die wegen der Hitze aus ihren Wohnungen zu uns kommen. Bei uns ist es selber sehr heiss.»
Abkühlung in den Bergen aber nicht in den Städten also. Heisst das umgekehrt, dass nebst den Berghotels auch die Bergbeizen von der Hitzewelle profitieren?
«Die Leute gehen wohl lieber an den See»
Nein, erklärt die Rinderberg Lodge in Zweisimmen, zu der auch eine Beiz gehört. «Auf unserer Sonnenterrasse ist es heiss, weil es dort windgeschützt ist.»
Es habe wegen der Hitze, die auch in den Bergen herrsche, aktuell allgemein weniger Wanderer. «Die Leute gehen wohl lieber an den See.»

Und auch andere Bergbeizen bekunden Mühe. So klagt das Berggasthaus Stierenberg in St. Stephan BE: Man habe wegen der Hitze weniger Gäste.
«Wenn man zu uns kommen will, muss man laufen. Das machen die Leute bei dieser Hitze nicht.» Und auch das Berggasthaus Oberstockalp in Erlenbach BE meint, die Hitzewelle halte die Gäste fern.








