Vor den US-Wahlen 2020 schränkte Facebook die Verbreitung eines für den Kandidaten Joe Biden schädlichen Artikels ein – offenbar auf Anweisung des FBIs.
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Facebook-Chef Mark Zuckerberg an einer Veranstaltung. - keystone
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Das Wichtigste in Kürze

  • Soziale Medien hatten 2020 starken Einfluss auf die US-Präsidentschaftswahlen genommen.
  • Facebook drosselte etwa die Distribution eines News-Artikels über Joe Bidens Sohn.
  • Wie CEO Mark Zuckerberg nun verriet, erfolgte die Zensur auf Befehl des FBI.

Kurz vor den US-Präsidentschaftswahlen 2020 sorgte Facebook dafür, dass sich eine für den Kandidaten Joe Biden schädliche News nicht verbreitete. Diese Zensur soll auf Anweisung der US-Bundespolizei FBI erfolgt sein, wie Facebook-Chef Mark Zuckerberg nun verriet.

«Das FBI kam und sagte zu unserem Team: ‹Hey, nur damit ihr es wisst, ihr solltet achtgeben›», sagt er im Podcast von Joe Rogan. Dabei hätten sich die Agenten auf die russische Propaganda vor den Wahlen 2016 bezogen. «Wir haben erfahren, dass jetzt eine ähnliche Ladung kommen wird, also seid wachsam.»

Facebook schränkte Verbreitung von Artikel ein

Facebook drosselte daraufhin die Verbreitung des «New York Post»-Artikels über einen verlorenen Laptop von Bidens Sohn Hunter. «Sie wurde von weniger Leuten gesehen, als dies normalerweise der Fall gewesen wäre», gibt Zuckerberg zu. Twitter ging einen Schritt weiter und zensierte die News vollständig.

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Ein Nutzer von Facebook scrollt durch den News-Feed des sozialen Netzwerks.
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Joe Biden und sein Sohn Hunter Biden.

Dass das Netzwerk die Reichweite des Artikels stark einschränkte, war bereits im Oktober 2020 publik geworden. Neu ist allerdings, dass Facebook vom FBI mit einer Vorwarnung dazu angewiesen worden war. Dies befeuert den Ansicht vieler Kritiker, wonach im FBI politische Akteure wirken. Einige glauben, dass die Razzia auf Donald Trumps Anwesen Mar-A-Lago in Florida eine erneute Einflussnahme der Bundespolizei auf Wahlen darstellt.

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