Ex-ICE-Ausbildner: Training ist «mangelhaft, fehlerhaft und kaputt»

    Nicola Wittwer
    Nicola Wittwer

    USA,

    Gegner werfen der US-Einwanderungsbehörde ICE schlechte Ausbildung vor. Nun bläst ein ehemaliger Verantwortlicher ins gleiche Horn.

    ICE
    ICE-Beamte sollen illegale Ausländer festnehmen und gehen dabei nicht selten sehr hart vor. Das sorgt für heftige Kritik. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der Widerstand gegen die Einwanderungsbehörde ICE ist gross in den USA.
    • Ein Ex-Anwalt sagt nun: Die Trainings seien «mangelhaft, fehlerhaft und kaputt».
    • Die Zahl der Ausschaffungsbeamten stieg 2025 von 10'000 auf 22'000.

    Die US-Einwanderungsbehörde ICE steht in Donald Trumps zweiter Amtszeit immer wieder in der Kritik.

    Ihre Aufgabe: Illegale Ausländer aus den USA ausschaffen. Doch beim Vorgehen läuft nicht selten einiges schief.

    Zahlreiche falsche Ausschaffungen sind bekannt, dazu kommt es wiederholt zu heiklen Vorfällen und viel Gewalt bei Einsätzen.

    Todesfälle und 12'000 neue Beamte

    Im Januar kamen in Minneapolis bei Einsätzen von Bundesbehörden zwei Amerikaner ums Leben. Beides Bürger, die sich gegen das Vorgehen wehrten.

    Seit 2025 nahm die Anzahl der Ausschaffungs-Beamten deutlich zu. Laut offiziellen Angaben von Beginn des Jahres wurde das Personal von 10'000 auf 22'000 aufgestockt.

    Ex-Verantwortlicher: ICE-Training ist «kaputt»

    Der starke Anstieg an neuen Mitgliedern sorgt für Bedenken hinsichtlich ihrer Ausbildung. Kürzt ICE das Training seiner Rekruten ab? Das US-Heimatschutzministerium (DHS), zu dem ICE gehört, streitet dies vehement ab.

    Findest du das Vorgehen von ICE in Ordnung?

    Doch am Montag sagt ein ehemaliger ICE-Mitarbeiter bei einem von Demokraten gesponserten Forum aus.

    Ryan Schwank war bei der Behörde zuständig für die Ausbildung neuer Ausschaffungsbeamter. Am 13. Februar kündete er – und findet nun klare Worte.

    Schwank: «Ich bin hier, weil ich verpflichtet bin, zu berichten, dass das gesetzlich vorgeschriebene Ausbildungsprogramm an der ICE-Akademie mangelhaft, fehlerhaft und kaputt ist.»

    ICE
    Der kalifornische Demokrat Robert Garcia hält das Vorgehen von ICE für verfassungswidrig. - keystone

    Angaben, wonach die vielen neuen Agenten vollständig ausgebildet werden und es keine Streichung von Lektionen gab, seien falsch, so Schwank. «Das ist eine Lüge.»

    Stattdessen habe ICE «das Programm verkürzt und so viele wesentliche Teile gestrichen, dass nur noch eine gefährliche Hülle übriggeblieben ist».

    Whistleblower legen Dokumente offen

    Der ehemalige ICE-Ausbildner ist laut einem der beiden Demokraten einer von zwei Whistleblowern, die eine neue ICE-Richtlinie offengelegt hatten.

    Demnach sei es den Agenten nun erlaubt, gewaltsam in die Wohnung eines illegalen Immigranten einzudringen, um ihn festzunehmen. Selbst dann, wenn es keinen von einem Richter unterzeichneten Haftbefehl gibt.

    Weitere Dokumente von Whistleblowern sollen zeigen, dass es bei der ICE-Ausbildung zu drastischen Kürzungen kam. Die US-Heimatschutzbehörde bestreitet das.

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