Erdogan droht EU bei Sanktionen mit Abschiebung von IS-Anhängern

    DPA
    DPA

    Türkei,

    Die EU droht der Türkei mit Sanktionen. Präsident Recep Tayyip Erdogan droht der EU im Gegenzug damit, mutmassliche IS-Kämpfer wieder zurückzuführen.

    Recep Tayyip Erdogan
    Recep Tayyip Erdogan stellt die Entsendung von Truppen nach Libyen in Aussicht. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die EU droht mit Sanktionen wegen Erdgasborungen der Türkei vor Zypern.
    • Präsident Erdogan droht damit, in der Folge IS-Anhänger nach Europa zu schicken.
    • Rückgeführt werden sollen deutsche, französische und irische mutmassliche IS-Kämpfer.

    Angesichts geplanter EU-Sanktionen hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan damit gedroht, mehr Anhänger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) nach Europa zu schicken. Die Türkei habe bereits damit begonnen, sagte Erdogan am Dienstag vor seinem Abflug in die USA in Ankara.

    trump erdogan
    Erdogan trifft Trump diesen Mittwoch zum Austausch über Nordsyrien. (Symbolbild) - keystone

    «Ihr mögt das auf die leichte Schulter nehmen. Aber diese Türen können sich öffnen», sagte Erdogan. «Dann könnt Ihr sehen, wie Ihr zurechtkommt». Die EU sollte ihre Haltung gegenüber einem Land überdenken, das die Kontrolle über zahlreiche IS-Mitglieder in der Türkei und in Syrien habe. Zudem drohte Erdogan erneut, Migranten nach Europa zu schicken.

    Erdgasborungen vor Zypern

    Hintergrund der Äusserungen Erdogans war eine Frage nach EU-Sanktionen wegen türkischer Erdgasbohrungen vor Zypern. Die EU betrachtet diese als rechtswidrig. Sie machte am Montag den Weg für neue Strafmassnahmen frei. Ankara weist die Vorwürfe illegaler Bohrungen zurück.

    Auslöser dieses Streits ist die Teilung der Insel Zypern. Die Türkei hält den Norden von Zypern seit 1974 besetzt. Dort liegt die - nur von der Türkei anerkannte - Türkische Republik Nordzypern. Die gesamte Insel hingegen wird als Republik Zypern international anerkannt. Sie ist seit 2004 EU-Mitglied.

    Rückführung deutscher Anhänger

    Die Türkei hat mehr als 3,6 Millionen Flüchtlinge aus dem Bürgerkriegsland Syrien aufgenommen. In dieser Woche schiebt die Türkei erstmals deutsche mutmassliche IS-Anhänger in die Bundesrepublik ab. Erdogan sagte, Europa sei angesichts der Rückführungen in «erheblicher Aufregung und Panik».

    syrien
    Die Türkei nahm Flüchtlinge aus dem Bürgerkriegsland Syrien auf. - keystone

    Die Türkei hatte am 9. Oktober eine Militäroffensive gegen die Kurdenmiliz YPG in Nordsyrien begonnen, die sie als Terrororganisation betrachtet. Dabei wurden nach offiziellen Angaben 287 IS-Anhänger festgenommen, darunter Frauen und Kinder.

    Rückführung 10 Gefangener

    Nach Angaben der Bundesregierung sollen diese Woche insgesamt zehn Menschen aus der Türkei nach Deutschland überführt werden. Neben den Deutschen plant die Türkei die Rückführung von elf französischen und zwei irischen mutmasslichen IS-Kämpfern. Ein Amerikaner und ein Däne wurden bereits abgeschoben.

    Erdogan trifft Trump an diesem Mittwoch in Washington und will mit ihm auch über das Thema Nordsyrien reden. Die Türkei hatte mit Russland als Schutzmacht Syriens und den USA vereinbart, dass sich die YPG-Kämpfer aus dem Grenzgebiet zurückziehen sollen. Erdogan kritisierte am Dienstag erneut, dass das Abkommen aus seiner Sicht nicht eingehalten wurde.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    Syrien Lager
    Berlin
    Islamischer Staat
    5 Interaktionen
    Sieben Gefangene
    Thurgau Travel
    Keine 0815-Reise

    MEHR IN POLITIK

    4 Interaktionen
    New York/Khartum
    Zohran Mamdani
    19 Interaktionen
    New York
    António Costa
    6 Interaktionen
    New York

    MEHR AUS TüRKEI

    Ambulanz Istanbul Türkei
    Mindestens 8 Verletze
    strassenhunde
    In Türkei
    Tami Xhaka
    2'528 Interaktionen
    Impf-Zoff
    schweizer nati
    16 Interaktionen
    Xhaka zuhause