6000 Indigene haben in Brasilien vor dem Obersten Gerichtshof für ihre angestammten Gebiete und die Zulassung der Einrichtung neuer Schutzgebiete demonstriert.
Indigene Brasilien
Indigene nehmen an einem Sit-in teil, um gegen die brasilianische Regierung zu protestieren, in Brasilia, Brasilien, 24. August 2021. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • In Brasilien haben Tausende Indigene für das Recht auf Land demonstriert.
  • Der Oberste Gerichtshof entscheidet heute über den Anspruch auf ihr angestammtes Land.

Mehr als 6000 Indigene haben den Obersten Gerichtshof bei einer Demonstration in Brasília aufgefordert, ihre angestammten Gebiete nicht anzutasten. Eine weitere Aufforderung ist die Einrichtung neuer Schutzgebiete zuzulassen, wie aus einer Mitteilung des indigenen Dachverbandes Apib hervorging.

Sie bildeten vor dem Obersten Gericht am Dienstagabend (Ortszeit) mit 380 Lampen die Botschaft «Brasilien, indigenes Land». Am Mittwoch will das Oberste Gericht voraussichtlich über den Anspruch der Indigenen auf ihr angestammtes Land entscheiden.

6000 Indigene
Diese Woche nahmen in Brasilia rund 6000 Indigene an einer Demonstration mit dem Titel "Kampf für das Leben" teil, die sieben Tage lang, vom 22. bis 28. August, gegen die Regierung von Jair Bolsonaro stattfinden soll. - Keystone

Zuvor hatten die Indigenen vor dem Nationalkongress demonstriert. Sie trugen auch Plakate mit Aufschriften wie «Bolsonaro raus». Der rechte Präsident Jair Bolsonaro gilt als Befürworter der wirtschaftlichen Ausbeutung des Amazonas-Gebiets. Im Wahlkampf 2018 kündigte er an, keinen Zentimeter an Schutzgebieten mehr auszuweisen.

Die Indigenen sind bereits seit Sonntag zu Protesten in Brasília. Bei der Gerichtsentscheidung am Mittwoch geht es um den «Marco Temporal». Für Grossgrundbesitzer können indigene Völker nur dort Land beanspruchen, wo sie vor der Verfassung von 1988 bereits lebten. Umweltschützern zufolge werden damit die Rechte der Indigenen beschnitten.

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