Nach dem Angriff illegaler Goldgräber auf Indigene im Norden Brasiliens hat das Oberste Gericht die Rückkehr von Sicherheitskräften in die Gegend angeordnet. Das berichtete die brasilianische Nachrichtenagentur Agência Brasil am Montagabend (Ortszeit). Der Schritt soll Invasionen und neue Konflikte in dem indigenen Gebiet vermeiden helfen.
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Ein Guajajara, indigener Ureinwohner Brasiliens. - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • In der vergangenen Woche war das Haus der indigenen Anführerin Maria Leusa Munduruku angezündet worden - sie ist eine Gegnerin des illegalen Goldabbaus bei den Ureinwohnern.

Ausserdem wurde das Dorf Fazenda Tapajós bei Jacareacanga im Bundesstaat Pará beschossen. Zuvor waren Sicherheitskräfte gegen den illegalen Goldabbau - Garimpo genannt - in den indigenen Gebieten der Munduruku vorgegangen, was die Goldgräber ebenfalls gewaltsam zu verhindern versuchten. Nach dem Ende der Operation am Freitag verliessen Maria Leusa Munduruku und andere indigene Anführer mit ihren Familien das Dorf und brachten sich an unbekannten Orten in Sicherheit.

Rund 14 000 Munduruku leben in der Gegend, 8000 von ihnen in zwei indigenen Gebieten bei Jacareacanga. Im Westen des brasilianischen Bundesstaates Pará konzentriert sich mit rund 200 Gruben auch die illegale Goldsuche im brasilianischen Amazonasgebiet. Einige Ureinwohner arbeiten in Goldgruben auf Munduruku-Gebiet, was zu internen Konflikten führt. «Garimpeiros» hatten zuletzt bereits bei den Yanomami Indigene und Polizei angegriffen.

Die Zerstörung durch den Goldabbau bei den Munduruku hat der brasilianischen Zeitung «O Globo» zufolge in den vergangenen zwei Jahren um mehr als 360 Prozent zugenommen. Ihr geschütztes Territorium ist von tiefen Kratern und Goldgräber-Lagern durchzogen. Zudem verschmutzen die Goldgräber das Wasser mit Quecksilber, worüber es in die Nahrungskette gelangt.

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