Berichte: Israel spioniert die USA zunehmend aus
Gegenseitige Spionage ist bei den Amerikanern und den Israelis nichts Neues. Nun sollen Letztere aber eine Grenze überschritten haben.

Das Wichtigste in Kürze
- Israel könnte amerikanische Beamte im Zuge der Iran-Verhandlungen abgehört haben.
- Das US-Verteidigungsministerium habe die Gefahrenbewertung auf die höchste Stufe gehoben.
- Die Berichte zweier US-Medien werden von offizieller Seite dementiert.
Die USA und Israel befinden sich gemeinsam im Krieg gegen den Iran. Dennoch sind die Beziehungen wegen unterschiedlicher Absichten angespannt.
Nun berichten US-Medien, dass Israel wichtige US-Vertreter bei den Verhandlungen mit dem Iran abgehört haben könnte. Das gehe aus Berichten US-amerikanischer Geheimdienste hervor.
Das Verteidigungsministerium habe die Gefahrenbewertung israelischer Spionage deshalb auf die höchste Stufe angehoben. Das melden «NBS News» und die «New York Times» am Samstag. Seit Ende 2024 gebe es eine zunehmende Bedrohung durch israelische Spionage.
Heimlich Software installiert
Gegenseitige Spionage ist im Falle der beiden Länder nichts Neues. Mit dem Abhören im Zuge der Verhandlungen sei aber eine Grenze überschritten worden, berichtet die «NYT» unter Berufung auf Beamte. Israel ziele demnach auf hochrangige US-Vertreter ab, darunter Trumps Chefunterhändler Steve Witkoff.
Ein weiteres Ziel sei Elbridge A. Colby, Unterstaatssekretär für Verteidigungspolitik im Pentagon. Colby gilt innerhalb der US-Regierung als einer der prominentesten Befürworter einer zurückhaltenden Aussenpolitik.
Auch einer seiner Stellvertreter, Michael P. DiMino IV, im Pentagon zuständig für die Nahostpolitik, stehe im Interesse der Israelis.
Gemäss einem weiteren Geheimdienst-Bericht bemüht sich Israel auch darum, amerikanisches Militärpersonal und Regierungsbeamte auszuspionieren. Dazu hätten amerikanische Regierungsbeamte in Israel festgestellt, dass auf ihren Handys heimlich Software zur Überwachung der Kommunikation installiert worden war.
Israel will Trumps Strategie kennen
Die «NYT» bezeichnet den Zeitpunkt der aggressiveren israelischen Spionage als «besonders heikel». Die beiden Länder haben militärisch noch nie so eng zusammengearbeitet wie jetzt. Im Zuge des Kriegs gegen den Iran geben die USA dem Verbündeten viele taktische und operative Informationen weiter.
Das soll den Israelis aber nicht genügen. Sie wollen laut US-Beamten auch Einblicke in Trumps Strategie und die wechselnden Standpunkte zu den Friedensgesprächen gewinnen.
Sollte das Pentagon nun strengere Regeln zur Zusammenarbeit mit Israel einführen, könnte dies die Kooperation beider Länder im Krieg behindern.
Einige Trump-Beamte besonders anfällig
Dieselben Absichten haben beide Länder dabei schon jetzt nicht mehr: Die USA streben nach einem Friedensdeal mit dem Iran, Israel hingegen nach weiteren Angriffen und dem Sturz des Regimes.
Premierminister Benjamin Netanjahu will zudem auch gegen die vom Iran unterstützte Hisbollah im Libanon vorgehen.

Das US-Verteidigungsministerium gab auf Anfrage der «New York Times» keinen Kommentar ab. Ein Beamter des Weissen Hauses hingegen bezeichnete den Bericht als falsch. Auch ein Sprecher der israelischen Botschaft in Washington wies die Spionage-Vorwürfe zurück.
Ein ehemals hochrangiger Beamter warnt derweil gegenüber der Zeitung, dass einige wichtige Vertreter der Trump-Regierung besonders anfällig für Spionage seien. Die Gründe: Das Reisen in Privatflugzeugen oder der Gebrauch des privaten Handys für Angelegenheiten der nationalen Sicherheit.

















