Argentiniens Vizepräsidentin Cristina Kirchner hat zum Ende eines Korruptionsprozesses nochmals alle Vorwürfe zurückgewiesen.
Cristina Fernandez, Vizepräsidentin von Argentinien, nimmt an einer von der Metallarbeitergewerkschaft (UOM) organisierten Versammlung in Pilar, Argentinien, teil. Foto: Natacha Pisarenko/AP/dpa
Cristina Fernandez, Vizepräsidentin von Argentinien, nimmt an einer von der Metallarbeitergewerkschaft (UOM) organisierten Versammlung in Pilar, Argentinien, teil. Foto: Natacha Pisarenko/AP/dpa - sda - Keystone/AP/Natacha Pisarenko
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Das Wichtigste in Kürze

  • «Nichts von dem, was sie mir vorwerfen, können sie beweisen», sagte die Staatschefin der Jahre 2007 bis 2015 am Dienstag in Buenos Aires in ihrem Schlusswort vor Gericht.

«Als ich das erste Mal gesprochen habe, habe ich gesagt, dass das Gericht das Recht aus politischen Motiven beugt. Ich glaube, da war ich noch grosszügig. In Wirklichkeit ist es ein echtes Erschiessungskommando.» Die Staatsanwaltschaft fordert zwölf Jahre Haft und eine lebenslange Sperre für öffentliche Ämter.

Die 69-Jährige und ihr verstorbener Ehemann, Ex-Präsident Néstor Kirchner, sollen einem befreundeten Bauunternehmer ohne Ausschreibung öffentliche Aufträge beschafft haben. Nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft erhielt dessen Firma 80 Prozent aller öffentlichen Strassenbauaufträge in Kirchners Heimatregion Santa Cruz. Ein Teil der überhöhten Baukosten sei später an das Ehepaar zurückgeflossen. Als Anführerin einer kriminellen Vereinigung habe die heutige Vizepräsidentin den Staat um rund eine Milliarde US-Dollar gebracht.

Der heutige Präsident Alberto Fernández sprang seiner Vize bei. «Wenn die Politik sich in den Gerichten breitmacht, flieht die Gerechtigkeit aus den Fenstern», schrieb er auf Twitter. Das Urteil soll am 6. Dezember gefällt werden. Es kann vor dem Obersten Gerichtshof angefochten werden. Bis ein rechtskräftiges Urteil fällt, könnten noch Jahre vergehen.

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