Amerikaner sprayen ihren verdorrten Rasen einfach grün an
Ist der Rasen wegen der Hitze vertrocknet und braun? Kein Problem! Amerikaner färben ihren Rasen einfach mit grüner Farbe ein.

Das Wichtigste in Kürze
- In Amerika färben Menschen ihren vertrockneten Rasen mit grüner Farbe ein.
- Experten warnen vor unbekannten Folgen der Rasenfarbe für Umwelt und Gesundheit.
- Künstlich grüne Flächen kühlen nicht und bieten Insekten kaum noch Lebensraum.
Hitze und Dürre lassen Rasenflächen verdorren. In den USA greifen immer mehr Menschen zu einer ungewöhnlichen Lösung: Sie sprühen ihren braunen Rasen kurzerhand wieder grün.
Dort gibt es sogar einen eigenen Beruf dafür: Den sogenannten «Lawn Painter», auf Deutsch Rasenmaler.
Nicht nur Fachleute, auch Privatpersonen sprühen ihre Gärten grün. Selbst bereits vertrocknete Pflanzen werden mit der Farbe behandelt.
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Inzwischen hat die Idee auch Europa erreicht. Videos in sozialen Netzwerken zeigen, wie Gartenbesitzer hierzulande zur Rasenfarbe greifen. Der Trend breitet sich aus – trotz offener Fragen zu Inhaltsstoffen und Umweltverträglichkeit.
Rasenfarbe hält auch starken Regen aus
Die grüne Farbe wird mit Sprühflaschen aufgetragen und hält selbst bei starkem Regen. Entfernen lässt sie sich meist nur durch Rasenmähen.
Einige Produkte wie «Green Lawn Paint» sollen laut Hersteller aus pflanzlichen Stoffen bestehen und organischen Dünger enthalten. Andere Sprays enthalten etwa Zitrusöle oder Mittel gegen Zecken.
Viele Hersteller legen die genauen Inhaltsstoffe jedoch nicht offen. Wie schädlich die Farbe für Umwelt und Gesundheit ist, bleibt deshalb unklar – Fachleute äussern Kritik.
Experte warnt vor Farbpigmenten in der Umwelt
Harald Nonn von der Deutschen Rasengesellschaft, einer Fachorganisation für Rasenpflege und -wissenschaft, äussert sich gegenüber dem Portal «myHOMEBOOK» deutlich kritisch.
«Ich persönlich halte das künstliche Grünfärben für nicht vertretbar, da hiermit Farbpigmente in die Umwelt gebracht werden. Diese gehören dort nicht hin», so Nonn.

Ein gesunder Rasen erfülle hingegen wichtige Funktionen: «Grüne, vitale Rasenflächen kühlen durch ihre Verdunstung die Umgebung und tragen zum Wohlbefinden von Menschen und Tieren bei. Sie binden Staub, verbrauchen CO2 und produzieren Sauerstoff.»
Ein künstlich eingefärbter, aber abgestorbener Rasen kann all das nicht leisten. Die Farbe täuscht lediglich ein intaktes Ökosystem vor.
Statt zur Sprühflasche zu greifen, empfiehlt Nonn trockenheitsresistente Saatgutmischungen oder speziellen Trockenrasen. Diese sind an Hitze und Wassermangel angepasst.
Insekten leiden unter der Rasenfarbe
Auch Tiere sind vom Trend betroffen. Wer seinen Rasen einsprüht, trifft damit auch die darin lebenden Insekten. Für sie kann die Farbe Folgen haben.

Gerade Bestäuber sind auf naturnahe Flächen angewiesen. Wird der Rasen eingefärbt, verliert er einen Teil seiner ökologischen Funktion. Wer Insekten schützen will, sollte darauf verzichten.














