Internetverbot und Bussen: Putin jagt jetzt Onlyfans-Erotikmodels
In Russland werden Erotik-Darstellerinnen strafrechtlich verfolgt. Den Onlyfans-Stars drohen hohe Geldstrafen und Internetverbot – oder sogar Straflager.

Das Wichtigste in Kürze
- In Russland werden Erotik-Darstellerinnen strafrechtlich verfolgt. Begründung: die Durchsetzung «traditioneller Werte».
- Aktuell stehen drei junge Onlyfans-Models im Fokus.
- Die Strafen reichen von hohen Geldbussen und Internetverbot bis hin zu Gefängnis und Straflager.
Auch in Russland war das Geschäft mit der Veröffentlichung freizügiger Fotos und Videos lange Zeit finanziell sehr ergiebig. Jetzt werden Frauen strafrechtlich verfolgt und vor Gericht gestellt, weil sie im Internet Erwachsenen-Content veröffentlicht haben.
Der aktuellste Fall: Die 21-jährige Sofya Vershinina, auch bekannt unter dem Namen Sonya Marmeladova, wurde von einem Moskauer Gericht verurteilt. Wegen der Produktion und Verbreitung von expliziten Videos im Internet muss sie umgerechnet rund 53'000 Franken Strafe zahlen.
Die Moskauer Staatsanwaltschaft hatte ursprünglich drei Jahre und sechs Monate in einem Straflager gefordert. Aber eine Gefängnisstrafe blieb ihr vorerst erspart, weil sie Reue zeigte, wie das News-Portal «The U.S. Sun» berichtet.
Das Gericht verhängte jedoch zusätzlich ein dreijähriges Verbot für die Nutzung des Internets. Das Onlyfans-Model Sofya darf in diesem Zeitraum auch keine digitalen Geschäfte betreiben. Was sie hart trifft, da ihr gesamtes Einkommen von ihrer Online-Präsenz abhängt.
Ihr goldenes iPhone 16 Pro Max bleibt beschlagnahmt. Andere Gegenstände, wie Sexspielzeug und Accessoires, die als Beweismittel dienten, wurden ihr nach Angaben der «U.S. Sun» zurückgegeben.
Verstoss gegen «traditionelle Werte»
Sofya ist kein Einzelfall. Putin hat in Russland eine landesweite Offensive gegen die Pornobranche gestartet. Diese richtet sich gegen Inhalte, die angeblich gegen «traditionelle Werte» verstossen.
Auch andere junge Frauen sind in den Fokus des Kremls geraten. Diana Shurygina (27) sitzt derzeit in Untersuchungshaft und wartet auf ihren Prozess. Laut dem US-News-Portal geht es bei ihrem Fall um «intime Inhalte», die sie Abonnenten auf Onlyfans angeboten haben soll.
Anastasia Ovsyannikova (24), bekannt unter dem Künstlernamen Nastya Kholod, wurde ebenfalls festgenommen. Sie steht im Verdacht, illegal pornografische Materialien produziert und verbreitet zu haben.
Menschenrechtsorganisationen sowie Kritikerinnen und Kritiker sehen im Vorgehen Putins einen Versuch, die individuelle Freiheit im Internet einzuschränken.
















