Alabama-Teenies dürfen nur noch 2 Stunden auf Tiktok scrollen
Die Social-Media-Plattform will mit Geld und strengen Regeln einen US-Prozess wegen süchtig machender Inhalte verhindern.

Das Wichtigste in Kürze
- Tiktok zahlt bis zu 300 Millionen Dollar für den Vergleich.
- Alabama begrenzt Tiktoks Nutzung für Teenager auf zwei Stunden täglich.
- Der Vergleich könnte weitere US-Plattformen zu Zugeständnissen zwingen.
Nach Facebook-Konzern Meta hat sich auch Tiktok in einem US-Bundesstaat bereiterklärt, Nutzungszeiten für Teenager zu beschränken.
Damit reagiert die Kurzvideo-Plattform auf den wachsenden Druck der US-Behörden. Im Zentrum stehen Vorwürfe zum Schutz von Kindern und Jugendlichen.
Mit den Zusagen und einer Zahlung von bis zu 300 Millionen Dollar will die Kurzvideo-Plattform einem Prozess entgehen, der kommende Woche beginnen sollte. Die Einigung könnte Tiktok ein langwieriges Verfahren ersparen. Gleichzeitig muss das Unternehmen weitreichende Einschränkungen akzeptieren.
Macht Tiktok Kinder süchtig?
Dabei sollte es unter anderem um den Vorwurf gehen, dass Tiktok gezielt so gestaltet worden sei, dass es Kinder süchtig mache. Die Anschuldigung richtet sich damit direkt gegen das Design der Plattform. Besonders umstritten sind Funktionen, die junge Nutzer möglichst lange halten sollen.
Die Klage hätte kommende Woche vor Gericht verhandelt werden sollen. Nun versucht Tiktok, den Streit aussergerichtlich beizulegen. Die Zahlung und die Zusagen sollen dabei den entscheidenden Schritt ermöglichen.
Für die Plattform steht viel auf dem Spiel. Die US-Bundesstaaten gehen zunehmend gegen soziale Netzwerke vor. Im Fokus stehen dabei mögliche Folgen für die psychische Gesundheit junger Nutzer.
Alabama verschärft die Regeln
Zu den Einschränkungen gehört, dass für junge Nutzer in Alabama ein Zeitlimit von zwei Stunden pro Tag gelten solle, wie der Generalstaatsanwalt des Bundesstaates, Steve Marshall, mitteilte. Die Regel soll die tägliche Nutzung klar begrenzen. Alabama setzt damit auf eine feste Obergrenze.
Ausserdem wird der Zugang zwischen Mitternacht und 6 Uhr eingeschränkt – und zudem sollen Teenager keine kosmetischen Filter in ihren Videos nutzen dürfen. Die nächtliche Sperre soll die Nutzung zu später Stunde eindämmen. Auch die Filter stehen wegen ihres möglichen Einflusses auf das Selbstbild Jugendlicher in der Kritik.
Meta hatte im vergangenen Monat bei einer Einigung mit mehreren Bundesstaaten einer Zahlung von bis zu 18 Milliarden Dollar und vergleichbaren Beschränkungen zugestimmt.
Der Facebook-Konzern hat damit bereits einen deutlich grösseren finanziellen Rahmen akzeptiert. Auch dort ging es um den Umgang mit jungen Nutzern.
Der Facebook-Konzern hofft, dass sich auch Snapchat und die Videoplattform YouTube den Einschränkungen anschliessen. Damit könnten die Regeln auf weitere grosse Plattformen ausgeweitet werden. Für die Unternehmen steigt dadurch der Druck, eigene Schutzmassnahmen vorzulegen.
Die Debatte über soziale Netzwerke und Kinder dürfte damit weitergehen. Tiktok muss nun zeigen, wie die neuen Vorgaben umgesetzt werden. Zugleich bleibt offen, ob weitere US-Bundesstaaten ähnliche Vereinbarungen verlangen werden.












