Diese Hunderassen sind besonders eigenwillig

    Maike Lindberg
    Maike Lindberg

    Bern,

    Manche Vierbeiner folgen aufs Wort, andere interpretieren Kommandos eher als höfliche Vorschläge. Willkommen im Club von Dackel, Basset & Co!

    hunderassen stur
    Dackel mögen herzig aussehen, aber die kleinen Jäger haben es faustdick hinter den Ohren. - Depositphotos

    Du rufst «Sitz!», dein Hund wirft dir einen gelangweilten Blick zu und spaziert in die entgegengesetzte Richtung. Kommt dir bekannt vor?

    Dann gehört dein geliebter Vierbeiner vielleicht zu folgenden Hunderassen:

    Der Afghane: Schönheit mit Köpfchen

    Der Afghanische Windhund gilt als einer der am wenigsten gehorsamen Hunde überhaupt. Seine majestätische Erscheinung täuscht über seinen ausgeprägten Eigensinn hinweg.

    Ursprünglich für die eigenständige Jagd über weite Distanzen gezüchtet, mussten diese Hunde selbstständig denken statt auf Befehle zu warten. Heute zeigt sich das als Unabhängigkeit und Distanziertheit.

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    Afghanen sind aktive und intelligente Hunde – wer mit ihnen mithalten will, muss auf Zack sein. - Depositphotos

    Diese Hunde wählen schlicht, nicht auf Kommandos zu reagieren. Ihre Intelligenz steht dabei ausser Frage – sie setzen sie nur anders ein als erwünscht.

    Trotzdem sind Afghanen äusserst loyal und liebevoll zu ihren Bezugspersonen.

    Dackel: Klein, aber oho

    Der Dackel trägt seine Sturheit wie ein Ehrenabzeichen. Gezüchtet für die Jagd, sind diese kleinen Energiebündel extrem selbstständig und folgen selten blind Anweisungen.

    Ihre Unabhängigkeit ist jedoch kein Makel, sondern Resultat ihrer einstigen Aufgabe. Dackel mussten eigenständig in Fuchsbauten eindringen und Entscheidungen treffen, ohne menschliche Hilfe.

    Diese Eigenschaft macht sie heute zu willensstarken Begleitern. Wer einen Dackel besitzt, braucht Geduld und Humor – denn diese Hunde definieren Gehorsam nach ihren eigenen Regeln.

    Basset Hound: Die Nase bestimmt die Richtung

    Basset Hounds werden von ihrer Nase regiert und erfreuen sich einer der besten Spürfähigkeiten der Hundewelt. Das führt zu häufiger Ablenkung und Gleichgültigkeit gegenüber Befehlen.

    Ihr unabhängiger und etwas sturer Charakter macht Training zur Herausforderung. Diese gemütlich wirkenden Hunde marschieren buchstäblich nach dem Takt ihrer eigenen Trommel.

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    Auch wenn Bassets eher plump aussehen, so sind sie doch äusserst geschickte Jagdhunde mit einem grossen Drang zur Selbstständigkeit. - Depositphotos

    Was wie Ungehorsam aussieht, ist tatsächlich tief verwurzelter Jagdinstinkt. Mit konsequentem Training lernen sie durchaus, doch Schnelligkeit darf man nicht erwarten.

    Chow-Chow: Der flauschige Eigensinnige

    Chow-Chows gelten als distanziert, zurückhaltend und unabhängig – Eigenschaften, die oft mit Ungehorsam verwechselt werden. Ihre eigenwillige Natur und Intelligenz bedeuten, dass sie für sich selbst denken.

    Diese Rasse ist unglaublich stur und stellt gerne ihre eigenen Regeln auf. Chow-Chows wurden als Statussymbole für chinesische Adlige gezüchtet, nicht als gehorsame Arbeitshunde.

    Diese Tiere erwarten Respekt und brauchen Freiraum. Wer das akzeptiert und konsequent trainiert, gewinnt einen zwar immer noch eigenwilligen, aber verlässlichen und treuen Gefährten.

    Bulldogge: Gemächlich bis störrisch

    Die Bulldogge erledigt alles nach ihrem eigenen Zeitplan. Sie sieht einfach keinen Grund zur Eile, wenn ihr Besitzer etwas verlangt.

    Ihre gemütliche Art verbirgt Intelligenz und Lernbereitschaft. Bulldoggen gehören zu den gefährlichsten, ungehorsamsten und am schwersten trainierbaren Hunden – ein hartes Urteil, das ihre Sturheit betont.

    Tatsächlich brauchen sie klare Strukturen und positive Verstärkung. Ihre Loyalität und ihr Charme machen die Trainingsherausforderungen jedoch oft wett.

    Warum Eigensinn kein Makel ist

    Vermeintlicher Ungehorsam ist selten böse Absicht. Stur bedeutet nicht dumm – manche Rassen lernen einfach anders und profitieren von positiver Verstärkung, spielerischem Training und klarer Kommunikation.

    Viele dieser Hunde wurden für eigenständiges Arbeiten gezüchtet. Ihre Unabhängigkeit war erwünscht und überlebenswichtig.

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    Heute werden viele Hunderassen zweckentfremdet – das führt zu Frust bei Mensch und Tier. - Depositphotos

    Heute kollidiert diese Eigenschaft mit unseren Erwartungen an sofortigen Gehorsam. Studien zeigen: Die gehorsamsten Rassen verstehen neue Kommandos nach weniger als fünf Wiederholungen, während die eigensinnigsten 80 bis 100 Wiederholungen benötigen.

    Trainingstipps für störrische Vierbeiner

    Früh anfangen macht den Unterschied. Beginne das Training und die Sozialisation deines Vierbeiners in dessen Welpenalter – frühe Begegnungen mit Menschen, Tieren und Umgebungen verbessern seine Gehorsamkeit. Positive Verstärkung funktioniert besser als Bestrafung.

    Leckerlis, Lob und Spielzeug motivieren eigenwillige Rassen effektiver. Konsistenz ist entscheidend: Verwende dieselben Kommandos und Belohnungssysteme.

    Ausreichend Bewegung hilft enorm – ein müder Hund kooperiert besser. Scheue dich nicht, professionelle Hilfe zu suchen. Ein erfahrener Trainer kennt die Besonderheiten eigensinniger Rassen und findet individuelle Lösungen.

    Kommentare

    User #2879 (nicht angemeldet)

    habe einen deutschen jagtterrier, total stur und es braucht durchsetzungsvermögen. einer der schäfsten jagthunde.

    User #5989 (nicht angemeldet)

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