Was passiert, wenn ich den letzten Teil des Fluges verfallen lasse?
Ein Swiss-Flug via Zürich nach Wien ist günstiger als der Direktflug. Doch darf man einfach in Zürich aussteigen? Travelnews klärt auf.

Das Szenario ist verlockend: Ein Leser plant eine Reise von Malaga nach Zürich. Bei der Suche stellt er fest: Ein Swiss-Ticket von Malaga über Zürich nach Wien ist fast 100 Franken günstiger als der reine Direktflug nach Zürich.
Sein Plan: Das günstigere Ticket nach Wien buchen, in Zürich nur mit Handgepäck aussteigen und den Flug nach Wien nicht mehr antreten. Doch ist dieses sogenannte Hidden-City-Ticketing problemlos möglich – oder droht Nachzahlungs-Ärger?
Travelnews hat bei der Swiss nachgefragt. «Wir verstehen, dass es auf den ersten Blick überraschend ist, wenn ein Umsteigeflug günstiger ist als ein Direktflug.» Das erklärt Anja Beeler, Head of Media Relations a.i. bei Swiss.

«Unsere Preise richten sich jedoch nicht nur nach der Streckenlänge, sondern nach Angebot, Nachfrage und der Wettbewerbssituation im jeweiligen Markt.» Wer den Weiterflug bewusst nicht antritt, verstösst gegen die Beförderungsbestimmungen der Airline (Artikel 3.3 'Reihenfolge und Verwendung der Flugcoupons').
«Der Preis gilt für die gesamte gebuchte Strecke bis Wien. Eine bewusste Abweichung entspricht nicht unseren Bestimmungen», so Beeler.
Welche Konsequenzen drohen?
Tritt ein Passagier einen gebuchten Teilflug nicht an, registriert das System dies als «No-Show». Die Swiss behält sich in solchen Fällen das Recht vor: Den Ticketpreis für die tatsächlich geflogene Strecke (Malaga–Zürich) nachträglich neu zu berechnen und die Differenz einzufordern.
Zudem akzeptieren Kundinnen und Kunden diese Bedingungen verbindlich beim Buchungsabschluss. «Mit diesen Regeln schützen wir unser Tarifsystem vor einer bewussten Umgehung», betont Beeler.
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Die Airline empfiehlt daher dringend, stets nur die Strecke zu buchen, die man auch tatsächlich fliegen möchte.
Skiplagging: Das müssen Sie wissen
Das Aussteigen am Umsteigeort zur Ersparnis nennt sich Skiplagging oder Hidden-City-Ticketing. Wer diesen Trick nutzt, sollte folgende Risiken kennen:
- Aufgabegepäck wird bis zum gebuchten Endziel (im Beispiel Wien) durchgecheckt und kann beim Zwischenstopp meist nicht abgeholt werden.
- Wer den Hinflug oder einen Teil davon verfallen lässt, riskiert, dass die Airline alle weiteren Flüge auf demselben Ticket (z. B. den Rückflug) ersatzlos storniert.
- Bei wiederholtem Skiplagging drohen die Sperrung des Miles-&-More-Kontos oder der Verlust gesammelter Meilen.
- Wichtig bei Umsteigeverbindungen: Ändert die Airline wegen Verspätung oder Ausfall die Route (z. B. Umbuchung von Malaga direkt nach Wien statt über Zürich), erreicht man seinen gewünschten Zwischenstopp gar nicht erst.
Hinweis: Dieser Artikel wurde zuerst auf «Travelnews.ch» publiziert.








