Wann darf ich im Flugzeug den Rufknopf drücken?
Ist der Rufknopf im Flugzeug nur für Notfälle gedacht oder darf man damit auch ein Getränk bestellen? Viele Passagiere sind unsicher. Travelnews klärt auf.

Passagiere, die im Flugzeug den Rufknopf drücken, ziehen sofort die Aufmerksamkeit der Kabinen-Crew auf sich. Aber: In welchen Fällen ist das wirklich angebracht, und wann wäre etwas Geduld die bessere Wahl?
Tatsächlich gibt es keine starren Regeln. Entscheidend ist, das richtige Mass zu finden.
Viele Fluggäste scheuen sich konsequent, den Rufknopf zu bedienen. Aus Angst, die Flight Attendants zu stören, verzichten sie selbst dann darauf, wenn sie Hilfe benötigen. Dabei ist der Knopf genau für diesen Zweck vorgesehen.
«Der Rufknopf ist grundsätzlich dafür da, dass Passagiere mit der Kabinenbesatzung Kontakt aufnehmen können.» Das sagt Steve Broghammer, Kommunikationschef der Kabinenpersonal-Gewerkschaft Kapers, gegenüber Travelnews.
Gerade bei gesundheitlichen Problemen, Unsicherheiten oder wenn Unterstützung benötigt wird, solle man nicht zögern, ihn zu benutzen.

Doch nicht nur medizinische Anliegen sind ein legitimer Grund. Auch der Wunsch nach einem Getränk, einer Decke oder anderer Unterstützung ist laut Broghammer völlig in Ordnung.
Er erklärt: «Neben ihrer primären Verantwortung für die Sicherheit an Bord gehören auch die Betreuung und der Service für die Fluggäste zu den Aufgaben der Flight Attendants.»
Nicht jede Kleinigkeit braucht einen Knopfdruck
Trotzdem muss nicht jedes Anliegen sofort per Rufknopf gemeldet werden. Kann der Wunsch noch einige Minuten warten, empfiehlt Broghammer, den nächsten Kabinendurchgang abzuwarten oder die Crew direkt anzusprechen.
«Etwas Geduld oder Eigeninitiative bei nicht dringenden Anliegen erleichtert der Crew, ihre Arbeitsabläufe effizient zu gestalten – und kommt letztlich allen Fluggästen zugute.»
Ist das Anschnallzeichen ausgeschaltet, dürfen Passagiere auch selbst kurz in die Bordküche gehen. Auf vielen Flügen stehen dort während bestimmter Flugphasen Getränke oder kleine Snacks zur Selbstbedienung bereit.
Es gibt aber auch Situationen, in denen Aufstehen keine gute Lösung ist. Wer beispielsweise am Fenster sitzt und dafür zwei schlafende Mitreisende wecken müsste, darf den Rufknopf laut Broghammer ohne schlechtes Gewissen benutzen.
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Ein weiteres Missverständnis betrifft die Reaktionszeit. Nur weil der Rufknopf gedrückt wurde, kann die Kabinenbesatzung nicht immer innerhalb weniger Sekunden am Sitz sein.
«Natürlich versuchen die Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter, so schnell wie möglich zu reagieren. Je nach Situation kann es jedoch einen kurzen Moment dauern», erklärt Broghammer.
Sicherheitsrelevante Aufgaben hätten stets Vorrang. Auch während Start und Landung oder bei Turbulenzen dürfe die Crew ihren Sitzplatz oft gar nicht verlassen.
Sein Fazit: «Der Rufknopf ist kein Tabu – im Gegenteil: Er ist ausdrücklich dafür da, mit der Kabinenbesatzung Kontakt aufzunehmen.» Gleichzeitig wünscht sich die Crew von den Passagieren eine gute Portion gesunden Menschenverstand.
Hinweis: Dieser Artikel wurde zuerst auf «Travelnews.ch» publiziert.
Wer den Rufknopf mit Augenmass einsetzt, erleichtert den Flight Attendants die Arbeit und trägt dazu bei, dass der Flug für alle möglichst angenehm verläuft.








