Gesundheit Aargau: Bindehautentzündung – ansteckend oder allergisch?
Gerötete Augen im Frühling sind häufig. Doch steckt eine Ansteckung dahinter oder eine Allergie? Der Unterschied ist entscheidend für die Behandlung und den Alltag.

Das Wichtigste in Kürze
- Im Frühling treten häufig Bindehautentzündungen durch Pollen oder Infektionen auf.
- Ansteckend sind nur infektiöse Formen, allergische Beschwerden sind nicht übertragbar.
Sobald die Temperaturen steigen, beginnt für Allergiefans eine harte Zeit. Wenn die Augen brennen, jucken oder unaufhörlich tränen, schieben wir das oft schnell auf den Heuschnupfen.
Hinter den Symptomen kann sich aber auch eine ansteckende Entzündung verbergen. Wer falsch handelt, verschleppt nicht nur die Symptome, sondern gefährdet unter Umständen auch sein direktes Umfeld.
Wenn sich Symptome gleichen
Eine Bindehautentzündung, medizinisch Konjunktivitis genannt, ist am Anfang oft schwer einzuordnen. Die Beschwerden können ähnlich wirken. Wichtig ist vor allem der Unterschied zwischen einer ansteckenden Entzündung durch Viren oder Bakterien und einer allergischen Reaktion.
Die Allergie ist eine Überreaktion des Immunsystems auf Pollen. Bei der Infektion handelt es sich um einen Angriff durch Krankheitserreger.

Eine infektiöse Entzündung startet oft nur auf einer Seite des Auges. Typisch ist ein klebriges, gelbliches Sekret, das die Lider besonders morgens regelrecht versiegelt. Es besteht eine hohe Ansteckungsgefahr.
Bei einer allergischen Entzündung tritt fast immer beidseitig auf. Der Juckreiz ist meist extrem intensiv, begleitet von wässrigem Tränenfluss und oft zusätzlichen Symptomen wie Niesreiz.
Gesundheit Aargau: Die Pollensaison in der Schweiz wird intensiver
Die Daten von «MeteoSchweiz» zeigen eine deutliche Tendenz: Die Pollensaison beginnt nicht nur früher, oft schon im Februar mit Hasel und Erle, Sie wird durch klimatische Veränderungen auch hartnäckiger.

Die Birke blüht meist im April und macht vielen Allergikern zu schaffen. In dieser Zeit suchen deutlich mehr Betroffene wegen Beschwerden eine Praxis auf. Für sie bedeutet das oft mehrere Wochen mit gereizten Augen, laufender Nase und einem stark belasteten Immunsystem.
Ansteckung im Alltag
Ist die Bindehautentzündung durch Viren verursacht, wird sie schnell zum Problem im Alltag. Die Erreger sind sehr widerstandsfähig und verbreiten sich leicht über Berührungen. Schon ein gemeinsames Handtuch, geteiltes Make-up oder ein Türgriff im Büro kann zur Ansteckung führen.

Wenn Ihre Augen kleben, ist strikte Hygiene das A und O. Waschen Sie sich regelmässig die Hände und meiden Sie den direkten Kontakt mit den Augenpartien. Sonst kann es passieren, dass Sie sich und andere immer wieder anstecken.
Warum der Gang zum Experten unverzichtbar ist
Es mag verlockend sein, direkt zu rezeptfreien Tropfen zu greifen. Doch eine Studie der Universität Zürich 2024 unterstreicht, wie wichtig eine Abklärung beim Arzt ist. Also bitte nicht sofort zu den Tropfen greifen!

Eine falsche Behandlung, etwa antibiotische Tropfen bei einer viralen Infektion oder einer reinen Allergie, ist nicht nur wirkungslos. Es kann die empfindliche Augenoberfläche zusätzlich reizen.
Moderne Therapieansätze und Selbsthilfe
Richtig diagnostiziert lassen sich die Beschwerden meist schnell lindern. Bei Allergien sorgen Antihistaminika und kühlende Kompressen oft für Erleichterung. Bei Infektionen stehen die Linderung der Symptome im Vordergrund.

Ein Rat für Kontaktlinsenträger: Steigen Sie bei den ersten Anzeichen sofort auf die Brille um. Kontaktlinsen wirken wie ein Reservoir für Keime und Pollen, was den Heilungsprozess stark verzögert.
Unterschätzen Sie gerötete Augen nicht als Begleiterscheinung des Frühlings. Durch eine frühzeitige Abklärung schützen Sie nicht nur Ihre eigene Sehkraft, sondern verhindern auch die Ausbreitung von Infektionen in Ihrem Umfeld.








