Vorsorge

    Vorsorge in der Schweiz: Das Drei-Säulen-Modell

    Marcel Winter
    Marcel Winter

    Bern,

    Die Vorsorge beruht in der Schweiz auf drei Säulen. Sie soll für ein Auskommen nach Erreichen der Pensionierung oder im Falle einer Invalidität sorgen.

    Das Wichtigste in Kürze

    • Das Drei-Säulen-System wurde 1972 in der Bundesverfassung verankert.
    • Es setzt sich aus AHV, BVG und Privatvorsorge zusammen.

    Auch wenn es schwerfällt: Jeder Schweizer und jede Schweizerin muss sich früher oder später mit der Zeit nach der Pensionierung befassen. Nur wer alle drei Säulen richtig miteinander kombiniert, kann sich über ein auskömmliches Einkommen im Alter freuen. Dazu kommt die Absicherung im Falle einer Invalidität und die Absicherung der Familie im Todesfall.

    Die erste Säule der Vorsorge: Die staatliche AHV

    Alle in der Schweiz wohnenden und arbeitenden Menschen sind in der staatlichen Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung versichert. Im Alltagsgebrauch wird sie meist zur AHV abgekürzt.

    Die AHV umfasst Basisleistungen, die die grundlegende Existenz sichern soll. Berufstätige zahlen ab dem Alter von 18 Jahren in die AHV ein.

    Die Beiträge werden zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer aufgeteilt und betragen je 5,3 Prozent. Diese Anteile werden vom Lohn einbehalten.

    AHV
    Die AHV bietet jedem Bürger eine sichere Alters-, Hinterbliebenen- und Invalidenabsicherung. - Depositphotos

    Nichterwerbstätige zahlen einen Mindestbeitrag, der aktuell (Stand 2024) laut dem Bund bei 514 Franken pro Jahr liegt. Zu dieser Gruppe zählen unter anderem Studierende, Frühpensionierte und Elternteile, die sich ganz der Kindererziehung widmen. Bei vorhandenem Vermögen kann der Beitrag auch wesentlich höher ausfallen.

    Würden Sie eine weitere Erhöhung des Rentenalters akzeptieren?

    Die zweite Säule: Die berufliche Vorsorge (BVG)

    Für alle Arbeitnehmenden in der Schweiz kommt als zweite Säule die berufliche Vorsorge hinzu, besser bekannt als Pensionskasse. Auch diese Beiträge werden direkt vom Lohn abgezogen. Der Arbeitgeber zahlt noch einmal genauso viel.

    Die Auszahlungen setzen sich aus den gesetzlich vorgegebenen Minimalleistungen und den freiwillig überobligatorischen Leistungen zusammen. Hier lohnt es sich also, vor Vertragsabschluss Informationen zu sammeln.

    Vorsorge
    Die berufliche Vorsorge, auch als Pensionskasse (BVG) bekannt, ist die zweite Säule der Altersversorgung. - depositphotos

    Angedacht ist eigentlich, dass die erste und zweite Säule der Vorsorge etwa 60 Prozent des früheren Einkommens ergeben. So soll ein gewisser Standard gesichert werden. Allerdings ist dies häufig tatsächlich nicht so.

    Die dritte Säule der Vorsorge: Die private Vorsorge

    Darum wird die dritte Säule immer bedeutender: die freiwillige private Vorsorge. Sie soll dafür sorgen, dass der gewohnte Lebensstandard nach der Pensionierung gehalten werden kann.

    Unterschieden wird zwischen zwei Varianten: Die erste (3a) ist die gebundene Vorsorge, die durch Mittel des Bundes gefördert wird. Die Beiträge können steuerlich abgesetzt werden. Der Maximalbeitrag liegt für Erwerbstätige mit Pensionskasse bei 7056 Franken pro Jahr.

    Vorsorge
    Die private Vorsorge eröffnet Schweizer Einwohnern die Möglichkeit, für ihre Altersvorsorge zusätzliches Kapital anzusparen. - Depositphotos

    Hintergedanke ist hier, dass das angesparte Geld langfristig gebunden wird. Dazu kommen Vorsorgevereinbarungen mit einer Bankstiftung oder einer Versicherungsgesellschaft in der Schweiz infrage.

    Die zweite Variante (3b) ist die freie Vorsorge ohne Vertragslaufzeit. Hier gibt es keinerlei Einschränkungen und keine langfristigen Vereinbarungen. Dafür können die Beiträge nicht steuerlich abgesetzt werden.

    Passende Vorsorgelösungen für jeden Bedarf

    Während die ersten beiden Säulen der Vorsorge kaum Flexibilität zulassen, bietet die dritte Säule zahlreiche Optionen. In beiden Varianten der dritten Säule ist auch die Zahlung kleiner Beiträge (zum Beispiel bei Teilzeitarbeit) sinnvoll.

    Vorsorge
    Wichtig ist, dass Sie sich immer etwas Geld beiseite legen, um im Alter später eine gute Vorsorge zu haben. - Depositphotos

    So können Vorsorgelücken in der Pension vermieden werden. Auch für Selbstständige ohne Pensionskasse und Nichterwerbstätige spielt sie eine wichtige Rolle.

    Kommentare

    User #3080 (nicht angemeldet)

    Jede Pensionskasse macht mächtige Gewinne, die leider NICHT den Bezügern weitergegeben werden. Einmal die Rente erhalten, bleibt sie bis zum Lebensende gleich. Keine Teuerungszuschlage, nichts! Während die Pensionskassen jedes Jahr GROSS mit Aktiengewinnen Kasse machen!! Das ist ungerecht...

    User #1086 (nicht angemeldet)

    In der Schweiz sollten die Pensionskassen aufgelöst werden und das volle Kapital in die AHV fliessen. Viel kleiner wäre der Aufwand! Ausser einigen Unternehmer, wo selbst eine PK betreiben und das Geld zum Teil im Betrieb liegt, sind die Anderen nur Nutzniesser. Ich mag allen gönnen, wo in den jungen Jahren in die 3 Säule zahlen können. Nur auch diese betreiben die Versicherungen und Banken, wer ist der Gewinner?

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