Sellerie: Renaissance einer alten Wunderknolle

    Nau Lifestyle
    Nau Lifestyle

    Bern,

    Lange Zeit wurde Sellerie als Suppengemüse vernachlässigt. Nun wird seine schon im Mittelalter bekannte Heilkraft neu entdeckt.

    Sellerie
    Sellerie als Saft oder in einer Suppe hält gesund. - Depositphotos

    Das Wichtigste in Kürze

    • Sellerie wurde schon im Mittelalter als Heilpflanze verwendet.
    • Er ist reicht an Nährstoffen und Flavonoiden.
    • Sellerie-Saft gilt als Jungbrunnen.

    Apium graveolens ist der offizielle botanische Name des echten Selleries. Aus dem ursprünglichen Sumpfsellerie gingen die drei heute bekannten Sorten Knollensellerie, Staudensellerie und Schnittsellerie hervor. Kultiviert wurde die Pflanze schon während der Antike. Ihr heutiger Name leitet sich von der Stadt Selinunt auf der damals zu Griechenland gehörenden Insel Sizilien ab. Aus dem griechischen Selinon wurde im Mittelalter das französische Celeri und schliesslich das deutsche Sellerie.

    Im Mittelalter war der Sellerie in jedem europäischen Klostergarten zu finden. Er galt als besonders effektiv bei der damals weit verbreiteten Gicht und linderte rheumatische Beschwerden. Die chinesische traditionelle Medizin kennt den Selleriesaft als Mittel gegen Bluthochdruck. Den alten Römern wird nachgesagt, dass sie nach ihren wüsten Gelagen Selleriekränze um den Kopf legten, die den Brummschädel kurieren sollten.

    Vergessen und wiederentdeckt

    Im Laufe der Zeit gerieten die gesundheitlichen Vorteile der Selleriepflanze in Vergessenheit. Sie wurde nur noch als Gemüsepflanze verwendet und ist in Form des Knollenselleries fester Bestand des Suppengrüns. Feine Selleriewürfel finden Verwendung als Teil von Kartoffel- und Teigwarensalaten.

    Staudensellerie
    Staudensellerie. - Depositphotos

    Mit dem Beginn des 21. Jahrhunderts und dem steigenden Interesse an gesunder Ernährung wurde der Sellerie allmählich wieder entdeckt. Genau wie die Karotte wird der Staudensellerie gerne zu aromatischen dünnen Schnitzen geschnitten und mit cremigen Dips gegessen. Heute ist er als vielfältig verwendbares knackiges Gemüse begehrt und wird auch zu Selleriesaft verarbeitet.

    Vitaminbombe mit herbem Geschmack

    Sellerie ist reich an den Vitaminen A, B1, B2, B6, C und E und enthält zahlreiche Mineralstoffe. Der extrem hohe Kaliumgehalt von 344 mg auf 100 Gramm sorgt für die harntreibende Wirkung, die schon Hippokrates bekannt war. Dazu enthält die Knolle viele wertvolle Antioxidantien und Polyphenole (sekundäre Pflanzenstoffe).

    Von besonders grossem Interesse ist der Pflanzenfarbstoff Apigenin, der seine Wirkung im Kampf gegen Krebszellen bewiesen hat. Apigenin blockiert das Wachstum der Krebszellen und verhindert die Bildung von Metastasen. Studien haben gezeigt, dass der Konsum von Sellerie Frauen vor Brustkrebs schützen kann, wenn sie in den Wechseljahren eine Hormonersatztherapie durchführen. Dabei gilt jedoch wie für alle angeblichen Krebswundermittel: Sellerie kann höchstens unterstützend wirken, ersetzt jedoch keine schulmedizinische Therapie.

    Selleriesaft als Detox-Mittel

    Die vielen antioxidativen Inhaltsstoffe der Pflanze bieten viele weitere Vorteile. So schützen sie den Magen, verhindern Magengeschwüre und spülen den Harntrakt ordentlich durch. Niere und Blase werden besser durchblutet und Giftstoffe aus dem Körper geschwemmt. Dies macht Selleriesaft zu einem beliebten Bestandteil von Entgiftungs- und Detox-Kuren. Nicht zuletzt kann der regelmässige Konsum einen hohen Blutdruck senken.

    Smoothie
    Sellerie ist eine beliebte Zutat in Green Smothies. - Unsplash

    Als ob dies noch nicht genug ist, kann Sellerie angeblich noch mehr: Als Aphrodisiakum soll es den Mann auf Trab bringen. Dies liegt daran, dass beim Knabbern bestimmte Gerüche freigesetzt werden, die an Pheronome erinnern. Diese Lockstoffe sollen Frauen anziehen. Wird der Mann als anziehender empfunden, fühlt er sich auch selbst so. Aber Vorsicht: Der Effekt stellt sich nur bei roh geknabberter Sellerie ein. Beim Kochen gehen die nötigen Moleküle verloren.

    Selleriesaft selbst herstellen

    Staudensellerie lässt sich roh zum Dip knabbern, oder gewürfelt und geraspelt in einem Salat verwenden. Knollensellerie wird als Gemüse gebraten oder gedünstet. Vegetarier und Veganer nutzen die Sellerieknolle gerne als fleischloses Schnitzel und Kalorienbewusste machen täuschend echte Pommes Frites daraus.

    Am einfachsten ist es jedoch Selleriesaft zu trinken – pur oder als Bestandteil eines Smoothies. Mit süssen Zutaten wie Fruchtsäften lässt sich der herbe Geschmack gut abmildern. Haben Sie keinen Entsafter, der die Arbeit übernimmt, pürieren Sie Staudensellerie mit einem Mixer oder Pürierstab. Anschliessend wird der Püree durch ein Sieb und Filtertuch abgeseiht – fertig ist der Saft!

    Kommentare

    Weiterlesen

    Fruchtsaft
    3 Interaktionen
    Bester Fruchtsaft
    erkältung
    16 Interaktionen
    Gesundheit
    Die Açaí-Beere.
    8 Interaktionen
    Aus Brasilien

    MEHR AUS STADT BERN

    Mathias Zopfi Reto Nause
    9 Interaktionen
    «Politmarketing»
    SC Bern
    1 Interaktionen
    Verletzt
    YB
    18 Interaktionen
    YB-Legende
    Hornissen Balkon Bern
    50 Interaktionen
    Berner Leser staunt