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    Patrick Hässig: «Notfallbehandlung in Tansania kostet 2.50 Franken»

    Patrick Hässig
    Patrick Hässig

    Basel,

    Seit über 60 Jahren engagiert sich die Schweiz in Tansania. GLP-Nationalrat und Nau.ch-Kolumnist Patrick Hässig war vor Ort.

    Patrick Hässig SRG
    GLP-Nationalrat arbeitet neben seinem politischen Amt in einem Teilzeitpensum als Dipl. Pflegefachmann auf dem Kindernotfall eines Zürcher Akutspitals. - zVg

    Das Wichtigste in Kürze

    • GLP-Nationalrat Patrick Hässig schreibt auf Nau.ch regelmässig Kolumnen.
    • Heute schreibt er nach seinem Besuch über das Gesundheitssystem in Tansania.
    • Das Universitätsspital Basel liefert voll funktionsfähige medizinische Geräte dorthin.
    • Tansania liegt in Ostafrika und ist bekannt für Serengeti, Kilimandscharo und Sansibar.

    2.50 Franken. So viel kostet in Tansania eine Notfallbehandlung. Und trotzdem können viele sie nicht bezahlen. Was wie eine Schlagzeile klingt, ist im ostafrikanischen Tansania Realität. Das ist nur neun Flugstunden von der Schweiz entfernt.

    Vorletzte Woche war ich mit einer Delegation (auch mit Kolleginnen und Kollegen aus dem Schweizer Parlament) dort vor Ort. Eine Reise, die wir vollständig selbst finanziert haben.

    Unser Ziel: Hinschauen, verstehen und einordnen. Nicht aus der Distanz, sondern mitten im Geschehen. Wir besuchten dabei Gesundheitszentren, Spitäler und Forschungsinstitutionen.

    Patrick Hässig
    Patrick Hässig bei seinem Besuch in Tansania auf der Schweizer Botschaft. - zvg/Patrick Hässig

    Malaria, HIV, Tuberkulose und Denguefieber

    Beispielsweise das «Ifakara Health Institute», welches 1957 vom damaligen Schweizerischen Tropeninstitut gegründet wurde. Im Fokus stehen die grossen Herausforderungen: Malaria, HIV/Aids, Tuberkulose oder das Denguefieber.

    Doch Zahlen und Strategien allein erzählen nicht die ganze Geschichte. Die beginnt oft in Wellblechhütten. Bei Menschen, die stundenlang – manchmal tagelang – auf medizinische Hilfe warten.

    Eine Notfallbehandlung in Tansania kostet wie erwähnt 2.50 Franken. Es gibt Familien, die zusammenlegen müssen, um eine solche Behandlung überhaupt möglich zu machen. Das zeigt mir, wie fragil Gesundheit sein kann, wenn der Zugang dazu fehlt.

    Blick in ein Spitalzimmer in Tansania.
    Blick in ein Spitalzimmer in Tansania. - zvg/Patrick Hässig

    Zusammenarbeit mit Universitätsspital Basel

    Und dann ist da die andere Seite. Eine, die durchaus Hoffnung macht: Seit über 60 Jahren engagiert sich die Schweiz in Tansania. Besonders beeindruckt hat mich die Zusammenarbeit mit dem Universitäts-spital Basel.

    Dort werden seit Jahren gebrauchte, aber voll funktionsfähige medizinische Geräte nach Tansania weitergegeben. Es handelt sich um Geräte, die hier oft ersetzt, dort aber dringend gebraucht werden.

    Lebensrettende Massnahmen

    Doch es geht um mehr als Material: Ärztinnen, Ärzte und Pflegepersonal aus Basel stehen ihren Kolleginnen und Kollegen in Tansania regelmässig per Video-Telefonie zur Seite.

    Sie beraten, beantworten Fragen, unterstützen bei schwierigen Fällen – unkompliziert, direkt und ohne grosse Hürden.

    Diese Form der Zusammenarbeit ist niederschwellig, effizient und im wahrsten Sinne des Wortes lebensrettend.

    Patrick Hässig in Tansania
    Patrick Hässig war mit mit einer Delegation in Tansania (direkt neben ihm Ständerätin Flavia Wasserfallen – und Nationalrätin Regine Sauter). Die Reise wurde privat bezahlt. - zvg/Patrick Hässig

    Schweizer Engagement wirkt

    Mein Fazit dieser Reise ist klar: Dieses Schweizer Engagement wirkt!

    Die eingesetzten Gelder oder Warenlieferungen kommen an. Sie entfalten eine direkte Wirkung vor Ort – und darüber hinaus. Denn: Krankheiten wie Malaria, HIV oder Tuberkulose kennen keine Grenzen.

    Spendest du für humanitäre Hilfe?

    Es bleibt die Erkenntnis, die sich nicht wegdiskutieren lässt: Wir leben in der Schweiz im Honigtopf der Welt.

    Zur Person

    Patrick Hässig (47) sitzt seit 2023 für die GLP im Nationalrat. Er ist Mitglied der Kommission für Soziale Sicherheit und Gesundheit (SGK) des Nationalrates. Er ist wohnhaft in der Stadt Zürich und arbeitet als diplomierter Pflegefachmann HF auf einem Kindernotfall. Für Nau.ch schreibt er regelmässig Kolumnen.

    Diese Realität wird einem bewusst, wenn man sieht, unter welchen Bedingungen andere Menschen im Jahr 2026 leben.

    Gerade deshalb ist es wichtig zu wissen, wohin unsere Entwicklungsgelder fliessen. Und was sie bewirken. Nicht als abstrakte Hilfe, sondern als konkrete Unterstützung, die Leben rettet. Und die traditionelle humanitäre Hilfe der Schweiz unterstreicht.

    Patrick Hässig
    GLP-Nationalrat Patrick Hässig. - keystone

    Kommentare

    User #2796 (nicht angemeldet)

    Ich spende für DKT International auch in Tansania tätig.Herr Hässig bringen sie mal BR Cassis auf die richtige Spur bei Entwicklungshilfe (Familienplanung).

    User #4181 (nicht angemeldet)

    Seit 60 Jahren mischt sich die Schweiz ein und es wurde nur schlimmer?

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