Überall locken in der Weihnachtszeit süsse Versuchungen. Wie schafft man es da, sein Gewicht zu halten? Dr. Alexa Iwan gibt im Interview Tipps.
Weihnachtsessen
Über Weihnachten wird gerne ausgiebig geschlemmt. - Unsplash

Das Wichtigste in Kürze

  • Über die Feiertage essen die meisten Menschen zu viel.
  • Wer zu viel gegessen hat, kann das durch mehr Bewegung ausgleichen.
  • Viel Gemüse und wenig Kohlenhydrate im Weihnachtsmenü reduziert die Kalorienaufnahme.

Die Adventszeit lockt wieder mit vielen feinen Spezialitäten. Doch Glühwein, Guetzli und Co. setzen sich schnell auf den Hüften ab.

Wie schafft man es trotzdem, sein Gewicht zu halten? Ernährungswissenschaftlerin und TV-Moderatorin Dr. Alexa Iwan klärt im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news auf.

Blonde Frau
Dr. Alexa Iwan ist Ernahrungswissenschaftlerin und TV-Moderatorin. - spot on

Die Expertin hat bereits mehrere Bücher auf den Markt gebracht, wie «Jede Frau kann schlanker werden, Das Anti-Diät-Buch» oder zuletzt «Ernährung für Golfer: Clever essen für ein besseres Handicap».

Der Druck, über die Weihnachtszeit nicht zuzunehmen, ist bei vielen Jahr für Jahr gross. Müssen wir uns wirklich alles verbieten?

Dr. Iwan: Grundsätzlich gilt: Man wird nicht zwischen Weihnachten und Silvester dick, sondern zwischen Silvester und Weihnachten.

Und ebenfalls grundsätzlich gilt: Man wird nur dick, wenn man deutlich mehr Energie (Kalorien) aufnimmt, als man verbraucht.

Deshalb: Nein, wir müssen uns natürlich nicht alles verbieten. Wir sollten nur für Ausgleich sorgen.

Wer in der Weihnachtszeit mehr essen möchte als an anderen Tagen, ohne zuzunehmen, der muss seinen Verbrauch erhöhen.

Heisst: mehr bewegen! Joggen, Nordic Walking, Radfahren, Schwimmen usw.

Wie können wir in der Weihnachtszeit noch unser Gewicht halten?

Dr. Iwan: Halten Sie sich an die Hauptmahlzeiten und vermeiden Sie ständiges Naschen zwischendurch. Letzteres ist DER Dickmacher schlechthin.

Wenn schon Guetzli, dann als Nachtisch und nicht andauernd zwischen den Mahlzeiten. Auf diese Weise hat der Körper eine Chance, seinen Zucker- und Insulinspiegel zwischendurch wieder auf Normalniveau zu senken.

Ansonsten ist das auch ein bisschen Typ-Sache. Man kann zum Beispiel mit gesundem Menschenverstand an die Sache herangehen und sich sagen: Wir leben in einer Überflussgesellschaft, ich kann das alles jederzeit wieder haben, ich muss nicht alles heute und auf einmal essen.

Oder man setzt sich selbst Limits: einmal Nachschlag und nicht mehr.

Weihnachtsessen
Das Weihnachtsessen verführt dazu, viel mehr zu essen als nötig. - Unsplash

Eine weitere Möglichkeit: kohlenhydratreiche Nahrungsmittel (Kartoffeln, Teigwaren, Weissbrot) meiden, denn von Fleisch und Fisch kann man nicht so viel essen.

Fischgerichte sind in der Regel kalorienärmer und auch leichter verdaulich als Fleischgerichte. Die Saucen dazu sind auch in der Regel nicht fettig.

Gut beraten ist auch, wer zu Beginn der Mahlzeit einen Salat und das Gemüse isst.

Auf diese Weise wird ein Teil des Magens mit kalorienärmeren Lebensmitteln gefüllt und es passt nicht mehr ganz so viel Gänsebraten hinein.

Wie können wir Magen und Verdauung unterstützen?

Dr. Iwan: Unbedingt bei all der Weihnachtsschlemmerei das Gemüse nicht vergessen! Gemüse ist unser bester Verbündeter: fürs Gewicht und für die Verdauung.

Gemüse
Sorgen Sie für genügend Gemüse im Weihnachtsmenü. - Unsplash

Denn mit Gemüse «verdünnt» man quasi sein Essen kalorisch und gleichzeitig sorgen die enthaltenen Ballaststoffe für eine frühe Sättigung und geregelte Verdauung.

Deshalb: Betrachten Sie Broccoli, Karotten, Rosenkohl, Rotkohl & Co. bitte nicht nur als hübsche farbige Beilage, die den Teller aufpeppt, sondern essen Sie die Veggies auch!

Und wenn wir doch mal über die Stränge geschlagen haben. Wie können wir unsere Kaloriensünden ausgleichen?

Dr. Iwan: Da hilft (leider) nur Sport und Bewegung bzw. am nächsten Tag weniger essen. Allerdings wird von einem einzigen Mal über die Stränge schlagen niemand sofort dick.

Das muss schon häufiger passieren, damit es eine Auswirkung auf der Waage hat. Aber, wie Oma immer schon sagte: Wehret den Anfängen!

Wichtig ist mir, dass es ein Bewusstsein für das eigene Tun gibt. Denn die meisten Menschen, die bewusst zu viel gegessen haben, suchen am nächsten Tag den Ausgleich.

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