UAZ Hunter: Einfacher geht's nicht
Man möchte es kaum glauben, aber: Dies ist kein Oldtimer, sondern wirklich ein aktueller Neuwagen aus russischer Produktion. Mehr zum UAZ Hunter hier!

Abenteurer und Jäger lieben ihn. Andere sehen in diesem Offroader nicht mehr als überkommene Technik, die den Eisernen Vorhang auf wundersame Weise überlebt hat.
Wir werfen einen Blick auf einen der ungewöhnlichsten Neuwagen, die es weltweit zu kaufen gibt ...
Ursprung und Geschichte: Vom Militär auf die Strassen
Der Uaz Hunter entstand 2003 und ist der legitime Nachfolger des legendären Sowjet-Militärfahzeugs UAZ 469. Der Wagen zielt seit jeher auf raues Gelände ab und verfügt unter anderem über eine extrem verstärkte Rahmenkonstruktion, um das Fahrzeug vor Schäden zu schützen.

Seit 2019 rollt eine aktualisierte Version vom Band. Allzu modern wird es dennoch nicht, denn ausser ABS sucht man moderne elektronische Unterstützer vergeblich. Die Standardmodelle verfügen noch nicht einmal über eine Klimaanlage.
Die Wartung bleibt dank der spartanischen Technik maximal einfach. Scherzhaft behaupten Kenner, dass zur Reparatur des Wagens nie mehr als ein grosser Hammer erforderlich sei.
Technische Spezifikationen: Unzerstörbare Verlässlichkeit
Ein 2.7-Liter-Benzinmotor mit 149 PS treibt den Hunter an, das Drehmoment liegt bei 235 Nm. Dank der optionalen Geländeuntersetzung ist der UAZ auch in schwerstem Terrain kaum aufzuhalten.

Starrachsen und Blattfedern an der Hinterachse unterstreichen den unverwüstlichen Charakter, der seit Jahrzehnten geschätzt wird. Von Fahrdynamik auf befestigtem Untergrund kann indessen keine Rede sein:
In Kurven schaukelt die Gelännde-Ikone erheblich und das Leergewicht von satten 2.5 Tonnen trägt ebenfalls nicht zu sportlicher Performance auf den Kantonsstrassen bei. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei gerade einmal 120 km/h.
Innenraum: Karger als ein sowjetisches Bürogebäude
Beim Blick in das Cockpit wird unmissverständlich klar, dass Tesla, Polestar und Co. den Begriff «minimalistisches Design» völlig zu Unrecht für sich beanspruchen: Der Innenraum verkörpert pure Funktionalität in einem Masse, das kaum zu übertreffen ist:
So weit das Auge reicht, sieht man Hartplastik und blankes Metall. Da sogar ein Kurbelfenster bei hartgesottenen Fans den Anschein von Komfort erwecken könnte, begnügt man sich mit einem einfachen Schiebefenster für die Fahrertür.
Kaputt geht hier in jedem Fall nichts. Alle Schalter und Knöpfe sind so konstruiert, dass sie auch mit dicken Winterhandschuhen im sibirischen Winter leicht zu bedienen sind.
Aussicht und Erhältlichkeit in der Schweiz
Der UAZ Hunter fasziniert Offroad-Enthusiasten weltweit mit seiner genial einfachen Bauweise. Seine Robustheit inspiriert Generationen und steht dem in Mitteleuropa deutlich besser bekanntem Lada Niva in nichts nach.

Aufgrund der aktuellen politischen Situation ist der UAZ Hunter in Europa nicht erhältlich und darf aufgrund der Sanktionen gegen Russland in den meisten Ländern nicht importiert werden. In seinem Heimatland liegen die Preise für diesen Geländemeister umgerechnet oft unterhalb von 20'000 Schweizer Franken.
Wann und ob der UAZ Hunter als Neuwagen wieder in der Schweiz zu haben sein wird, ist derzeit nicht abzusehen.







