C-Klasse 2026: Zwischen Komfort und Touchscreen-Hype

Maia Schmied
Maia Schmied

Bern,

Mit moderner Hybridtechnik und viel Fahrkomfort tritt die Mercedes C-Klasse in der Schweiz gegen den BMW 3er an. Die Stärken und Schwächen im Überblick.

Mercedes Benz C-Klasse
Aerodynamik-Bestwert: Ein cW-Wert von bis zu 0.22 macht das Modell zu einer der windschlüpfigsten Limousinen im Premium-Segment. - Mercedes Benz

Mercedes-Benz rüstet die frische C-Klasse für das Modelljahr 2026 konsequent mit 48-Volt-Mildhybriden und moderner Software auf. Auf steilen Schweizer Passstrassen oder im dichten Zürcher Pendlerverkehr zählt jeder Tropfen Treibstoff.

Die Stuttgarter Ingenieure versprechen mit ihren neuen Plug-in-Hybriden nun bis zu 100 Kilometer rein elektrische Reichweite. Gleichzeitig mutet der Hersteller seiner anspruchsvollen Kundschaft happige Aufpreise zu.

Mercedes Benz C-Klasse
Mit weltweit über 10.5 Millionen ausgelieferten Fahrzeugen gilt die C-Klasse als die meistverkaufte Modellreihe von Mercedes-Benz überhaupt. - Mercedes Benz

Mit einem Basispreis von knapp 50'000 Franken greift die Limousine die bayerische Messlatte des BMW 3er frontal an.

Elektrische Reichweite trifft auf Ladefrust

Der neue Teilzeitstromer C 400 e beeindruckt mit einer stattlichen Systemleistung von fast 400 PS. Seine Batterie mit knapp 20 Kilowattstunden Kapazität meistert Schweizer Alltagspendelstrecken mühelos ohne lokalen Schadstoffausstoss.

Mercedes Benz C-Klasse
Historische Premiere: Erstmals in der Baureihen-Historie fährt die C-Klasse auch als reines Elektroauto mit 800-Volt-Architektur und bis zu 330 kW Ladeleistung vor. - Mercedes Benz

An der Raststätte wandelt sich die Euphorie jedoch rasch in geduldiges Warten. Mit einer maximalen Gleichstrom-Ladeleistung von 55 Kilowatt hinkt die Ladeelektronik modernen Standards meilenweit hinterher.

Sparsame Vielfahrer wählen daher weiterhin den bewährten Diesel C 200 d mit realen Verbräuchen unter fünf Litern. Auf rutschigen Bergstrassen im Bündnerland sichert der permanente Allradantrieb 4MATIC das souveräne Vorankommen.

High-Tech-Cockpit zwischen Luxus und Ablenkung

Hinter dem griffigen Volant zieht der riesige, hochformatige Touchscreen sofort alle Blicke auf sich. Das überarbeitete MBUX-System verarbeitet natürliche Sprachbefehle dank künstlicher Intelligenz in Rekordzeit.

Mercedes Benz C-Klasse
Mit dem integrierten MB.OS bündelt das Cockpit erstmals generative KI-Modelle von ChatGPT und Google Gemini für nahtlose Dialoge und komplexe Navigationsabfragen. - Mercedes Benz

Auf kurvigen Landstrassen stört das fast vollständige Fehlen physischer Schalter den gewohnten Bedienfluss aber massiv. Selbst simple Einstellungen der Raumtemperatur zwingen die Augen zu gefährlichen Ausflügen weg vom Fahrgeschehen.

Verärgerung stiften zudem diverse Basisfunktionen, für die Mercedes im digitalen Store jährliche Abo-Gebühren verlangt. Immerhin schirmen aufwändige Akustikverglasungen den Innenraum auf der Autobahn bemerkenswert leise gegen Abrollgeräusche ab.

Der Stern im Schlagabtausch mit dem 3er BMW

Gegen den bayrischen Klassenprimus BMW 3er setzt die C-Klasse voll auf überragenden Langstreckenkomfort. Dank der mitlenkenden Hinterachse wendet der Stuttgarter Wagen ausserdem selbst in engen Parkhäusern verblüffend handlich.

Mercedes Benz C-Klasse T.Modell
Das legendäre Kürzel «T» steht in der Markentradition seit der Premiere des Ur-Kombis im Jahr 1977 offiziell für «Touristik und Transport». - Mercedes Benz

Dynamische Fahrer vermissen unter der Motorhaube allerdings sehnlichst die charismatischen Sechszylindertriebwerke der Konkurrenz. Die Schwaben verharren unerbittlich bei rauen Vierzylindermotoren und überlassen das emotionale Klangfeld kampflos den Münchnern.

Auch steuert der Fahrer im BMW das Menü über den Dreh-Drück-Steller während zügiger Fahrt wesentlich sicherer. Dafür liefert Mercedes umweltbewussten Pendlern das technologisch fortschrittlichere Hybridsystem mit doppelter elektrischer Reichweite.

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Kommentare

User #5727 (nicht angemeldet)

Für einen Mercedes scheint der Einstiegspreis auf den ersten Blick gar nicht mal so schlecht zu sein. Bleibt die Frage, was da alles noch dazu kommt, plus Abogebühren. Ich bin gestern einen Leapmotor C10 AWD mit 580 PS für 38'000.- (komplett volle Hütte) Probe gefahren. Erschreckend, wie gut und sauber der verarbeitet ist und wieviel Innenraum er bietet. Die Leistung ist aber völlig drüber, im Sportmodus kriegt man nahezu einen Genickbruch.

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