BMW zieht sich beim autonomen Fahren vorerst zurück
BMW verabschiedet sich vorerst von Level-3-Autonomie und setzt künftig wieder stärker auf Fahrerassistenz statt vollständige Selbststeuerung.

BMW streicht den «Personal Pilot L3» aus der 7er-Reihe und beendet damit sein Angebot für hochautomatisiertes Fahren in Serie vorerst. Laut «Heise» soll das System nach dem grossen Facelift im April 2026 endgültig nicht mehr als Sonderausstattung angeboten werden.
Als Gründe nennt der Hersteller einen geringen Kundennutzen, schwache Nachfrage sowie hohe Entwicklungs- und Produktionskosten der sehr komplexen Technologie. Die Sonderausstattung kostete rund 6000 Euro und wurde erst 2024 eingeführt, blieb aber laut Branchenbeobachtern deutlich hinter Erwartungen zurück.
Damit kehrt BMW faktisch zu Assistenzsystemen zurück, bei denen der Fahrer dauerhaft aufmerksam bleiben und jederzeit eingreifen können muss. Tätigkeiten wie Lesen, Arbeiten oder das Nutzen digitaler Geräte am Steuer sind unter diesen Bedingungen künftig nicht mehr zulässig.
BMW setzt wieder stärker auf Level 2
Nach Einschätzung von Branchenmedien kann Level-3-Automatisierung derzeit nur in wenigen Verkehrssituationen überhaupt sinnvoll und zuverlässig eingesetzt werden. «Electrive» berichtet, dass BMW deshalb künftig stärker auf weiterentwickelte Level-2-Systeme mit grösserer Alltagstauglichkeit setzt.
Diese übernehmen zwar Beschleunigung, Bremsen und Spurführung weitgehend selbstständig, verlangen jedoch weiterhin eine permanente Überwachung durch den Fahrer. Der Schritt gilt als pragmatische Reaktion auf technische Grenzen, hohe Kosten sowie uneinheitliche gesetzliche Rahmenbedingungen in vielen Märkten.
Auch Mercedes hatte zuvor vergleichbare Systeme zurückgefahren, was auf einen möglichen branchenweiten Strategiewechsel bei Premiumherstellern hindeutet. Hochautomatisiertes Fahren bleibt damit vorerst ein seltenes Feature, das nur unter sehr speziellen Bedingungen eingesetzt werden kann.
BMW reagiert auf geringe Nutzung durch Kunden
Insider sehen den Rückzug weniger als reine Kostenfrage, sondern als strategische Neupriorisierung innerhalb der gesamten Entwicklungsplanung des Konzerns. Laut «Automobilwoche» bewertet BMW automatisiertes Fahren neu, da andere Technologien aktuell grössere Marktchancen und schnelleren Nutzen versprechen.

Die Systeme funktionieren meist nur auf ausgewählten Autobahnabschnitten und häufig ausschliesslich bei niedrigen Geschwindigkeiten im dichten Stauverkehr. Dadurch bleibt der praktische Nutzen im Alltag vieler Fahrer begrenzt, während Anschaffungskosten und technischer Aufwand vergleichsweise hoch bleiben.
BMW konzentriert sich nun darauf, Assistenzfunktionen breiter verfügbar, robuster und für mehr Kunden erschwinglich zu machen. Vollautonomes Fahren rückt damit wieder ein Stück in die Zukunft und bleibt vorerst eher ein langfristiges Entwicklungsziel.
















