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BMW Goldfisch: Der legendäre V16-Prototyp

Maia Schmied
Maia Schmied

Als BMW den Sechzehnzylinder wagte und im Jahr 1988 in 6 Sekunden auf 100 km/h sprintete. Entdecken Sie den Prototyp mit 6.7 Litern Hubraum und Schaltgetriebe.

BMW Goldfisch V16
Getriebe-Kuriosität: Trotz Luxusklasse wird dieser V16 ganz puristisch über ein manuelles Sechsganggetriebe geschaltet. - Haubitzn

Der Motorenbau der späten Achtzigerjahre kannte bei BMW scheinbar keine vernünftigen Grenzen. Während die Konkurrenz noch an Zwölfzylindern feilte, wagten sich die Münchner Ingenieure bereits einen entscheidenden Schritt weiter.

Ein geheimes Projekt namens «Goldfisch» sollte die absolute Vormachtstellung in der automobilen Oberklasse sichern. Das Ziel war die Integration eines gewaltigen V16-Motors in eine elegante Luxuslimousine der 7er-Reihe.

Die Geburtsstunde eines mechanischen Giganten

Es handelte sich dabei um ein technisches Experiment, das Mut und radikale Lösungen erforderte. So entstand eine Legende, die bis heute als Inbegriff für mechanischen Grössenwahn gilt.

Die Ingenieure nutzten als Basis den bewährten M70-V12-Motor aus dem damaligen BMW 750i. Diesen Block erweiterten sie um vier zusätzliche Zylinder auf ein gewaltiges 6.7-Liter-Aggregat.

Goldfisch BMW
Zentimeterarbeit unter der Haube erforderlich: Der V16-Motor ist satte 30 Zentimeter länger als der serienmässige V12-Motor des 750i. - Thomas Vogt

Mit einer Leistung von 408 PS übertraf der Prototyp die damaligen Serienmodelle bei Weitem. Das Drehmoment von über 600 Newtonmetern sorgte für eine beeindruckende Souveränität auf der Strasse.

Innovative Technik und unkonventionelle Kühlung

Gesteuert wurde das Triebwerk von zwei separaten Bosch-Steuergeräten, die jeweils eine Zylinderbank kontrollierten. Da das riesige Triebwerk den gesamten Motorraum ausfüllte, blieb kein Platz für herkömmliche Kühler.

Die Entwickler mussten daher die gesamte Kühltechnik in den Kofferraum der Luxuslimousine verlegen. Um genügend Frischluft zuzuführen, entschieden sie sich für markante Luftschlitze in den hinteren Kotflügel des Wagens.

Diese optische Besonderheit verlieh dem Fahrzeug sein charakteristisches Aussehen und den Namen «Goldfisch».

Performance auf Supersportwagen-Niveau

Zusätzliche Gitter zwischen den Heckleuchten dienten dazu, die heisse Luft wieder effizient nach aussen abzuführen. Der Kofferraum war dadurch zwar kaum noch nutzbar, doch die Technik funktionierte einwandfrei.

BMW Goldfisch 16 Zylinder
Heckdesign: Die massiven GFK-Lufteinlässe am Heck sind notwendig, um die Hitze des Aggregats im Zaum zu halten. - BMW

Die Fahrleistungen des Goldfisch-7ers waren für eine Limousine der späten Achtzigerjahre schlichtweg phänomenal. Trotz seines hohen Gewichts sprintete der Wagen in nur rund sechs Sekunden auf Tempo 100.

Die Höchstgeschwindigkeit wurde bei Testfahrten auf dem italienischen Rundkurs von Nardò mit etwa 280 km/h gemessen. Ein manuelles Sechsgang-Schaltgetriebe übertrug die immense Kraft direkt auf die Hinterräder des Prototyps.

Nicht in Serie realisierbar

Dieses Getriebe stammte ursprünglich aus der Entwicklung des sportlichen BMW 8er Coupés. Die Kombination aus Luxuskarosserie und brachialem Saugmotor bot ein völlig neuartiges, direktes Fahrerlebnis.

Trotz der erfolgreichen Erprobung erhielt das Projekt niemals grünes Licht für eine spätere Serienproduktion. Die Verantwortlichen bei BMW fürchteten ein ökologisch fragwürdiges Wettrüsten mit dem Konkurrenten Mercedes-Benz.

BMW «Goldfisch»: 16 Zylinder.

Zudem hätten die enormen Produktionskosten den Verkaufspreis in astronomische Höhen getrieben. Der Goldfisch blieb somit ein faszinierendes Einzelstück und ein Denkmal für nahezu grenzenlose Ingenieurskunst.

Heute ein Museumsstück

Heute steht das Fahrzeug in der Sammlung der BMW Group Classic und begeistert Technikfans weltweit. Erst im Jahr 2024 enthüllte die Marke überraschend einen zweiten, bisher geheimen V16-Nachfolger auf Basis der späteren 7er-Generation.

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Kommentare

User #7319 (nicht angemeldet)

Hab noch nie was von dem Teil gehört. Aber kein Wunder, das sieht ja hässlich aus.

DER AUSLANDSCHWEIZER

ICH FAHRE BENZINER ODER DIESEL UND VERBRAUCHE KEIN STROM !!!!! MAN KANN ES AUCH VON DER SEITE BETRACHTEN !!!!!!

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