Adrenalin-Schock: 320 km/h zwischen Haustür und Hecke

Daniel Huber
Daniel Huber

Bern,

Das gefährlichste Rennen der Welt: Wenn die Motoren auf der Isle of Man aufheulen, hält die Motorsportwelt gebannt den Atem an. Bald ist es wieder so weit.

Ilse of man TT
Rausch der Geschwindigkeit: Die Fahrer verbringen bei Tempo 300+ gefühlt mehr Zeit in der Luft als auf dem Boden – ein physischer und mentaler Kraftakt. - isle of man

Zwischen dem 25. Mai und 6. Juni 2026 verwandelt sich die beschauliche Insel «Isle of Man» erneut in ein Mekka für Geschwindigkeitsjunkies. Der Snaefell Mountain Course verlangt den Piloten dabei absolute Präzision ab und verzeiht keinerlei Fehler.

Isle of Man TT
Der Snaefell Mountain Course: Mit über 60 Kilometern Länge ist dies die wohl legendärste und gefährlichste Rennstrecke der Welt. - Joe MiGo

Jede einzelne Schraube am Motorrad muss den extremen Vibrationen der holprigen Landstrassen standhalten. Die Fahrer navigieren ihre Maschinen mit Millimeterarbeit an Mauern und Hecken vorbei.

Die ultimative Herausforderung auf zwei Rädern

Es ist ein ständiger Tanz auf der Rasierklinge zwischen dem physikalischen Limit und purem Instinkt. Die Geschichte des Rennens begann bereits im Jahr 1907 auf dem damals kürzeren St. John’s Course.

Da Rennen auf öffentlichen Strassen im britischen Mutterland verboten waren, wich man kurzerhand auf die Isle of Man aus. Im Jahr 1911 wechselten die Organisatoren schliesslich auf den heute weltberühmten Mountain Course.

Rem_Fowler
Rem Fowler als 1. Siegerr: Er gewann das Rennen mit einer für damalige Verhältnisse beachtlichen Durchschnittsgeschwindigkeit von rund 58 km/h. - Wikipedia

Diese Strecke führt über 60.7 Kilometer quer durch das Land und steil hinauf in die Berge. Ursprünglich dienten diese Wettbewerbe dazu, die Zuverlässigkeit der noch jungen Motorradtechnik unter Beweis zu stellen.

Vom Zuverlässigkeitstest zum Weltphänomen

Heute gilt die Tourist Trophy als das älteste und prestigeträchtigste Motorradrennen der Erde. Der Snaefell Mountain Course bietet dabei keine Auslaufzonen, wie man sie von modernen Rennstrecken in Europa kennt.

Mehr als 260 Kurven warten auf die Piloten, die oft mit über 320 km/h über den Asphalt jagen. Die Route führt durch kleine Ortschaften, schattige Waldabschnitte und über karge Bergrücken.

BMW Isle of man TT
Technologieträger M 1000 RR: Die aktuelle Rennmaschine nutzt modernste Winglets, um bei den extremen Geschwindigkeiten auf dem Mountain Course stabil zu bleiben. - BMW Motorrad Motorsport

Ständige Licht-Schatten-Wechsel fordern die Konzentration der Fahrer bis zur totalen Erschöpfung heraus. Unebenheiten im Belag lassen die Fahrwerke der Superbikes bei Höchsttempo gefährlich instabil werden.

Ein Kurs, der keine Fehler verzeiht

Nur wer jede Bodenwelle und jeden Randstein auswendig kennt, hat eine reale Chance auf den Sieg. Die dunkle Seite der Medaille zeigt sich jedoch in der Bilanz von über 260 Todesopfern seit der Gründung.

Jeder Teilnehmer ist sich der lebensgefährlichen Risiken dieses extremen Strassenrennens voll bewusst. Ein einziger kleiner technischer Defekt oder ein minimaler Konzentrationsfehler endet hier oft fatal.

Über 200 Kurven müssen auswendig gelernt werden, da bei diesem Tempo keine Zeit für visuelle Reaktionen bleibt.

Erfreulicherweise blieben die Hauptrennen in den Jahren 2024 und 2025 erstmals seit langem ohne tödliche Unfälle. Trotz dieser Gefahren zieht das Event jährlich Zehntausende Fans aus der ganzen Welt in seinen Bann.

Triumph und Tragik am Mountain Course

Die Faszination der TT bleibt ungebrochen, da sie die «letzte Bastion» des rohen Motorsports darstellt. Michael Dunlop hält seit dem Jahr 2025 den unglaublichen Rekord von 33 Siegen bei der TT.

Isle of Man TT 2026: Eckdaten

Zeitraum 25. Mai bis 06. Juni 2026

Strecke Snaefell Mountain Course (Öffentliche Straßen)

Rundenlänge 37.73 Meilen (60.72 km)

Kurvenanzahl Über 200

Damit überflügelte er die Bestmarke seines legendären Onkels Joey Dunlop endgültig. Kurioserweise sind die Strassen während des restlichen Jahres ganz normale Verkehrswege mit Tempolimits.

Während der Rennwochen gelten jedoch völlig andere Gesetze für die waghalsigen Profis. Die Rundenrekorde liegen mittlerweile bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von weit über 217 km/h.

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Kommentare

User #5401 (nicht angemeldet)

Tatsache ist aber auch, dass es Menschen aus der ganzen Welt sind, die dieses Rennen lieben. Man sollte es schon erlebt haben, wenigstens als Zuschauer, bevor man darüber urteilt.

User #5607 (nicht angemeldet)

Die sind einfach nur bekloppt dort auf der Insel.

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