Von Solothurn über Freiburg bis ins Berner Oberland und das Piemont: Wir haben sechs Destinationen für euch ausgesucht, die allesamt mit den ÖV erreichbar sind.
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Verdiente Freude: Wenig geht über einen fleissig erwanderten Ausblick (hier: vom Niesen in Richtung Thuner- und Brienzersee). - BLS

Das Wichtigste in Kürze

  • Masstabsgetreuer Planetenweg auf dem Weissenstein und Blumenwandern im Piemont.
  • In Kandersteg den Blick schweifen lassen und über Kalkwunder staunen an den Gastlosen.
  • Mit Thunersee-Blick den Niesen besteigen oder der Gantrischkette entlang aufs Stockhorn.

Du hast Lust, wieder mal etwas zu erleben? Lust auf ein bleibendes Wandererlebnis mit schönen Panoramen, gut gelegenen Brätelstellen und viel Naturpracht? Dann haben wir das Richtige für dich. Unsere sechs Wandertipps bieten genau die richtige Mischung aus Naturerlebnis und gesunder Anstrengung.

Und das Beste: Sie sind allesamt mühelos mit den ÖV erreichbar. Damit du dich später nicht an abenteuerliche Bus-Odysseen erinnerst. Sondern an beeindruckende Panoramen, romantische Sessellifte und farbige Alpenblumen.

Jurarücken mit Weitblick – der Weissenstein

Wen es auf den Solothurner Hausberg zieht, der steigt am einfachsten in Oberdorf in eine der modernen Panoramagondeln. Gut zehn Minuten dauert die angenehme Fahrt, bis euch die Gondel bei der Bergstation Weissenstein wieder entlässt. Auch wenn ihr oben angekommen gleich loswandern wollt, solltet ihr euch Zeit nehmen, den Juragarten bei der Bergstation zu besuchen. Auf kleinem Raum lernt ihr hier rund 200 für den Jura typische Pflanzenarten kennen.

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Bei gutem Wetter reicht der Blick im Osten bis zum Säntis und im Süden bis zum Mont Blanc.
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So kennen wir das Mittelland: nie um ein bisschen Nebel verlegen. Das Bild zeigt den Ausblick von der Röti, mit 1395 m ü. M. der höchste Punkt des Weissensteinzugs.

Danach könnt ihr eure Wanderung in Angriff nehmen, zum Beispiel auf dem Planetenweg. Dieser wurde so angelegt, dass ihr in massstabsgetreuem Abstand Modellen der Planeten unseres Sonnensystems begegnet: Jeder gewanderte Kilometer entspricht dabei einer Milliarde Kilometer im Sonnensystem. Und dank beeindruckender Weitsicht seht ihr noch vom Neptun-Modell aus die Sonne bei der Bergstation.

Wer eher an Höhenmetern als an Lichtjahren interessiert ist, wagt sich an die «Panoramatour». Diese führt euch von der Talstation Weissenstein durch das Klettergebiet «Bubichöpfli» auf den Hinterweissenstein. Von hier geht es ostwärts über den Weissenstein vorbei an etlichen, einladenden Brätelstellen über die Röti in Richtung Balmberg. In Balmberg schliesslich warten zahlreiche Berggasthöfe und das Postauto, das euch von hier bis nach Solothurn bringt.

Oberdorf, den Ausgangspunkt beider Wanderungen, erreicht ihr übrigens bequem mit dem Zug. Tipp: Wenn ihr gleichzeitig die An- und Rückreise kauft, profitiert ihr von 10 % auf die Gondelfahrt Oberdorf-Weissenstein. Alle Infos zur Anreise, zu den Wanderwegen und zum RailAway-Kombi findet ihr hier.

Auf Wanderschaft in den Saanenländer Dolomiten – die Gastlosen-Tour

Unser nächster Wandertipp führt uns in den Kanton Freiburg zu den imposanten Kalkbergen der Gastlosen. Ausgangspunkt unserer Rundwanderung ist Jaun, von wo euch die Sesseli des Gastlosen-Express auf rund 1'500 Meter befördern. Hier führt euch euer Weg durch Waldpassagen und über Alpweiden immer weiter auf beinahe 2'000 Meter.

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Die Gastlosen sind ein Paradies für Kletterer und Wanderer. Wem es zu Fuss zu langsam geht, der kann die Landschaft auch auf einer Vielzahl von Bike-Trails erkunden. - BLS

Die Wanderung führt vorbei an bis 300 Meter senkrecht abfallenden Kalksteinwänden und durch den Stillwasserwald. Die artenreiche Pflanzen- und Tierwelt hier ist der Gemeinde und den Waldbesitzern zu verdanken, die 2014 ein Waldbiodiversitäts-Projekt lancierten. So wurde der Wald zum Beispiel ein willkommenes Refugium für die kleinste Eule Europas, den kecken Sperlingskauz.

An der höchsten Stelle der Wanderung, am sogenannten «Wolfs Ort», wechselt ihr auf die Nordseite der Kalkberge. Der Rückweg führt vorbei an Trockenweiden, über Alpenwiesen und durch den dichten Mattenwald zum Ausgangsort der Tour. Sollte euch hier noch der Sinn nach Action stehen: An der Bergstation stehen Trottis bereit, welche die 6 km zurück ins Tal zu einem kleinen Abenteuer machen.

Zur Anreise empfiehlt sich der RegioExpress Lötschberger der BLS bis «Boltigen» und dann der Bus 260 nach «Jaun, Kappelboden». Weitere Informationen zur Gastlosen-Tour, eine Bike- und eine Übersichtskarte über das Jaun-Gebiet gibt es hier.

Panorama von der Pyramide – der Niesen

Diese Wanderung beginnt mit einem Rekord; in Mülenen im Kandertral wartet nämlich die Niesenbahn, notabene die längste Standseilbahn Europas. Ihr fahrt aber nicht bis ganz nach oben, das wäre ja zu einfach, sondern steigt an der Mittelstation «Schwandegg» aus. So spart ihr euch das steile Waldstück ganz unten am Berg und erledigt die restlichen 700 Höhenmeter zu Fuss in angenehmen zweieinhalb bis drei Stunden.

Auf eurem Weg zum Gipfel habt ihr ab «Schwandegg» die Wahl: Entweder nehmt ihr den steileren, direkteren Weg oder einen sanfter ansteigenden Umweg über die Alp Oberniesen. Welchen Weg ihr auch wählt, der Ausblick wird euch die zweieinhalb bis drei Stunden wie ein Wimpernschlag vorkommen lassen.

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Der Blick auf Brienzer- und Thunersee ist euer ständiger Begleiter während dem Aufstieg auf den Niesen.
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Nicht nur für Kinder ist der Blick vom Niesen ein unvergessliches Erlebnis.
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Im Südosten: der Blick auf die Berner Hochalpen.

Habt ihr die «Pyramide am Thunersee» schliesslich erklommen, winkt als Lohn der Rundblick von der Aussichtsplattform auf 2'362 Metern Höhe. Im Süden die Alpen, im Norden der Thuner- und Brienzersee mit dem Niederhorn und weiter am Horizont der Jura. Schlicht überwältigend.

Unser Tipp: Das Wanderbillet bringt euch mit der Niesenbahn von Mülenen zur Mittelstation Schwandegg. Und befördert euch nach einer kleinen Stärkung im Berghaus mit der Niesenbahn zurück ins Tal. Alles zum Wanderbillet und zur Anreise mit den ÖV findet ihr hier.

Von Blumen und Wanderern – Der «Sentiero dei Fiori» auf der Alpe Veglia

Diese Wanderung führt euch ins nördliche Piemont und steht ganz im Zeichen der Blumen. Für die Anreise nutzt ihr die guten Verbindungen zwischen Bern und Domodossola und steigt unterwegs in Varzo aus. Von hier aus geht es mittels Bus und Sesselbahn nach Ciamporino, wo ihr den Blick auf den rund 3'500 Meter hohen Monte Leone geniesst.

Habt ihr euch sattgesehen, beginnt eure Wanderung auf dem Blumenweg, dem «Sentiero dei Fiori». Tafeln am Wegrand informieren euch über die rund 350 Blumenarten im Naturpark Veglia-Devero und ihre Lebensräume. Darunter Schönheiten wie die Türkenbund-Lilie oder die aromatisch duftende Moschus-Schafgarbe.

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Blütenpracht auf der Alpe Veglia: Bis spät in den August hinein blühen entlang dem Sentiero dei Fiori Pflanzen.
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Auch landschaftlich hat der Blumenweg einiges zu bieten.
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Aufgepasst: Im Sommer fährt das romantische Sesseli täglich, ab dem 1. September jedoch nur samstags und sonntags.

Vorbei an Blumenwiesen und Lärchen wandert ihr über Bächlein Richtung Alpe Veglia. Hier sind viele Anschlusswanderungen möglich, auch ins benachbarte Binntal. Wer am Abend wieder im eigenen Bett schlafen will, ändert aber die Wanderrichtung. Auf der «Grande Traversata delle Alpi» geht es zurück nach San Domenico, wo der Bus zurück nach Varzo wartet.

Wer schon jetzt keine Lust auf die Heimreise hat, findet hier neben Tipps zur Anreise appetitliche Angebote für zwei- bis viertägige Aufenthalte im Hotel La Vetta. Highlights sind das Gourmet- und das Foodexperience-Package: Ziegentaleggio, Wildschweinsalami, in Nebbiolo geschmortes Rindfleisch und Marroni-Tiramisù ... «buongustaio» und «goloso» sind nur zwei der Wörter, um die euer Wortschatz nach diesem Aufenthalt reicher sein wird.

Wanderparadies Kandersteg

Unsere nächsten Wandertipps führen euch ins Berner Oberland, genauer gesagt nach Kandersteg. Alle drei Wanderungen, die wir euch hier vorstellen, nehmen ihren Ausgang auf der Allmenalp. Diese erreicht ihr in fünf spektakulären Minuten Luftseilbahnfahrt über zum Teil beinahe senkrechte Felswände. Hier entdeckt ihr tiefe Einblicke in die umliegende UNESCO Bergwelt vom Oeschinensee bis zur Gemmi ins Wallis, und auf den höher gelegenen Wanderungen vom Eiger bis ins Berner Mittelland.

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Ganz hübsch ... Blick von der Allmenalp in Richtung Blüemlisalpmassiv. Unten das Flussbett des Oeschibachs und ganz hinten der Oeschinensee.
Allmenalp
Die Bergstation der Luftseilbahn Kandersteg-Allmenalp mitsamt dem in der vierten Generation geführten Allmen-Beizli. Wen vor dem Loswandern noch der Hunger packt, der findet hier unter anderem auf traditionelle Art über dem Holzfeuer hergestellten Alpkäse.

Oben auf 1'725 Metern angekommen, werdet ihr zunächst einmal tief durchatmen und den Weitblick geniessen. Dann geht es entweder direkt ins Allmen-Beizli oder auf unserer Wanderung Nummer eins talwärts zurück nach Kandersteg. Dieser gemütliche Klassiker führt euch in zweieinhalb Stunden vorbei an Alpwirtschafts- und Waldgebiet. Neben dem Bergpanorama sind die malerischen Alphütten und der Einblick in die Alpwirtschaft Highlights der Wanderung.

Wanderung Nummer zwei und drei führen euch in luftige Höhen. Entweder zieht es euch Richtung Alpschelengrat bis zum Alpschelenhubel auf 2'200 Meter. Oder ihr wandert nordwärts über Schafweiden auf den Gipfel der First, der mit 2'549 Metern Höhe keine Ausblickswünsche offen lässt. Und wenn es die Fauna gut mit euch meint, zeigt sich eventuell sogar eine Gämse, ein Steinbock oder ein Steinadler.

Alle Informationen zur Anreise und zu den Preisen inklusive einer praktischen Wanderkarte findet ihr hier.

Höhenwanderung auf das Stockhorn

Diese Wanderung führt euch über den berühmten Höhenweg Gurnigel-Stockhorn zwischen dem Gurnigelgebiet und dem Simmental. Dabei wandert ihr entlang der imposanten Gantrischkette und geniesst einen einmaligen Ausblick auf den Thunersee, die Berner Alpenwelt und das Simmental.

Die Wanderung beginnt mit einem Aufstieg von der Postautostation Gurnigel Wasserscheide auf 1'573 Meter zum Leiterepass auf 1'904 Meter hinauf. Dort geht es dann los mit der eigentlichen Höhenwanderung, die euch über einen relativ flachen Wanderweg der Gantrischkette entlang führt. Euer Weg verläuft dabei knapp über der Waldgrenze und ist geprägt von sonnigen Steilhängen und einer beeindruckenden Pflanzenvielfalt.

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Die vielfältige Pflanzenwelt wird auch Nicht-Botanikern schnell auffallen. Im Hintergrund: der malerische Blick auf den Thunersee.
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Weitblick von Schiterwang unterhalb der Stubeflue auf fast 1900 m ü. M.
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Beim Aufstieg auf das Stockhorn eröffnet sich der Blick auf den Oberstockensee.

Ihr kommt vorbei an grünen Landschaften und beeindruckenden Felsformationen. Bis ihr schliesslich nach einem letzten Aufstieg auf dem 2'190 Meter hohen Stockhorn ankommt. Hier wartet als Lohn für euren Wanderfleiss ein atemberaubender Rundblick ins Simmental, auf die Seen und die Alpengipfel.

Schliesslich bringt euch die Stockhornbahn ins Tal nach Erlenbach, von wo euch die BLS zurück nach Bern bringt.

Gut zu wissen: Für die Wanderung gibt es ein exklusives Wanderticket zum Spezialpreis. Es beinhaltet einerseits den Postauto-Transfer vom Bahnhof Thurnen bis zum Ausgangspunkt der Wanderung, Station Gurnigel Wasserscheide. Und andererseits die Talfahrt vom Stockhorn bis nach Erlenbach.

Weitere Informationen zur Wanderung und zum Ticketkauf gibt es hier.