Ukraine Krieg: So ist der russische Vormarsch bisher verlaufen

Russland hat im Ukraine-Krieg erste Städte eingenommen und andere eingekesselt. Dieser Überblick zeigt den Vormarsch von Wladimir Putins Truppen.

Zivilisten laufen am 1. März 2022 durch eine Strasse in Bucha, nahe Kiew, in der zerstörte russische Militärfahrzeuge stehen. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Vor rund einer Woche sind russische Truppen in die Ukraine einmarschiert.
  • Ukrainische Städte wie Mariupol, Charkiw oder Kiew werden von Russland beschossen.
  • Städte wie Melitopol oder Cherson haben Wladimir Putins Soldaten bereits eingenommen.

Am 24. Februar 2022 ist der Ukraine-Krieg mit dem Einmarsch russischer Truppen ins Nachbarland eskaliert. Seither herrscht in der Ukraine Krieg.

Nach Angaben der Vereinten Nationen sind bisher mindestens 227 Zivilisten getötet sowie 525 verletzt worden. Der ukrainische Rettungsdienst sprach am Mittwoch hingegen von bisher mindestens 2000 getöteten Zivilisten. Exakte Zahlen dazu sind aber schwer zu erheben. Zudem sind laut UN bisher über eine Million Menschen aus dem Land geflüchtet.

Militärexperten gehen jedoch davon aus, dass das Schlimmste auf die Ukraine noch zukommt. Denn sie glauben, Wladimir Putins ursprüngliche Strategie sei gescheitert: Diese habe vorgesehen, schnell durchzumarschieren, wichtige Städte einzunehmen sowie die Truppenverbände zu vereinen.

Einmarsch von Norden, Osten, über den Donbass und von der Krim her

Auch deshalb lohnt sich ein Blick auf Karten, die den russischen Vormarsch zeigen: Auf der untenstehenden Karte sind die Orte bekannter russischer Militärschläge und Bodenangriffe in der Ukraine bis zum 1. März zu sehen. Zudem ist darauf gut ersichtlich, aus welchen Richtungen Putins Truppen im Ukraine-Krieg bisher angegriffen haben.

Die folgende Karte zeigt die Standorte bekannter russischer Militärschläge und Bodenangriffe innerhalb der Ukraine seit der Invasion im Ukraine-Konflikt. Die Informationen auf dieser Karte s - Keystone

Die russischen Truppen marschieren bereits am 24. Februar von mehreren Seiten her ein. Dies geschieht einerseits im Norden, unter anderem von Belarus her: Dort erobern sie schnell die Region um Tschernobyl und starten Angriffe auf die Stadt Tschernihiw sowie den Vormarsch auf Kiew.

Putins Soldaten greifen zugleich im Nordosten der Ukraine an, wo sie bis Sumy vordringen. Zudem wollen sie im Nordosten die Grossstadt Charkiw möglichst schnell einnehmen. Und auch im Donbass mit den Separatistengebieten Luahnsk und Donetsk versuchen sie möglichst schnell voranzukommen.

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Am schnellsten kommen sie jedoch von der im Jahr 2014 annektierten Halbinsel Krim voran. Bereits am ersten Tag der Invasion dringen sie dort westlich bis zur Stadt Cherson und östlich bis nach Melitopol vor.

Vormarsch im Ukraine-Krieg ins Stocken geraten

Doch bereits am Wochenende kommt der Vormarsch der russischen Truppen im Ukraine-Krieg ins Stocken. Dennoch nehmen sie bis am 28. Februar im Osten Konotop ein und nähern sich von östlicher Seite ebenfalls der ukrainischen Hauptstadt Kiew. Im Süden nehmen sie Melitopol ein und schliessen allmählich die Hafenstadt Mariupol ein.

In den darauffolgenden Tagen bringen sie Hostomel, den Flughafen nordwestlich von Kiew, unter Kontrolle. Im Süden fällt mit Cherson zudem die erste grössere Stadt.

Die Karte zeigt den Stand vom 3. März um 15 Uhr: Bei den roten Gebieten handelt es sich um wohl unter russischer Kontrolle stehende Gebiete. Bei den rot gestrichelten Gebieten, um Gebiete, i - The Institute for the Study of War with AEI's Critical Threats Project

Obwohl Mariupol mittlerweile eingekesselt ist, ist die Stadt wie Tschernihiw, Kiew und Charkiw trotz Dauerbeschuss weiter in ukrainischer Hand. In den Städten setzt Putin mittlerweile auf flächendeckende Bombardements, bei der immer mehr auch die Zivilbevölkerung zu Schaden kommt.

Im Süden ist die russische Armee bis Saporischschja vorgedrungen, wo sich das grösste Atomkraftwerk Europas befindet. Laut ukrainischen Behörden hat sie das AKW-Gelände am heutigen Freitag besetzt.