Paralympics: Ukraine-Outfit wegen Landkarten-Design verboten
Kurz vor den Winter-Paralympics verbietet das IPC dem ukrainischen Team ein Outfit mit Landeskarte – mit der Begründung, sie sei politisch.

Das Wichtigste in Kürze
- Das Paralympische-Komitee verbietet der Ukraine ein Outfit mit der Landeskarte.
- Die Begründung: Das Design sei politisch.
- Bereits bei Olympia 2026 wurde ein ukrainischer Athlet wegen Symbolik disqualifiziert.
Das International Paralympic Committee (IPC) hat dem ukrainischen Team untersagt, bei den Winter-Paralympics in Mailand in seiner vorgesehene Zeremonien-Outfit aufzutreten. Der Grund: Das Design – eine Karte der Ukraine innerhalb ihrer international anerkannten Grenzen – sei politisch.
Valerii Sushkevych, Präsident des Nationalen Paralympischen Komitees der Ukraine, zeigte sich empört über die Entscheidung. Das IPC habe das Outfit mit den Worten «Nein, nein, nein – so geht das nicht» zurückgewiesen, erklärte er in einem Interview mit «Ukrinform». «Sie behaupteten, das Outfit sei politisch!»
Dabei sei die entsprechende Jacke «schön und symbolisch», betonte der Delegierte weiter. «Sie macht deutlich, dass die Ukraine in der Welt und in Europa mit all ihren Territorien existiert – ohne russische Besatzung».
Entworfen wurde das Outfit vom ukrainischen Designer Viktor Anisimov. Bereits für die Sommer-Paralympics 2024 hatte er die Ausstattung des Teams gestaltet.
Parallele zu Olympia 2026
Die Diskussion um politische Symbole im Sport erinnert an einen Vorfall bei den Olympischen Winterspielen 2026. Der ukrainische Skeleton-Pilot Vladyslav Heraskevych (27) wurde kurz vor seinem Wettkampf disqualifiziert.
Auf seinem Helm waren 20 ukrainische Sportlerinnen und Sportler abgebildet, die im Krieg gegen Russland ums Leben gekommen sind. Heraskevych weigerte sich, die Bilder zu entfernen – und verstiess damit gegen Regel 50 der Olympischen Charta. Diese untersagt politische Botschaften bei Wettkämpfen.

Er sagte danach: «Es ist schwer zu beschreiben oder in Worte zu fassen. Ich habe eine Leere.» Das International Olympic Committee (IOC) erklärte, man habe versucht, «einen respektvollen Weg» zu finden, um Heraskevychs Anliegen Rechnung zu tragen. Im Kern gehe es «nicht um die Botschaft, sondern darum, wo er sie zum Ausdruck bringen wollte».
Bei den Paralympics weht die russische Flagge
Die Winter-Paralympics finden vom 5. bis 16. März in Mailand statt. Die Ukraine ist mit 35 Athletinnen und Athleten in vier Sportarten vertreten. Gleichzeitig bestätigte das IPC, dass sechs russische und vier belarussische Sportler unter ihren Nationalflaggen antreten werden. Es ist das erste Mal seit den Spielen 2014 in Sotschi, dass die russische Flagge bei Paralympics wieder offiziell weht.
















