Marco Odermatt

Marco Odermatt: «Jetzt habe ich nur noch Skifahren im Kopf»

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Nidwalden,

Marco Odermatt erlebt gerade den wohl öffentlichsten Winter seiner Karriere. Doch der Ski-Star sagt klar, worauf es ihm wirklich ankommt: Rennen fahren.

Marco Odermatt
Marco Odermatt mit Freundin Stella Parpan. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Marco Odermatt spricht in einem Interview über den Ausnahmezustand in diesem Winter.
  • Der Ski-König war Teil einer Doku und veröffentlichte eine zehnbändige Biografie.
  • Trotz der Aufmerksamkeit steht für den Nidwaldner aber ganz klar der Weltcup im Zentrum.

Für Marco Odermatt gilt in diesem Winter ein Ausnahmezustand: Ski-Doku, zehnbändige Biografie und die erneute Wahl zum schönsten Schweizer des Jahres sorgen für viel Aufmerksamkeit.

Doch für den Nidwaldner zählt vor allem eines: «Jetzt habe ich nur noch Skifahren im Kopf.» Mit Wengen und Kitzbühel stehen noch weitere grosse Klassiker des Olympia-Winters bevor.

Die «Glückspost»-Auszeichnung zum schönsten Schweizer freue ihn trotzdem, wie er gegenüber dem Magazin verrät: «Normalerweise bekommt man Preise, die sich vor allem auf die sportlichen Leistungen beziehen. Dass offenbar auch noch andere Eigenschaften von mir gut bei den Menschen ankommen, ist schön.» Es zeige ihm, «dass ich offenbar auch neben der Piste nicht alles verkehrt mache».

Ist Odermatt der schönste Schweizer des Jahres?

Der 28-jährige Ski-König spricht im Interview offen über sein Leben. Dabei erwähnt er etwa seine Familie, die gerade in dieser intensiven Phase ein zentraler Rückhalt sei. Ebenso wie seine Freundin Stella Parpan. Nach einem Rennen gehe der erste Anruf «an meine Freundin oder an meinen Vater».

Auch zu erfahren ist, dass Odi seine Herkunft wichtig ist: Er bezeichnet sich als etwas patriotisch und sagt, er sei stolz darauf, aus Nidwalden zu stammen und dort zu leben.

Marco Odermatt: «Glaube an höhere Kraft»

Ein «heimliches Laster» habe er nicht. «Ich habe keine Geheimnisse – wenn ich auf etwas Lust habe, dann mache ich das. Egal, ob es ums Essen geht oder um einen Kinderfilm», sagt er. Diese Offenheit prägt auch seine Haltung zum Glauben.

Marco Odermatt glaubt grundsätzlich an eine höhere Kraft, ohne streng religiös zu sein. Es brauche dafür nicht zwingend eine Kirche, manchmal genüge ein stiller Moment, um in sich hineinzuhören.

Marco Odermatt Ski Alpin
Marco Odermatt dominiert den Ski-Weltcup. - keystone

Aberglaube ist ihm hingegen fremd. «Ich habe keinen Glücksbringer, führe auch keine speziellen Rituale oder Tricks durch vor einem Rennen.» Stattdessen vertraue er auf Routine, die ihm Sicherheit gebe.

Ende der Karriere macht Marco Odermatt keine Angst

Sein grösster Luxus sei ohnehin etwas viel Einfacheres: «Gesundheit und Zeit.» Ohne Gesundheit, sagt er, nützten weder Geld noch Freizeit. Dazu komme das Privileg, in der Schweiz zu leben und alle Möglichkeiten zu haben.

Marco Odermatt
Marco Odermatt erlebt einen strengen Winter. - keystone

Auch an das Ende seiner Karriere denkt Marco Odermatt ohne Angst. Vielleicht liege das daran, dass es noch nicht unmittelbar bevorstehe. Wichtig sei für ihn die Gewissheit, gut aufgestellt zu sein – mit Familie, Umfeld und vielen Interessen. Wenn der Moment komme, werde ihm «nicht langweilig».

Generell verspüre er wenig Angst, ausser bei Dingen, die man nicht kontrollieren könne. Etwa der eigenen Gesundheit oder jener der Liebsten – oder bei einem nächtlichen Gang durch den Wald. «Das sind normale, menschliche Dinge.»

Marco Odermatt: «Ich habe nichts zu verheimlichen»

Diese Offenheit zeigt sich auch in seiner neuen Biografie, in der er ungewöhnlich viel von sich preisgibt. Sogar Auszüge aus seinen Renntagebüchern. Das sei für ihn der persönlichste Teil gewesen, sagt er. Dennoch habe er sich bewusst dafür entschieden, weil ein Buch sonst keinen echten Mehrwert biete.

Auch Eltern und Freundin einzubeziehen, sei nicht einfach gewesen – aber ehrlich. Die Sorge, Konkurrenten könnten daraus Vorteile ziehen, habe er kurz gehabt. Doch: «Ich habe nie ein Geheimnis um irgendwelche Dinge gemacht. Wenn mich jemand danach fragt, gebe ich Auskunft.»

Marco Odermatt Adelboden Riesenslalom
Marco Odermatt will sich trotz allem Ruhm neben der Piste, weiter aufs Skifahren konzentrieren. - keystone

Eine Linie im Kopf zu haben, sei das eine – sie auch zu fahren, etwas anderes. Grenzen habe er dabei keine gezogen. «Ich habe nichts zu verheimlichen und habe mich noch nie verstellt. Ich bin, wie ich bin.»

Jetzt zählt nur noch der Schnee

Nach Kinoauftritt, Buchveröffentlichung und Medienrummel freut sich Odermatt jetzt vor allem auf eines: Ruhe im Kopf. «Es ist gut, dass ich jetzt nur noch Skifahren im Kopf habe», sagt er.

Irgendwann werde wieder Neues kommen – vielleicht auch weitere Bände in seiner Biografie. Doch jetzt zähle für ihn nur, was zwischen Start und Ziel passiere.

Kommentare

User #3913 (nicht angemeldet)

Der schönste Schweizer ist Nationalrat Lars Guggisberg aus Bern.

User #2686 (nicht angemeldet)

Noch vor Kurzem machte er medial eine auf betroffen wegen Crans-Montana…

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