FIS-Boss Alexander Ospelt: «Nicht jedes Jahr eine WM? Ungerecht!»
Anfang Juni bezwang Alexander Ospelt den amtierenden FIS-Präsidenten Johann Eliasch in einer Kampfabstimmung. Nun spricht der Liechtensteiner über seine Ziele.

Das Wichtigste in Kürze
- Der neue FIS-Präsident Alexander Ospelt will künftig jeden Winter eine Ski-WM austragen.
- Davon verspricht sich der Liechtensteiner auch die Erschliessung neuer Märkte.
Mit einer denkbar knappen Abstimmung ging der Internationale Skiverband Anfang Juni in neue Hände über: Alexander Ospelt setzte sich in einer Kampfabstimmung gegen den umstrittenen Amtsinhaber Johan Eliasch mit 65 zu 64 Stimmen durch.
Gegenüber dem «SRF» spricht der Liechtensteiner nun erstmals über die Zeit seit seinem Amtsantritt. Die erste Phase sei anstrengend, aber positiv gewesen, verrät der 58-Jährige. «Ich habe nach meiner Wahl viele Gratulationen bekommen, auch von Athletinnen und Athleten. Es gab einen tollen Austausch», verrät er.

Allerdings herrscht bereits beim ersten grossen Vorstoss des neuen FIS-Präsidenten starker Gegenwind. Mit seinem Vorschlag, künftig jährlich – Olympia-Winter ausgenommen – eine Ski-WM auszutragen, stiess Ospelt auf viel Widerstand. An seinem Plan hält er dennoch fest.
Warum die FIS eine jährliche WM ausrichten will
«Es wäre nur ein Grossanlass mehr als jetzt», betont der Liechtensteiner. Und die Motivation kommt aus seiner persönlichen Erfahrung. «Im Vorfeld der WM 2015 habe ich den späteren Abfahrtsweltmeister Patrick Küng unterstützt. Dabei wurde mir bewusst, was der Wert von einem Athleten mit und ohne WM-Titel ist.»

Auch, dass verletzte Athleten – wie einst unter seiner Ägide Tina Weirather – ihre WM-Chancen verpassen, stört Ospelt. «Ich empfand es ungerecht, dass nicht jedes Jahr eine WM stattfindet. So stärkte in mir die Überzeugung, jedes Jahr eine WM durchzuführen», erklärt er.
Zugleich stecken auch wirtschaftliche Überlegungen hinter der Idee. «Japan, China und Südkorea würden in einem nachhaltigen Weltcup-Kalender keinen Platz finden. Ich würde es gut finden, mit einer zusätzlichen WM in den ersten beiden Februar-Wochen neue Märkte zu erschliessen.»

Entschieden sei noch nichts, Ospelt will den Dialog mit allen Beteiligten suchen. «Ich versuche, das Beste für die FIS zu machen. Wenn ich das Beste für die FIS mache, dann mache ich auch das Beste für alle Mitgliedsverbände», verspricht er.
















