Aleksander Kilde: «Noch nie hatte ich solche Schmerzen»
Zwei Jahre nach seinem Horror-Sturz in Wengen spricht Aleksander Kilde offen über Todesangst, Schmerzen und ein lebensgefährliches Comeback.
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Das Wichtigste in Kürze
- Aleksander Kilde verzichtet auf einen Start bei der Lauberhorn-Abfahrt in Wengen.
- Der Norweger spricht in einem Interview aber ausführlich über den Sturz vor zwei Jahren.
- Kilde beschreibt seinen unglaublich steinigen Weg zurück in den Ski-Rennsport.
Aleksander Kilde wird zwei Jahre nach seinem schweren Sturz nicht bei der Lauberhorn-Abfahrt starten. Kurz vor dem Klassiker im Berner Oberland hat der Norweger aber ausführlich über seinen schwierigen Weg zurück gesprochen.
Im Interview mit dem «Kicker» schildert Aleksander Kilde die Zeit nach dem Unfall als einen körperlichen und mentalen Ausnahmezustand. Bei seinem Sturz in Wengen wurde die linke Schulter schwer verletzt. Zudem trennte ihm ein Ski einen Grossteil der Wadenmuskulatur ab.
Auf dem Weg zurück in den Weltcup folgte der nächste Schock: Eine lebensgefährliche Blutvergiftung. «Noch nie hatte ich solche Schmerzen. Ich dachte, ich sterbe», sagte Kilde. Es habe Tage gegeben, an denen er sich am liebsten den Arm abgerissen hätte.
Besonders tückisch sei gewesen, dass er die Infektion zunächst nicht bemerkt habe. Sein Körper sei es gewohnt, Belastungen zu ertragen, erklärte der 33-Jährige. Während andere längst Alarm geschlagen hätten, habe er weitertrainiert, obwohl sich die Entzündung bereits bis in die Knochen ausgebreitet habe.
Erst seine Partnerin, die Doppel-Olympiasiegerin Mikaela Shiffrin, drängte ihn zum Arzt. Dort sei rasch klar geworden, wie ernst die Lage war. «Aleks, das ist richtig schlimm!», habe der Arzt nach Blick auf die Röntgenbilder gesagt.
Aleksander Kilde: «Nicht enden wollender Albtraum»
Es folgten Monate voller Behandlungen und drei Monate Antibiotika, die Kilde als «nicht enden wollenden Albtraum» beschreibt. Erst im November feierte er nach 684 Tagen Pause sein Comeback beim Super-G in Copper Mountain.
Ganz ausgestanden sind die Folgen jedoch nicht. Die Schulter bereite weiterhin Probleme, die Beweglichkeit sei eingeschränkt. Alltägliche Handgriffe fielen ihm teilweise schwerer als ein Rennen.
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Auf einen Start in Wengen verzichtet Kilde deshalb bewusst. «Dieses Jahr ist es einfach noch etwas zu früh», schrieb er auf Instagram. Eine Entscheidung, die zeigt, wie nah Triumph und Lebensgefahr im Skisport beieinanderliegen können.

















