Aleksander Kilde

    Aleksander Kilde: «Noch nie hatte ich solche Schmerzen»

    Simon Binz
    Simon Binz

    Interlaken-Oberhasli,

    Zwei Jahre nach seinem Horror-Sturz in Wengen spricht Aleksander Kilde offen über Todesangst, Schmerzen und ein lebensgefährliches Comeback.

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    Aleksander Kilde stürzt 2024 kurz vor dem Ziel der Lauberhorn-Abfahrt heftig. - SRF

    Das Wichtigste in Kürze

    • Aleksander Kilde verzichtet auf einen Start bei der Lauberhorn-Abfahrt in Wengen.
    • Der Norweger spricht in einem Interview aber ausführlich über den Sturz vor zwei Jahren.
    • Kilde beschreibt seinen unglaublich steinigen Weg zurück in den Ski-Rennsport.

    Aleksander Kilde wird zwei Jahre nach seinem schweren Sturz nicht bei der Lauberhorn-Abfahrt starten. Kurz vor dem Klassiker im Berner Oberland hat der Norweger aber ausführlich über seinen schwierigen Weg zurück gesprochen.

    Im Interview mit dem «Kicker» schildert Aleksander Kilde die Zeit nach dem Unfall als einen körperlichen und mentalen Ausnahmezustand. Bei seinem Sturz in Wengen wurde die linke Schulter schwer verletzt. Zudem trennte ihm ein Ski einen Grossteil der Wadenmuskulatur ab.

    Verstehst du, dass Kilde auf die Lauberhorn-Abfahrt verzichtet?

    Auf dem Weg zurück in den Weltcup folgte der nächste Schock: Eine lebensgefährliche Blutvergiftung. «Noch nie hatte ich solche Schmerzen. Ich dachte, ich sterbe», sagte Kilde. Es habe Tage gegeben, an denen er sich am liebsten den Arm abgerissen hätte.

    Besonders tückisch sei gewesen, dass er die Infektion zunächst nicht bemerkt habe. Sein Körper sei es gewohnt, Belastungen zu ertragen, erklärte der 33-Jährige. Während andere längst Alarm geschlagen hätten, habe er weitertrainiert, obwohl sich die Entzündung bereits bis in die Knochen ausgebreitet habe.

    Erst seine Partnerin, die Doppel-Olympiasiegerin Mikaela Shiffrin, drängte ihn zum Arzt. Dort sei rasch klar geworden, wie ernst die Lage war. «Aleks, das ist richtig schlimm!», habe der Arzt nach Blick auf die Röntgenbilder gesagt.

    Aleksander Kilde: «Nicht enden wollender Albtraum»

    Es folgten Monate voller Behandlungen und drei Monate Antibiotika, die Kilde als «nicht enden wollenden Albtraum» beschreibt. Erst im November feierte er nach 684 Tagen Pause sein Comeback beim Super-G in Copper Mountain.

    Ganz ausgestanden sind die Folgen jedoch nicht. Die Schulter bereite weiterhin Probleme, die Beweglichkeit sei eingeschränkt. Alltägliche Handgriffe fielen ihm teilweise schwerer als ein Rennen.

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    Aleksander Kilde wird bei seinem Comeback im November im Zielraum von Mikaela Shiffrin und Marco Odermatt emotional empfangen. - X/@tntsports / Instagram/akilde

    Auf einen Start in Wengen verzichtet Kilde deshalb bewusst. «Dieses Jahr ist es einfach noch etwas zu früh», schrieb er auf Instagram. Eine Entscheidung, die zeigt, wie nah Triumph und Lebensgefahr im Skisport beieinanderliegen können.

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    Kommentare

    User #4893 (nicht angemeldet)

    Der alpine Rennsport bewegt sich am Limit, weil die Rennen immer schneller und gefährlicher werden. Die Illusion, dass jede Verletzung problemlos repariert werden könne, muss mit Geschichten wie dieser endlich relativiert werden. Diesmal war es die Schulter, meist sind es aber die Kniegelenke und dies bei jungen Leuten, zum Teil sind mehrmals die gleichen Gelenke betroffen. Neben dem Dramen für den Einzeln, sind Spätfolgen und Invalidität vorprogrammiert, von den immensen Kosten mal abgesehen. Nicht nur bei Trump müssen Grenzen gesetzt werden, auch im Hochleistungssport! Irrsinn!!!!

    User #2315 (nicht angemeldet)

    Es gibt nichts schlimmeres als eine Schulterverletzung, das habe ich auch erlebt, und lebe heute noch damit. Da waren meine vier Geburten wirklich ein Spaziergang! Nach fünf Jahren konnte ich den Therapeuten sagen mit diesen Schmerzen kann ich leben!

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