Stan Wawrinka gewinnt auch mit 41: «Bin auf Sand aufgewachsen»
Stan Wawrinka schreibt in Genf Geschichte: Der 41-jährige Schweizer wird zum ältesten ATP-Sieger auf Sand seit 1994 – kurz vor seinen letzten French Open.

Das Wichtigste in Kürze
- In Genf gewinnt Stan Wawrinka seinen ersten ATP-Match als 41-Jähriger.
- Nächste Woche wartet seine Dernière in Roland-Garros – dort, wo alles seinen Lauf nahm.
- In Paris sei sein Traum wahr geworden – jetzt will er «nochmal Matches gewinnen».
Stan Wawrinka setzt kurz vor seinem wohl letzten Auftritt in Roland-Garros ein Ausrufezeichen. Der Lausanner gewinnt am Montag beim ATP-Turnier in Genf seine Auftaktpartie nach über zwei Stunden. Sein erster Sieg als 41-Jähriger!

Wawrinka ist damit der älteste Spieler seit Jimmy Connors 1994, der auf Sand ein ATP-Match gewinnt. Eine bemerkenswerte Marke – weniger als eine Woche vor den French Open, dem wohl bedeutendsten Turnier seiner Karriere.
Sieg bei den Junioren-French-Open
Denn mit Roland-Garros verbindet den dreifachen Grand-Slam-Sieger eine ganz besondere Geschichte. 2003 schlug Wawrinka in Paris erstmals auf Grand-Slam-Boden auf. Und holte bei seinem einzigen Junioren-Grand-Slam-Turnier direkt den Titel.

«Das werde ich nie vergessen. Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet. Weil ich ja gegen die besten Spieler meines Alters angetreten bin», erinnert sich der Romand.
French-Open-Debüt 2005 – Titel zehn Jahre später
Zwei Jahre später folgte an gleicher Stelle das Debüt im Hauptfeld der Profis. Direkt zum Auftakt bezwang er den gesetzten Sandspezialisten Nicolás Massú. In Runde zwei drehte er gegen Ex-Weltnummer-4 James Blake einen 0:2-Satzrückstand.

Rückblickend sagt Wawrinka: «2005 war ganz speziell für mich. Da habe ich realisiert: Mein Traum ist wahr geworden.» Zehn Jahre später übertraf er seine kühnsten Träume und holte sogar den Titel.
«Ich war vor dem Turnier überhaupt nicht selbstbewusst», sagt der Schweizer rückblickend. «Ich musste ja leider gegen diese unglaublichen Legenden antreten.» Im Viertelfinal liess er Roger Federer keine Chance, im Final zwang er Novak Djokovic in die Knie.

«Auf dem Platz habe ich dann mein bestes Tennis gefunden. Ich habe die Zuschauer angeschaut und es einfach genossen.»
Wawrinka: «Ich bin auf Sand aufgewachsen»
Noch einmal darf der 41-Jährige nun nach Roland-Garros zurückkehren. «Ich habe als Kind davon geträumt, dort irgendwann spielen zu dürfen», sagt er. «Ich hoffe, ich kann nochmal Matches gewinnen, um diese Plätze und die Zuschauer länger zu geniessen.»

Zunächst steht aber noch die Dernière in Genf an. Dort trifft der Altmeister am Mittwoch auf den 20 Jahre jüngeren Alex Michelsen. Es ist das Duell zweier Tennisgenerationen.
Während US-Talent Michselsen als eine Zukunfts-Hoffnung des Tennis gilt, erinnert Wawrinka daran, wo seine Wurzeln liegen: «Ich bin auf Sand aufgewachsen.»
















