Tatjana Maria und Jule Niemeier wollen den grössten Erfolg ihrer bisherigen Tennis-Karriere veredeln. Erstmals treffen die beiden Turnier-Überraschungen im Wimbledon-Viertelfinale aufeinander.
Tennisspielerin Tatjana Maria steht im Wimbledon-Viertelfinale.
Tennisspielerin Tatjana Maria steht im Wimbledon-Viertelfinale. - Aaron Chown/PA Wire/dpa
Ad

Das Wichtigste in Kürze

  • Tatjana Maria, 34 Jahre alt, zehn Wimbledon-Teilnahmen, zweifache Mutter.
  • Jule Niemeier, 22 Jahre alt, überhaupt erst das erste Mal beim Rasen-Klassiker dabei.

Bei allen Unterschieden vor dem grossen deutschen Duell eint die beiden Überraschungsspielerinnen des Turniers ein Gefühl. «Im Viertelfinale von Wimbledon zu sein, ist für sie genauso wie für mich», sagte Maria vor der Partie am Dienstag (14.00 Uhr MESZ): «Es ist fantastisch.» Für beide bedeutet der Einzug unter die besten Acht bei einem Grand-Slam-Turnier bereits den grössten Erfolg ihrer Karriere. Die wichtigsten Antworten vor dem deutschen Wimbledon-Festtag.

Wer ist die Favoritin?

Auch aufgrund ihrer souveränen Auftritte geht Niemeier leicht favorisiert in das Duell. Sie besitzt ein variables Spiel auf Rasen, schlägt gut auf, hat eine druckvolle Vorhand, geht gerne ans Netz, hat Gefühl. Doch Maria ist eine Kämpferin und setzt mit ihren unterschnittenen Bällen auf einen ungewohnten und unangenehmen Schlag, der mehrere Gegnerinnen zur Verzweiflung trieb. Dazu entwarf ihr Ehemann und Trainer Charles-Edouard Maria bislang stets die richtige Match-Taktik. «Ich habe damit nicht so wirklich Probleme, dadurch dass ich selber weiss, wie man einen Slice spielt», sagt Niemeier selbstbewusst über die grösste Stärke ihrer Gegnerin. «Ich mache mir da keine Sorgen, dass ich nicht weiss, wie ich darauf reagieren soll.»

Wie viel Preisgeld steht auf dem Spiel?

Beide Spielerinnen haben für den Viertelfinaleinzug bereits umgerechnet 360 000 Euro erhalten, dies übersteigt das komplette Preisgeld aus Niemeiers voriger Karriere. Im Halbfinale gäbe es 621 000 Euro, die Siegerin des Turniers bekommt sogar 2,32 Millionen Euro.

Wie schwer war der Weg ins Viertelfinale?

Maria musste mit Ausnahme der Drittrundenpartie gegen die Weltranglisten-Fünfte Maria Sakkari stets über drei Sätze gehen und stand bislang 7:31 Stunden im Einzel auf dem Platz. Bei Niemeier waren es fast zwei Stunden weniger (5:33). Dennoch fühlt sich die zwölf Jahre ältere Maria ausgeruht genug für das grosse Spiel. «Ich muss ganz ehrlich sagen, dadurch, dass wir immer einen Tag Pause haben, ist es ganz gut für mich. Ich fühle mich relativ fit, ich denke, dass das für mich kein Problem ist.»

Der Weg ins Viertelfinale im Überblick:

Was bringt den deutschen Spielerinnen der Erfolg für die Weltrangliste?

Nichts. Wegen des Angriffskriegs Russlands in der Ukraine haben die Veranstalter alle russischen und belarussischen Spielerinnen ausgeschlossen. Als Reaktion strichen die Profi-Organisationen ATP und WTA die Weltranglistenpunkte für das Turnier.

Wie oft standen deutsche Spielerinnen schon im Wimbledon-Halbfinale?

Zuletzt hatte es Angelique Kerber im Vorjahr unter die Top Vier geschafft und scheiterte gegen die spätere Siegerin Ash Barty aus Australien. Insgesamt gab es bislang fünf deutsche Wimbledon-Halbfinalistinnen in der Geschichte des Profi-Tennis. Am häufigsten war die siebenmalige Siegerin Steffi Graf dabei.AnzahlSpielerinbestes Abschneiden10Steffi Graf7 Titel/1988/1989/1991-1993/1995/19964Angelique KerberTitel/20182Sabine LisickiFinale/20131Bettina BungeHalbfinale/19821Julia GörgesHalbfinale/2018

Wo gibt es das Spiel im Fernsehen zu sehen?

Im Gegensatz zu den drei weiteren Grand-Slam-Turnieren sehen deutsche Tennis-Fans aus Wimbledon keine Live-Bilder im frei empfangbaren Fernsehen. Der Bezahlsender Sky besitzt die Rechte und überträgt auch am Dienstag ab 13.45 Uhr live. Dabei gibt es einen Konferenz-Kanal mit dem früheren Davis-Cup-Kapitän Patrik Kühnen als Experten und auch Spiele wie das deutsche Viertelfinale in kompletter Länge.

Das sind die wichtigsten Zahlen und Statistiken zu beiden Spielerinnen:

* vor diesem Wimbledon-Turnier

Mehr zum Thema:

Angelique Kerber Steffi Graf Trainer ATP WTA Wimbledon