Djokovic

    Djokovic: So kam es zur Sonderbewilligung für den Tennis-Star

    Matthias Neuhaus
    Matthias Neuhaus

    Australien,

    Novak Djokovic darf an die Australian Open reisen, obwohl er nicht geimpft ist. Wie ist das möglich? Die Ausnahmegenehmigung für den Serben wirft Fragen auf.

    Novak Djokovic
    Novak Djokovic möchte in Melbourne seinen zehnten Australian-Open-Titel feiern. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Mit einer Sonderbewilligung darf Novak Djokovic an den Australian Open teilnehmen.
    • Diese Ausnahmegenehmigung musste von zwei unabhängigen Expertengremien gewährt werden.
    • Die Entscheidung sorgt in der Tennis-Welt für viel Unmut.

    «Auf geht's 2022», schreibt Novak Djokovic am Dienstag unter seinen Instagram-Post. Das Bild zeigt den Serben am Flughafen, bestens gelaunt auf dem Weg nach Australien.

    Der Tennis-Star darf nach Melbourne reisen, obwohl er nicht geimpft ist. «Ich reise mit einer Sonderbewilligung nach Down Under», so der «Djoker».

    Novak Djokovic
    Novak Djokovic meldet sich vor seiner Reise nach Australien via Instagram. - instagram/djokernole

    Zuvor rätseln Fans monatelang über seine Teilnahme an den Australian Open. Der Weltranglistenerste weist jeweils darauf hin, dass sein Impfstatus niemanden etwas angehe.

    Der Impfstatus ist aber ausschlaggebend dafür, wer am Grand-Slam-Turnier teilnehmen darf und wer nicht.

    Nur mit einer medizinischen Sonderbewilligung bietet sich einem ungeimpften Profi die Möglichkeit, trotzdem zu spielen. Und diese hat er erhalten – zum Unmut vieler Tennis-Fans.

    Anonyme Prozedur um Novak Djokovic

    In einem Statement erklärt «Tennis Australia», der Veranstalter der Australien Open, wie es zu dieser Genehmigung kam.

    «In einem unabhängigen Prozess werden Anträge auf eine medizinische Ausnahmegenehmigung von einem Gremium von Ärzten aus den Bereichen Immunologie, Infektionskrankheiten und Allgemeinmedizin geprüft», schreibt der Verband.

    In einem zweiten Schritt würden Anträge, welche den Bestimmungen der Australian Technical Advisory Group on Immunisation (ATAGI) entsprechen, einer weiteren Kommission vorgelegt. Diese sei von der Regierung gestellt.

    Das Prozedere erfolge anonym, damit es zu keinen voreingenommenen Bewertungen komme und die Privatsphäre geschützt werde.

    Eine «Handvoll Profis» mit Sonderbewilligung

    Zum konkreten Fall des Titelverteidigers schreibt «Tennis Australia»: «Djokovic hat eine medizinische Ausnahmegenehmigung beantragt, die nach einem strengen Überprüfungsverfahren mit zwei separaten unabhängigen medizinischen Expertengremien gewährt wurde.»

    Beim Entscheidungsprozess sei auch das Gesundheitsamt des Bundesstaates Victoria eingebunden gewesen.

    Djokovic kriegt eine Ausnahmegenehmigung – finden Sie das in Ordnung?

    Djokovic ist nicht der einzige Spieler, der eine Sonderbewilligung erhalten hat. Turnierdirektor Craig Tiley spricht von «einer Handvoll Profis», welche mit Ausnahmegenehmigung antreten. «Es liegt an den Athletinnen und Athleten selbst, ob sie diese Informationen offenlegen möchten.»

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