Eine Frau ist wegen des von ihr verursachten Massensturzes an der Tour de France vor Gericht. Die Forderung der Anklage: Vier Monate Haft auf Bewährung!
Bei der ersten Etappe der Tour de France kommt es zu einem Massensturz. Dieser wird von einem Fan ausgelöst. - SRF

Das Wichtigste in Kürze

  • An der ersten Tour-de-France-Etappe sorgte eine junge Frau für einen Massen-Sturz.
  • Grund: Sie wollte «Omi und Opi» mit einem Pappschild vom Strassenrand grüssen.
  • Jetzt fordert die Anklage vier Monate Haft auf Bewährung!

Die für den Massensturz auf der ersten Etappe der Tour de France im Juni verantwortliche Zuschauerin steht vor Gericht. Am Donnerstag fand der erste Verhandlungstag nach dem Eklat um die Unfallverursacherin statt.

Die Frau entfernte sich zunächst vom Ort des Geschehens, stellte sich aber Tage später. Die Anklage forderte vier Monate Haft auf Bewährung für die 31-Jährige, wie die Zeitung «Le Parisien» berichtete. Ein Urteil wird am 9. Dezember verkündet.

Die Frau hatte ein grosses Pappschild an der Strecke in der Bretagne in die Fernsehkameras gehalten. Inhalt: «Grüsse an Opi und Omi».

Tour de France
Marc Hirschi hat eine schlimme erste Etappe an der Tour de France hinter sich. - Keystone

Zeitfahr-Weltmeister Tony Martin knallte mit hohem Tempo in das Schild, woraufhin rund 50 weitere Fahrer stürzten.

Die Frau entfernte sich zunächst vom Ort des Geschehens, stellte sich aber Tage später. Ihr wird nach Angaben des Gerichts fahrlässige Körperverletzung und Gefährdung des Lebens anderer vorgeworfen.

Angeklagte entschuldigt sich

In der Gerichtsverhandlung hiess es, die Angeklagte habe die Gefahr ihres Tuns eingesehen und sich entschuldigt. Die Aufschrift «Allez Opi – Omi» habe die Französin wegen ihrer deutschstämmigen Grossmutter gewählt. Sie sei sicher gewesen, dass die Grosseltern die Tour am Fernseher verfolgen.

Tour de France
Der heftige Sturz überschattete die erste Etappe bei der Tour de France. - Keystone

Die Tour de France hatte letztendlich von juristischen Schritten gegen die Frau abgesehen. Der internationale Radprofi-Verband (CPA) hielt allerdings an einer Klage fest. Es gehe darum, für mehr Respekt für die Radsportler zu werben. Diese hätten Monate für die Tour trainiert und einige danach nicht mehr weiterfahren können, erklärt die CPA.

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