Paris war nur ein Vorgeschmack auf Kopenhagen: Frankreichs Hauptstadt feierte den Tour-de-France-Helden Jonas Vingegaard bereits, am Mittwoch geht es weiter.
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Dänemarks Jonas Vingegaard fährt in Gelb. - Keystone
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Das Wichtigste in Kürze

  • Jonas Vingegaard feiert bereits in Paris seinen ersten Tour-de-France-Sieg.
  • Am Mittwoch zeigt sich das 25-Jährige in Kopenhagen – vor allen seinen Fans.
  • Ganz Dänemark fieberte mit Vingegaard mit und ist bereit, das Jungtalent zu feiern.

Für die nächsten Jahre scheint Spannung bei der Tour de France garantiert. Denn eine junge Generation hat übernommen: Vingegaard, Pogacar, Bernal, Evenepoel und Hindley trennen nur wenige Jahre.

Nach seinem Tour-Triumph wurde Jonas Vingegaard bereits auf den Champs-Élysées von zahlreichen Dänen mit Sprechchören gefeiert. Am Mittwoch dürfte die Party eskalieren. Dann zeigt sich der schüchterne 25-Jährige auf dem Rathausbalkon von Kopenhagen – der gewaltige Platz davor dürfte zum Tollhaus werden.

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Tadej Pogacar (l.), Jonas Vingegaard und Geraint Thomas (r.) schafften es aufs Podest. - Keystone

Bereits am Montag strahlten die Titelseiten vieler dänischer Medien im kräftigen Gelb des Maillot Jaune. «Das war die schönste Tour de France aller Zeiten», resümierte die Boulevardzeitung «BT». Auch Ministerpräsidentin Mette Frederiksen stimmte in die Euphorie mit ein. «Das war eine herausragende Tour für den dänischen Radsport – den ganzen Weg von Kopenhagen bis Paris.»

Dänemark wieder im Radsport-Fieber

Dänemark 2022 fühlt sich an wie Dänemark 1996: Schon damals hatte mit Bjarne Riis ein Däne die glorreiche Tour de France gewonnen. Doch wie er Jahre später zugab, war er bei seinem Erfolg umfassend gedopt.

All das scheint vergessen, jetzt wo Vingegaard als Triumphator nach Hause kommt. «Es war eine unglaubliche Reise. Das ist sehr gross für mich», sagte Vingegaard, der selbstredend betonte, dass man an seine Leistungen glauben könne.

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Bjarne Riis hatte 1996 für das Team Telekom die Tour de France gewonnen. Foto: NICOLAS BOUVY/epa/dpa - dpa-infocom GmbH

Der Schmale aus Jütland hat sein Land in eine Ekstase versetzt. So war sie in den Jahren nach dem Riis Geständnis undenkbar erschienen. In dem Jahr, in dem die Tour in der radverliebten dänischen Hauptstadt Kopenhagen ihren Anfang genommen hatte, triumphiert Vingegaard. Der vielbeschriebene Junge aus der Fischfabrik besiegte den als unschlagbar geltenden Tadej Pogacar.

Die führende Zeitung «Politiken» stellte Vingegaards Triumph bereits auf eine Stufe mit dem dänischen Sieg bei der Fussball-EM 1992. «Jyllands-Posten» schrieb: «Die Tour de France war genau das, was wir in einer Zeit von Krieg und Krisen gebraucht haben. Ein Traum in Gelb und Rot-Weiss, und ein fantastischer Jonas Vingegaard als Tourminator.»

Junge Konkurrenz ist gross

Was dann auf ihn zukommt, kann Vingegaard noch gar nicht einschätzen. Vor vier Jahren arbeitete er noch in einer Fischfabrik in Hanstholm. Im letzten Jahr gab er erst seine beachtliche Tour-Premiere mit dem zweiten Platz. Und vor dem Start in Kopenhagen stand er noch im Schatten von Kapitän Primoz Roglic.

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Einen grossen Karriereplan hat er noch nicht erstellt. «Es ist nicht so, dass ich das Ziel habe, die Tour fünfmal zu gewinnen. Ich will zurückkommen und versuchen, sie noch einmal zu gewinnen», sagte der 25-Jährige.

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