Lennard Kämna scheint in Form zu sein. Nach einer mental bedingten Auszeit ist der 25-jährige Deutsche beim Giro d'Italia mit voller Präsenz dabei.
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Der deutsche Radprofi Lennard Kämna ist hoch motiviert beim Giro d'Italia. - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Lennard Kämna ist zurück: Beim Giro d'Italia will der junge Deutsche Vollgas geben.
  • Zuvor hatte sich der 25-Jährige eine mentale Auszeit genommen.
  • Beim Mountainbike-Rennen Cape Epic in Südafrika hat er seine Motivation wieder gefunden.

Die Karriere von Lennard Kämna verläuft alles andere als geradlinig. Neben grossen Siegen bei der Junioren-WM oder der Tour de France muss sich der hochbegabte Radprofi auch mentale Auszeiten nehmen. Beim Giro d'Italia scheint er wieder in starker Form zu sein.

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Lennard Kämna gewann bei der Tour de France eine Etappe. - dpa-infocom GmbH

Noch vor einem Jahr hatte sich der frühere Junioren-Weltmeister eine Auszeit, auch wegen mentaler Probleme, genommen. Erst nach fast neun Monaten kehrte er im Februar zurück. Wenige Wochen später gewann er bei der Ruta del Sol schon wieder eine Etappe. Beim Giro-Auftakt in Ungarn präsentierte sich der 25-Jährige in Angriffslaune, als wäre er nie weg gewesen.

Kämna hat sich für Giro d'Italia viel vorgenommen

Eine Attacke zum Auftakt und ein achter Platz im Zeitfahren von Budapest waren gut für «das Selbstbewusstsein». Sie dokumentierten aber auch das grosse Potenzial von Kämna, der sich für die drei Wochen viel vorgenommen hat: «Wenn ich in einer Ausreissergruppe bin, gibt es immer Möglichkeiten zu gewinnen. Ich habe mir als Ziel gesetzt, auf Etappenjagd zu gehen.»

Das traut ihm der sportliche Leiter Rolf Aldag zu, der viel von ihm hält: «Lenni hat Freiheiten, er hat einen Renninstinkt. Lenni muss man machen lassen. Mit ihm viel vorbesprechen, macht gar nicht viel Sinn. Er weiss es sogar besser auf dem Rad», sagte Aldag bei Eurosport.

«Ich hatte keine Lust mehr»

Nicht erst durch seinen furiosen Etappensieg bei der Tour de France 2020 gilt Kämna als grosses Versprechen für die Zukunft. Damals war er Olympiasieger und Ex-Giro-Sieger Richard Carapaz auf dem Weg nach Villard-de-Lans davongefahren. Doch danach wurde es wieder still um ihn.

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Lennard Kämna fand die Lust zum Radfahren beim Cape Epic letztes Jahr in Südafrika wieder. - Keystone

Kämna stieg vom Rad, darüber reden will er nicht mehr. «Wenn ich ganz trocken wäre, würde ich sagen, ich hatte keine Lust mehr», hatte Kämna Anfang des Jahres gesagt. Mit ähnlichen Problemen hatte er auch schon beim Team Sunweb zu kämpfen.

Die Lust hat er beim Cape Epic, einem Mountainbikerennen in Südafrika wiedergefunden. «Ich bin dort just for fun mitgefahren, ohne Leistungsdruck», sagte Kämna jüngst der «Sport-Bild» und ergänzte: «Ich sah, wie die anderen Fahrer um den Sieg kämpften. Da hat es auch bei mir wieder in den Beinen gekribbelt – das war ein Zeichen. Jetzt geht es wieder richtig los.»

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Er habe Mechanismen gefunden, sich von sportlichen Misserfolgen nicht runterziehen zu lassen. Auch ein Sportpsychologe habe ihm geholfen.

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