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    Aarburg: Kein SRF-«Donnschtig-Jass» – dafür kommen jetzt Rad-Stars

    Joel Dreier
    Joel Dreier

    Zofingen,

    Am 20. Juni macht die Tour de Suisse mit einem Zeitfahren in Aarburg AG Halt. Nun wurden die Details zum Radsportfest vorgestellt.

    Aarburg
    Stadtpräsident Hans-Ulrich Schär (l.) und TdS-Direktor Olivier Senn schauen voller Vorfreude auf das Zeitfahrspekatkel in Aarburg. - Joel Dreier

    Am 20. Juni duelliert sich in Aarburg im Rahmen der Tour de Suisse (TdS) die Weltelite des Radsports. Im Vorfeld der Zeitfahr-Etappe orientierten Stadtpräsident Hans-Ulrich Schär und Tour de Suisse Direktor Olivier Senn zu den Details des Radsportfests.

    Die Tour de Suisse zu organisieren, sei ein bisschen wie das Zusammensetzen eines Puzzles, erklärt TdS-Direktor Olivier Senn vergangene Woche im Bärensaal inmitten des Aarburger Städtlis. Man beginne mit einem grossen Teil – dieses Jahr dem Start im italienischen Sondrio – und baue von dort aus eine stimmige Reise quer durch die Schweiz.

    So standen Locarno, Bad Ragaz und Villars-sur-Ollon seit geraumer Zeit als Etappenorte fest. Nur eine Station im Mittelland fehlte dem grössten wiederkehrenden Schweizer Sportevent noch – vier Monate vor der Austragung.

    Gemeinde Aarburg
    Gemeinde Aarburg - Keystone

    Ein Anruf, ein wenig «usem Seich use», aus der TdS-Zentrale ins Aarburger Rathaus sollte sich für alle Beteiligten als Glücksfall erweisen.

    Ein geplatzter Jass als Türöffner

    «Wir sind zu diesem Rennen gekommen wie die Jungfrau zum Kind», schmunzelt Stadtpräsident Hans-Ulrich Schär. Denn finanziell wäre das Projekt wohl kaum zu stemmen gewesen – wäre da nicht der «Donnschtig-Jass» des SRF.

    Ein Rückblick: An der Gemeindeversammlung 2025 sprach Aarburg 100'000 Franken – je 50'000 für Projektkosten und Werkhof-Leistungen – für die Durchführung der SRF-Sendung. Diese kam jedoch nicht zustande, da Aarburg um die Austragung mit Gegenspielergemeinde Murgenthal hätte jassen müssen.

    Murgenthal verweigerte seinen Kredit jedoch klar. Aus diesem «Kässeli» hat Aarburg nun schöpfen können, um die Teilnahmegebühr von 75'000 Franken zu begleichen. Ergänzend schöpft die Stadt aus dem Swisslos-Fonds. «Wir sind bemüht, kein finanzielles Loch zu erzeugen», sagt Schär.

    Weltklasse-Feld im Städtli

    Die Profis starten vor dem Rathaus und bewältigen den 23 Kilometer langen Parcours fast ausschliesslich auf solothurnischem Boden. «Wir haben bewusst auf ein klassisches, kurzes Einzelzeitfahren mit wenigen Höhenmetern gesetzt», hält Senn fest.

    Dennoch böten schnelle Passagen und enge Kurven auch technisch versierten Fahrern die Möglichkeit, Zeit gutzumachen. Die Tempi dürften jenseits der 50 km/h liegen.

    Besonders in diesem Jahr wartet die Tour de Suisse mit einem Fahrerfeld der Extraklasse auf. Neben der «Schweizer Garde» um Mauro Schmid, Rückkehrer Marc Hirschi und Silvan Dillier (Stefan Küng fällt verletzungsbedingt aus) beehren auch die ganz grossen Namen das Aarburger Städtli:

    Vuelta- und Giro-Sieger Primoz Roglic, Multitalent Tom Pidcock und Bergspezialist Lenny Martinez treten ebenso an wie der amtierende Strassenweltmeister und Gesamtsieg-Favorit Tadej Pogacar, der zuletzt an der Tour de Romandie nach Belieben dominierte.

    Pogacar Tour de France
    Tadej Pogacar. - keystone

    Auch Multi-Weltmeister Mathieu van der Poel könnte von der Partie sein – nach Redaktionsschluss lässt er die TdS aber noch zappeln.

    Fans des Frauenradsports kommen ebenfalls auf ihre Kosten, dank des neuen Konzepts der Schweizer Rundfahrt: Frauen und Männer starten am selben Tag – die Frauen am Morgen, die Männer am Nachmittag. Auch das Frauen-Starterfeld kann sich sehen lassen:

    Europameisterin Demi Vollering ist ebenso dabei wie Ex-Weltmeisterin Lotte Kopecky und die Schweizerinnen Elise Chabbey und Marlen Reusser. Letztere bringt nach ihrem WM-Sieg in Kigali das Regenbogentrikot nach Aarburg.

    Tausende Zuschauer erwartet

    Bei schönem Wetter könnten 10'000 bis 15'000 Zuschauer den Parcours säumen – die Strahlkraft der Stars dürfte das Publikum zusätzlich anziehen. Auch abseits der Strecke ist für Unterhaltung gesorgt:

    Ab 10 Uhr öffnet die «FanZone», wo Sponsoren ihre Produkte hautnah erlebbar machen. In der Kids Zone können die Jüngsten auf 150 Metern mit dem Laufrad den Sprint-Vorbildern nacheifern – Velos und Helme werden gestellt.

    Verkehrssperrungen beachten

    Das Radsportfest verlangt jedoch auch seine Opfer: In und um das Städtli sowie selbstverständlich auf der Rennstrecke kommt es zu Strassensperrungen.

    Tour de Suisse
    Am 20. Juni macht die Tour de Suisse in Aarburg Halt. - keystone

    Die Frauen fahren von 10.45 bis 12.45 Uhr, die Männer von 15 bis 17.30 Uhr. Die Abendstunden bleiben unbeeinträchtigt.

    Aarburg im Rampenlicht der Welt

    «Freude herrscht», lässt Schär verlauten. Immerhin gehen die Bilder Aarburgs um die Welt: Die Schweizer Rundfahrt wird in zahlreichen Länder live übertragen und gilt für viele Radsportfans als Tour-de-France-Vorbereitung zum Pflichtprogramm.

    Auch das örtliche Gewerbe profitiert: Die stadteigenen Gastrobetriebe werden nicht eingeschränkt und die Hotellerie darf sich ebenfalls freuen – 1200 Betten belegt der TdS-Tross, der am nächsten Tag bereits zur Königsetappe nach Villars-sur-Ollon weiterzieht.

    Hinweis

    Dieser Artikel ist zuerst in den «Zofinger Nachrichten» erschienen.

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    Kommentare

    User #5055 (nicht angemeldet)

    Jesses Gott! Kein Donnschtig Jass? Mis Mami wird ausflippen!

    User #3143 (nicht angemeldet)

    Schaue erst wieder TDS wenn Olivier Senn nicht mehr das sagen hat, Sicherheit ist bei ihm zweitrangig.

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