MotoGP – Vinales schimpft über KTM: «Kein Support, nur Kritik»
Nach eineinhalb Jahren ist die Zusammenarbeit zwischen Maverick Vinales und KTM in der MotoGP offenkundig gescheitert. Trennt man sich gar vorzeitig?

Das Wichtigste in Kürze
- Maverick Vinales steht vor dem Ende seiner MotoGP-Karriere – womöglich sogar vorzeitig.
- Sein Vertrag bei KTM läuft am Saisonende aus, eine Verlängerung ist kein Thema mehr.
- Wegen fehlender Fitness droht nun ein Bruch sogar schon nach der Sommerpause.
Geht die Beziehung zwischen KTM und Maverick Vinales schon ein halbes Jahr vor dem eigentlichen Vertragsende in die Brüche? Nach dem desaströsen Auftritt des Spaniers beim Deutschland-GP ist fraglich, wie es weitergeht: Aktuell ist offen, ob der 31-Jährige nach der Sommerpause noch auf der RC16 sitzen wird.
Im Qualifying der MotoGP auf dem Sachsenring verlor der Spanier mehr als eine Sekunde auf die Spitze. Im Sprintrennen am Samstag war er sogar hinter LCR-Honda-Ersatzpilot Cal Crutchlow auf dem letzten Platz. Den Grand Prix am Sonntag gab er an letzter Stelle liegend vier Runden vor Schluss auf.

Grund für die Aufgabe am Sachsenring war die immer noch fehlende Fitness. Vor einem Jahr hatte sich Vinales an gleicher Stelle schwer an der Schulter verletzt. Seither kämpft er um eine vollständige Genesung – bislang vergebens. Im April musste er sich erneut operieren lassen, behoben ist das Problem damit aber nicht.
Vinales in der MotoGP vor dem Aus
Zudem zeichnet sich ab, dass Vinales 2027 weder für KTM noch in der MotoGP fahren wird: Beim Werksteam sind die Plätze mit Alex Márquez und Fabio Di Giannantonio besetzt. Beim Tech3-Kundenteam soll demnächst Honda-Pilot Luca Marini unterschreiben. Der zweite Platz wird an einen Moto2-Rookie gehen.

Entsprechend fühlt sich Vinales im Stich gelassen – obwohl er nach dem Italien-GP sogar einen Vorvertrag unterschrieben haben soll. «Im Moment brauche ich Support vom Team. Aber alles, was ich bekomme, ist Kritik», schimpfte der Spanier nach dem enttäuschenden Deutschland-GP.
«Ich weiss nicht, ob sich das beheben lässt»
«Manchmal freuen sie sich, mich zu sehen, aber manchmal ist es, als wäre ich ein Fremder.» Zugleich gab Vinales auch zu, dass er momentan seine Leistung nicht abrufen kann. «Ich kann nichts dagegen machen, ich rutsche in jeder Kurve. Und ich weiss nicht einmal, ob sich das beheben lässt», so der Spanier über seine Schulterprobleme.
Sein behandelnder Arzt habe ihm gesagt, dass er frühestens um den Indonesien-GP im Oktober bei 100 Prozent sein werde. «Ich habe erwartet, dass es mir mittlerweile viel besser gehen würde», gibt Vinales zu. «Ich habe sogar darüber nachgedacht, mich in die Hände der Ärzte von Marc Márquez zu begeben.»

Im Raum steht angesichts der wohl langfristig fehlenden Fitness nun sogar eine vorzeitige Trennung. Schon beim Grossbritannien-GP nach der Sommerpause könnte Test- und Ersatzpilot Pol Espargaro wieder auf der KTM sitzen. Als Option gilt auch Moto2-Star Senna Agius, der für 2027 ohnehin ein Kandidat für den Platz bei Tech3-KTM ist.
















