YB: Sperre gegen Edimilson schadet der VAR-Glaubwürdigkeit
Die Rote Karte an YB-Edimilson wird vom Verband als Fehler taxiert. Trotzdem wird der Nati-Spieler jetzt gesperrt. Das ist lächerlich. Ein Kommentar.

Das Wichtigste in Kürze
- YB gewinnt am Samstag mit 2:0 gegen den FCSG.
- Ein Witz-Platzverweis gegen Edimilson Fernandes sorgt für Diskussionen und Rote Köpfe.
- Dass der YB-Star jetzt gesperrt wird, ist ein Wahnsinn, findet Nau.ch-Sportchef Christoph Böhlen.
Ich gebe es zu: Im Fussball bin ich Traditionalist. Viele Neuerungen rund um meinen Lieblingssport stossen mir sauer auf. Die allerschlimmste davon ist für mich der 2019 eingeführte VAR.
Klar: Ich sehe die Notwendigkeit, den Schiedsrichtern in diesem immer schneller werdenden Sport eine Hilfe zu bieten. Und bei klaren schwarz-weiss Entscheidungen, wie Abseits, macht das durchaus Sinn.
Was aber keinen Sinn macht, ist die pure Willkür.
So wie am Samstagabend im Wankdorf. Schiri Lukas Fähndrich taxiert ein vermeintliches Foul korrekt: Er lässt einen Zweikampf zwischen YB-Profi Edimilson Fernandes und FCSG-Captain Lukas Görtler laufen.
Der YB-Spieler steigt ein, hat aber klar den Ball (siehe Video unten).
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Dann aber meldet sich VAR-Fedayi San, der ein Foul gesehen haben will. Und tatsächlich lässt sich Fähndrich überreden – und zückt Rot!
Niemand versteht diesen Entscheid, alle sind sich einig: Das ist ein Witz-Platzverweis. Und tatsächlich steht der Verband am Sonntag hin und gibt bekannt: Der Entscheid war falsch.
Chapeau, könnte man sagen. Es braucht Grösse, zu einem Fehler zu stehen. Kann passieren.
Doch keine 24 Stunden später macht man sich komplett lächerlich: Edimilson wird für zwei Spiele gesperrt. Ein Wahnsinn!

Dieser Entscheid schadet der Glaubwürdigkeit des VAR. Niemand in der Fussball-Schweiz hätte sich daran gestört, wenn man die Sperre einfach aufgehoben hätte.
Natürlich wäre das rechtlich schwierig gewesen: Es ist ein Tatsachen-Entscheid, der von einem unabhängigen Richter beurteilt werden musste. Und der verzichtet immerhin auf eine noch längere Sperre für den in dieser Saison bereits einmal vom Platz gestellten Edimilson. Dennoch würde man sich gesunden Menschenverstand wünschen.
Doch der Vorfall zeigt: Der VAR macht den Fussball weder gerechter, noch fairer. Im Gegenteil: Er schwächt die Durchsetzungsstärke unserer Schiedsrichter. Und macht sie offensichtlich beeinflussbar.
Sonst hätte Lukas Fähndrich vor dem VAR-Monitor einfach abgewunken und wäre bei seiner ursprünglichen (und vor allem richtigen) Entscheidung geblieben.
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